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Energie

Nach Teldafax, Flexstrom und BEV Strombranche rechnet mit weiteren Pleiten von Billiganbietern

Nach der BEV-Insolvenz bangen 250.000 Kunden um ihr Geld. Es dürfte aber nicht die letzte Pleite gewesen sein. Schuld sind harter Wettbewerb und steigende Strompreise.
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Die Lage am Energiemarkt ist angespannt. Es drohen weitere Pleiten von Stromanbietern. Quelle: Paul Langrock  +49 172 3120 333
Braunkohlenkraftwerk Neurath bei Grevenbroich

Die Lage am Energiemarkt ist angespannt. Es drohen weitere Pleiten von Stromanbietern.

(Foto: Paul Langrock +49 172 3120 333 )

Düsseldorf Teldafax, Flexstrom und jetzt die Bayerische Energieversorgungsgesellschaft (BEV): Der deutsche Strommarkt wird regelmäßig durch spektakuläre Pleiten erschüttert, die Hundertausende Kunden treffen.

Nach der Insolvenz der BEV warten jetzt wieder etwa 250.000 Kunden auf die Erstattung von Boni oder Vorauszahlungen in einem Volumen von rund 80 Millionen Euro – und sie werden wohl kaum etwas davon wiederbekommen.

Trotzdem ziehen Billiganbieter mit nicht nachhaltigen, teilweise unseriösen Geschäftsmodellen weiter Kunden an. Und deshalb wird es weitere Insolvenzen geben – davon sind Branchenvertreter und Experten überzeugt.

„Ich glaube, BEV wird nicht die letzte Pleite sein, die wir in Deutschland erleben werden“, sagt Innogy-Vertriebsvorstand Martin Herrmann: „Das Energiegeschäft ist nichts für Amateure.“

Andreas Schwenzer, Energieexperte bei der Managementberatung Horváth & Partners, rechnet schon in diesem Jahr mit einer Pleitewelle im Energiemarkt: „In diesem Jahr dürfte es weitere Unternehmen in einer etwa zweistelligen Größenordnung treffen.“

BEV hatte Ende Januar Insolvenz angemeldet. In den Monaten zuvor mussten schon andere Unternehmen die Reißleine ziehen: Im Dezember hatte die Deutsche Energie GmbH (DEG) Insolvenz angemeldet, davor die Deutsche Erdgas Versorgungs GmbH, die Energieagenten Versorgungs GmbH und E:veen Energie.

Bei BEV war 2018 nach den Worten von Insolvenzverwalter Axel Bierbach ein „immenser Verlust“ aufgelaufen. Als Grund vermutet er nach einer ersten Sichtung, dass das Unternehmen einerseits billige Tarife mit einem hohen Bonusversprechen angeboten hat, während gleichzeitig die Preise im Stromeinkauf stiegen.

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Zuletzt hatte das Unternehmen noch im Dezember versucht, mit einer massiven Preiserhöhung gegenzusteuern. 200.000 Kunden kündigten, die Pleite war aber nicht mehr abzuwenden.

Die steigenden Preise im Großhandel dürften nach den Worten von Experte Schwenzer von Horváth & Partners weitere Billiganbieter in die Bredouille bringen. Jahrelang hatten die Discounter, die sich im Gegensatz zu etablierten Versorgern zumeist nicht langfristig Strom sichern, von den fallenden Preisen profitiert.

Im Gegenteil: Während klassische Versorger teure Bezugsverträge hatten, konnten die Billiganbieter dank der sinkenden Preise immer günstigere Tarife anbieten. Seit zwei Jahren ziehen die Preise aber wieder an. Während eine Megawattstunde Strom im Großhandel Anfang 2017 kaum mehr als 20 Euro kostete, sind es jetzt rund 50 Euro.

Boni werden zum Problem

„Immer wieder glauben Newcomer, dass sie mit Billigangeboten wachsen können“, sagt Innogy-Vorstand Herrmann. Das gehe gut, solange die Großhandelspreise sinken. „Jetzt, da die Preise steigen, bekommen die Anbieter Probleme, die nur auf den Preiswettbewerb setzen“, sagt er und rät den Verbrauchern zur Vorsicht: „Die Kunden sollten sich nicht von hohen Boni-Zahlungen und niedrigen Preisen blenden lassen.“

Und auch Schwenzer rät den Kunden, nicht nur auf den Preis zu schauen, sondern auch auf das Unternehmen. „Mit den Insolvenzen zeigt sich einmal mehr, dass es auch schwarze Schafe am Markt gibt, um die Kunden besser einen Bogen machen sollten.“

„Der Wettbewerb unter den Discountanbietern ist sehr hart – das hat die Insolvenz von BEV wieder gezeigt“, sagt Andreas Stender, Energieexperte bei A.T. Kearney: „Die Margen sind sehr gering, die Wechselraten hoch – wer sich da beispielsweise mit zu hohen Boni verkalkuliert, bekommt Probleme.“

Das Problem: Die Billiganbieter werben vor allem mit hohen Boni-Zahlungen um Kunden. Im ersten Jahr sind Verluste einkalkuliert. In den folgenden Jahren wollen sie zwar mit Preiserhöhungen die Verluste wettmachen – die Rate der Kunden, die wechselt darf dabei aber nicht zu hoch sein.

A.T. Kearney analysiert regelmäßig die Kalkulationen der Discounter. Aktuell hat die Beratung für einen beispielhaften Billiganbieter eine negative Rohmarge im ersten Jahr von 120 bis 160 Euro errechnet. Dabei werden für einen repräsentativen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden Boni zwischen 250 und 350 Euro gewährt. Der Endkundenpreis deckt damit gerade einmal die Netzentgelte, Steuern und Abgaben, die Strombezugskosten von 130 bis 170 Euro aber nicht.

Es gebe inzwischen einige Unternehmen, die „sich inzwischen seit vielen Jahren in dem Segment halten, sich etabliert und stabilisiert haben“, sagt Stender, aber auch er hält weitere Insolvenzen für möglich: „Es ist gut möglich, dass wir noch weitere Pleiten sehen werden.“

Der rasante Anstieg der Großhandelspreise könne für Discountanbieter zum Problem werden, sagt Stender: „Wer sich nicht genug abgesichert und langfristig eingekauft hat, kann jetzt Probleme bekommen.“

Andererseits könnten clever kalkulierende Discounter auch von den steigenden Großhandelspreisen profitieren: „Wenn die Preise steigen, überlegen sich mehr Kunden zu wechseln“, sagt Stender: „Steigende Preise sind in der Regel ein Wechselimpuls.“

Veränderungen im Strommarkt machen sich bemerkbar

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2 Kommentare zu "Nach Teldafax, Flexstrom und BEV: Strombranche rechnet mit weiteren Pleiten von Billiganbietern"

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  • Es braucht endlich Informationen durch Politik und Wirtschaft zu den neuesten Alternativen zur Stromversorgung.Es gibt längst Alternativen zum Stromnetz mit Stromversorgung aus dem Grosskraftwerk und der Steckdose. Wir sind in einem Zeitalter des Wandels zur MOBILEN UND DEZENTRALEN HAUSHALTSVERSORGUNG. 1958 erstmals in der Raumfahrt genutzt entwickelte sich die Photovoltaik anfangs langsam. Von ersten kleinen Anwendungen z. B. in Taschenrechnern in den 70iger Jahren bis zu einer autarken Versorgung ganzer Haushalte vergingen nochmals fast 20 Jahre. Die Photovoltaik begann ihren wirklichen Siegeszug zu Beginn der 90iger Jahre. Heute ist für Jedermann der Solarstrom aus dem sichtbaren Spektrum der Strahlung allgegenwärtig. Und heute steht auch die nächste Evolutionsstufe an. NEUTRINOVOLTAIC!
    Die Berliner Neutrino Energy Group entwickelt innovative High-Tech-Werkstoffe auf Basis dotierter Kohlenstoffderivate, um dadurch Mechanismen in Gang zu setzen, die es ermöglichen, das nichtsichtbare kosmische und solare Strahlenspektrum in elektrischen Strom zu wandeln. NEUTRINOVOLTAIC. Gleichsam einer Solarzelle, die auch ohne Licht bei völliger Dunkelheit Energie bereitstellt und die nun die herkömmliche Photovoltaik in Kürze sinnvoll ergänzen wird. IN FOLGE WERDEN WIR ALSBALD MOBILTELEFONE, HAUSHALTSGERÄTE ohne Kabel und Anschluss an die Steckdose Nutzen können. Wir müssen die Herausforderungen der Zukunft meistern“, mahnt Holger Thorsten Schubart, CEO der Neutrino Energy „Themen wie Energieversorgung und Klimaschutz, aktueller denn je, erfordern vorausschauendes Denken sowie innovative und nachhaltige Lösungen. Neue Technologien, um uns kurzfristig von der Verstromung fossiler Rohstoffe, wie zum Beispiel Kohle zu lösen und uns auch mittelfristig von den Abhängigkeiten erdölexportierender Länder. Darauf sollte sich unsere Politik und Gesellschaft konzentrieren und INVESTITIONEN in die neue Technologie und unendliche Ressource Neutrino-Energy tätigen.

  • Ich schlage vor, die Vergleichsportale mehr in die Prflicht zu nehmen und teilweise für Schäden der Kunden durch unseriös kalkulierende Anbieter in Haftung zu nehmen. Voraussetzung: Der Vertrag wird über das Vergleichsportal abgeschlossen und das Vergleichsportal erhält eine Provision. Diese Provision ist bei Konkurs von unseriös kalkulierenden Anbietern an den Kunden /Verbraucher in voller Höhe auszuzahlen.

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