Energie

Nach russischer Drohung RWE soll Ukraine vor Gas-Engpass bewahren

Kreml-Chef Putin will die Ukraine künftig nur noch gegen Vorauszahlung mit Gas beliefern. Nun will sich die Regierung vom Essener Energieversorger RWE über Umwege russisches Gas liefern lassen.
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Wird der Erdgas-Transport bald gekappt?

Nach der Drohung des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit einer Drosselung der Gaslieferungen will die Ukraine ihre Energieversorgung mit der Hilfe deutscher und französischer Unternehmen sichern. Die Übergangsregierung wolle entsprechende Verträge mit RWE und einem französischen Konzern abschließen, sagte Energieminister Juri Prodan am Freitag im Parlament. Ziel sei es, dass die Unternehmen ihr von Russland gekauftes Gas über die Pipelines zurück an die Ukraine fließen ließen (reverse flows). Voraussetzung dafür sei, dass die Unternehmen ein solches Angebot unterbreiteten.

Von RWE selbst hatte es Anfang März geheißen, das der Essener Energieversorger die Ukraine bei einer Verschärfung der Krise mit Gas beliefern könnte. Es bestünde ein entsprechender Rahmenvertrag mit dem ukrainischen Unternehmen Naftogaz.

Putin hatte am Donnerstag angekündigt, dass Russland die ehemalige Sowjetrepublik künftig nur noch gegen Vorauszahlung mit Erdgas beliefern wolle und notfalls die Versorgung drosseln werde. Nach Darstellung von Gazprom hat die Ukraine Gas-Schulden in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar.

Die Ukraine bezieht etwa die Hälfte ihres Erdgases aus Russland. Erst in den vergangenen Tagen hatte Gazprom den Gaspreis für das Nachbarland um 80 Prozent auf 485 Dollar je 1000 Kubikmeter angehoben.

Die USA kritisierten Russland wegen der Drohung, die Gaslieferungen zu drosseln, scharf. Sie werfen Russlands Präsident Wladimir Putin vor, Gaslieferungen als Machtmittel missbrauchen zu wollen. „Wir verurteilen die russischen Versuche, Energie als ein Zwangsmittel gegen die Ukraine zu nutzen“, sagte die Sprecherin im Außenamt in Washington, Jen Psaki.

Ähnlich äußerte sich das Weiße Haus. Es sei „völlig unangemessen, Energieexporte einzusetzen, um diplomatische oder geopolitische Ziele zu erreichen“, sagte Regierungssprecher Jay Carney am Donnerstag. Dies habe man gegenüber Moskau deutlich gemacht.

Wegen unbezahlter Rechnungen hatte Russland der Ukraine zuletzt 2009 das Gas zeitweilig abgestellt, was auch zu Lieferengpässen in der EU geführt hatte.

Handelsblatt Energie Briefing
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12 Kommentare zu "Nach russischer Drohung: RWE soll Ukraine vor Gas-Engpass bewahren"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • >>Den Putsch haben die Ultranationalisten, Faschisten und Kriminelle mit der Unterstützung der EU , der Amis ( ....[..]

    Das soll so aussehen, damit die Russen sich als getriebenes Opfer darstellen können, wenn Sie sich die Ostukraine einverleiben. Bei der Krim hat es ja schonmal funktioniert. Die Russen müssen Ihre LAndsleute schützen... Alles abgekartert. Nur die Russen wären in der Lage so eine Operation durchzuführen.

  • >> ICh bin davon überzeugt, dass die Russen den Putsch ausgelöst haben und für den Sturz verantwortlich sind <<

    die Fakten sprechen trotz Ihrer Überzeugung eine ganz andere Sprache.

    Den Putsch haben die Ultranationalisten, Faschisten und Kriminelle mit der Unterstützung der EU , der Amis ( hauptsächlich Botschaftsangehörige ) und die ukrainischen Söldner ( ausgebildet in Nordafrika, bezahlt durch Oligarchen der Oppositionsparteien ) angezettelt und vollzogen !

  • Scheinbar stehen diese Aussagen im wiederspruch. Durch die Rabatte haben die Russen versucht die Ukraine daran zu hindern Gas zu fördern. Das gleiche wird auch in Polen gemacht. Man investiert viellecith 35 Mrd in Subventionen um an anderer Stelle 350 Mrd. zu verdienen.
    ICh bin davon überzeugt, dass die Russen den Putsch ausgelöst haben und für den Sturz verantwortlich sind. Dadurch können die einen Einmarsch in die Ostukraine rechtfertigen. Die Gasinfrastruktur der Ukraine ist zu wertvoll als das man es sich erlauben könnte dort ausgeschlossen zu werden weil dir Ukrainer Ihr eigenes Gas nach Europa verkaufen wollen. MAn macht eben alles um westeuropa vom Gasangebot abzuschneiden.
    Darum die Waffenversorgung an Syrien, damit dort keine Pipeline von Katar gebaut wird. Die Anti Fracking Propaganda und die unterstützung der Anti-Fracking initiativen, die Dauernden Klagen gegen das LNG Terminal und der Kauf deutscher Erdgasspeicherinfrastruktur.
    Man hat ja nach 2008 gesehen als die Ölpreise so eingebrochen sind und die Russen sich Geld leihen mussten um ihre beamten zu bezahlen wie unsolige der Staat finanziert ist. Darum haben die Rusischen MAchthaber Ihr geld auch alle im Westen deponiert.

  • >> Und Natürlich ist es verständlich, dass die Russen die Preise so hoch wie Möglich sehen wollen <<

    - und gleichzeitig subventionieren die Russen die ukrainische Wirtschaft in letzten Jahren mit 35 Mrd. $ ?

    Diese zwei Aussagen stehen doch in einem eklatanten Widerspruch !

  • Die Analysen der Vorkommen in der Ukraine sind schon sehr realistisch. Was denken Sie warum Russland da einmarschieren will?
    Und Natürlich ist es verständlich, dass die Russen die Preise so hoch wie Möglich sehen wollen. Aber die Frage ist mit welchen Mitteln. Es wird einfach jeder potentielle Konkurrent ausgeschaltet. Die Ukraine durch einen Einmarsch, Katar durch Syrien. Wussten Sie, das Katar eine Pipeline für Erdgas durch Syrien bis nach Europa bauen wollte um dann Erdgas für ca. 200 Dollar/1000m³ verkaufen wollte? Den Polen hat man einen Rabatt um 30% gegeben, damit sich dort das Fracking nicht lohnt.
    ICh mus wirklich sagen, dass ich noch nie soviel Selbsthass und Naivität erlebt habe wie in Europa.

  • >> Die Russen verlangen immerhin über das doppelte über Marktpreis. <<

    - wer nimmt es nicht , wenn er es bekommt ? In diesem Falle würde es mit dem Marktpreis wohl nicht stimmen.

    Und die Holländer mit den Norwegern würden Richtung Ukraine nicht liefern, weil sie wohl die gleichen Preise, wenn nicht höhere, verlangen müßten ( unter Gefahr, dass die Ukrainer ihre Rechnung auch hier nicht bezahlen können )!

    Die Erschließung der Gasvorkommen in der Ukraine selbst bedarf erst mal "Realistischer Vorkommens Analysen" und auch entsprechender Investitionen in zig Milliarden $ Höhe und auch die entsprechende Kapazitäten an Erschlissungszeiten.


    Und dann kommt noch die Frage mit den Export-Kapazitäten auf.

    Summa-summarum: die Ukraine muss wohl einiges wieder auf Braun-Kohle umstellen, wenn ihnen Donetzk nicht wegbricht !

    Mit dem bequemen Gasheizen , zum Teil auf Kosten von anderen, ist es vorerst wohl vorbei !

  • Nicht mit Verlusten, aber ohne Provision. So hätte die Ukraine fast wieder Ihre Gaspreise wie sie vor einem Jahr üblich waren.
    Zudem muss es ja nicht zwangsläufig Gas aus Russland sein. Man kann auch hollendisches Gas oder norwegisches Gas richtung Osten leiten.
    Es wird auch nicht lange nötig sein. Nur bis die Ukraine Ihre eigene Gasproduktion erhöht. Alleine vor der Krim und der Ukrainischen Schwarzmeerküste liegen zwischen 4 und 12 Billionen m³ Erdgas.Genügend um z.B. Deutschland 40 bis 120 Jahre mit Erdgas zu versorgen. Wenn wir der Ukraine helfen dieses Potential zu fördern, dann wäre das Land in der Lage Ihre Gesammte Infrastruktur und Wirtschaft zu erneuern. Die Russen können natürlich solch einen Konkurrenten nicht akzeptieren und werden alles tun um das zu verhindern. Denn dann würden die Rusen nicht mehr so hohe Preise realisieren können. Die Russen verlangen immerhin über das doppelte über Marktpreis.

  • Russisches Gas ist heute schon zu teuer in D. RWE wird es kaum mit Verlust an die Ukraine weiterliefern, und auf Kredit wohl erst recht nicht. Die Köpfe der Vorstände würden schnell rollen.

  • die u-nsa spinnen. wer nicht zahlt bekommt kein gas. das wuerden die amies nicht anders handhaben.

  • RWE liefert hoffentlich nur gegen Vorkasse und zu profitablen Bedingungen (Marktpreis).

    Es sei daran erinnert: Die Ukraine ist faktisch zahlungsunfähig, also besteht ein sehr hohes Ausfallrisiko bei Lieferung auf Rechnung. Daher wie immer bei Insolvenzkandidaten: Nur gegen Vorkasse.

    Dann kann die Sache sogar Spass machen ... und der RWE Aktionär kann wieder lachen.

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