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Energie

Netzbetreiber Energiewende macht neue Milliarden-Investitionen in Stromnetz notwendig

Der Kohleausstieg erfordert bessere Leitungen. Allein Amprion will in den kommenden zehn Jahren 24 Milliarden Euro investieren – neun Milliarden mehr als bisher geplant.
06.12.2020 - 15:29 Uhr 1 Kommentar
Hochspannungsleitung und Windräder vor der untergehenden Sonne in Hohenhameln im Landkreis Peine (Niedersachsen): Die Energiewende erfordert neue Leitungen. Quelle: dpa
Stromnetz

Hochspannungsleitung und Windräder vor der untergehenden Sonne in Hohenhameln im Landkreis Peine (Niedersachsen): Die Energiewende erfordert neue Leitungen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Kohleausstieg ist beschlossen – und stellt das Stromnetz in Deutschland vor neue Probleme. Die Stromnetzbetreiber werden zusätzliche Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich tätigen müssen, um das Netz an die Energiewende anzupassen.

Einer der vier Übertragungsnetzbetreiber, Amprion, hat nach Informationen des Handelsblatts jetzt seine Pläne deutlich aufgestockt. Das Unternehmen will in den kommenden zehn Jahren rund 24 Milliarden Euro in den Umbau des Energiesystems investieren. Bisher waren bis 2029 nur 15,2 Milliarden Euro vorgesehen. Der Aufsichtsrat hat jetzt den langfristigen Finanzplan genehmigt.

„Die Energiewende nimmt an Fahrt auf – und dafür müssen wir in die Netze investieren“, sagte Hans-Jürgen Brick, Vorsitzender der Geschäftsführung, dem Handelsblatt: „Wir stocken unseren Investitionsplan auf.“

Amprion ist einer der vier großen Netzbetreiber, der – neben Tennet, 50Hertz und TransnetBW – für einen Teil des überregionalen Stromnetzes verantwortlich ist. Die vier Unternehmen stehen mit der Energiewende vor einer enormen Herausforderung. Zum einen wird es mit dem Boom der erneuerbaren Energien immer schwieriger, Angebot und Nachfrage im Einklang und damit das Netz stabil zu halten, weil das Angebot von Wind- und Solarenergie witterungsabhängig stark schwankt.

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    Zum anderen muss der Strom anders verteilt werden. Mit dem Atomausstieg gehen viele Kraftwerke im Süden mit seinen vielen Industrieunternehmen vom Netz, während gleichzeitig vor den Küsten von Nord- und Ostsee Offshore-Windparks gebaut werden. Der Strom muss mit neuen, großen Leitungen von Nord nach Süd transportiert werden.

    Und jetzt hat Deutschland auch noch den Ausstieg aus der Kohle beschlossen. Schon in den kommenden Jahren müssen viele Kohlekraftwerke vom Netz. „Durch den Kohleausstieg hat sich der Bedarf deutlich erhöht“, sagt Amprion-Chef Brick: „Das Energiesystem wird fundamental umgebaut.“

    Dabei hat das Unternehmen 2020 zum ersten Mal mehr als eine Milliarde Euro im Jahr investiert. Das ist ein Drittel mehr als im vergangenen Jahr. Wegen des Kohleausstiegs muss sich das Tempo aber noch mehr erhöhen.

    Der Amprion-Chef fordert einen verlässlichen Regulierungsrahmen.
    Hans-Jürgen Brick

    Der Amprion-Chef fordert einen verlässlichen Regulierungsrahmen.

    Allein fünf Milliarden Euro muss Amprion aufwenden, weil das Unternehmen zusätzlich zu zwei bislang geplanten Netzanschlüssen für Offshore-Windparks zwei weitere bauen muss. Weitere 2,5 Milliarden Euro werden für eine neue rund 300 Kilometer lange Gleichstromtrasse von Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen benötigt. Der Rest entfällt auf Investitionen in das bestehende Netz, die wegen des Kohleausstiegs erforderlich sind.

    „Vor allem in Nordrhein-Westfalen ersetzen wir konventionelle Erzeugung aus Kohle durch Offshore-Windstrom“, erläutert Brick.

    Auch Tennet, 50Hertz und TransnetBW investieren Milliarden

    Amprions Höchstspannungsleitungen sind insgesamt 11.000 Kilometer lang und transportieren den Strom für 29 Millionen Menschen von Niedersachsen bis zu den Alpen. Ein Schwerpunkt ist Nordrhein-Westfalen, wo viele Kohlekraftwerke vom Netz gehen, aber auch viele große Verbraucher aus der Industrie angesiedelt sind.

    Die vier Netzbetreiber sind jeweils für eine eigene Region zuständig. Ihr Investitionsbedarf variiert stark. Tennet beispielsweise muss im großen Maße Offshore-Windparks anbinden und Windstrom nach Süden transportieren. Das Unternehmen geht davon aus, dass es in den nächsten zehn Jahren in Deutschland 30 bis 35 Milliarden Euro investieren muss.

    50Hertz plant bis 2024 mit Investitionen in Höhe von 4,2 Milliarden Euro. Für den Zeitraum bis 2029 geht das Unternehmen „von Investitionen in ungefähr gleicher Größenordnung“ aus. „Unsere Businessplanung für diesen Zeitraum ist jedoch noch nicht abgeschlossen“, betonte ein Sprecher auf Anfrage. Bei TransnetBW liegt der Investitionsbedarf bis 2030 nach Angaben einer Sprecherin „im mittleren einstelligen Milliardenbereich“.

    Es ist zu erwarten, dass alle Netzbetreiber ihre Investitionen aufstocken. Der höhere Finanzbedarf ergibt sich aus dem letzten Netzentwicklungsplan, den die Bundesnetzagentur Ende 2019 vorgelegt hat und in dem sie den Bedarf für den Ausbau des Stromnetzes festlegt.

    Letztlich werden die Stromverbraucher die höheren Investitionen mit den Netzentgelten, die Teil des Strompreises sind, finanzieren. „Wir werden nur so viel wie nötig investieren, und nicht so viel wie möglich“, verspricht Brick.

    Rohre, in denen Erdkabel Strom transportieren sollen, werden in Raesfeld (Nordrhein-Westfalen) verlegt. Die Verlegung von Erdkabeln erfordert zusätzliche Investitionen. Quelle: dpa
    Erdkabel für den Stromtransport

    Rohre, in denen Erdkabel Strom transportieren sollen, werden in Raesfeld (Nordrhein-Westfalen) verlegt. Die Verlegung von Erdkabeln erfordert zusätzliche Investitionen.

    (Foto: dpa)

    Die Netzbetreiber müssen bei der Finanzierung in Vorleistung gehen. Dabei sieht Brick aber keine Schwierigkeiten. Die Gesellschafter würden die Pläne mittragen und bereits im Dezember die nächsten 400 Millionen Euro einbringen. Zum anderen sieht er keine Probleme für die Aufnahme von Fremdkapital. Bisher hatte sich Amprion vor allem über Banken finanziert. „Jetzt gehen wir verstärkt an den Kapitalmarkt“, sagt Brick.

    Die Nachfrage der Investoren nach Investitionen in die Energiewende, zu denen Amprion auch die eigenen Projekte zählt, ist derzeit groß. Amprion hat jüngst Schuldscheine begeben, die mehrfach überzeichnet waren. Die Investitionen werden zudem erst langsam ansteigen. „Den Höhepunkt werden wir wohl ab Mitte der Dekade sehen“, stellt Brick klar.

    Die Renditen, die die Netzbetreiber mit ihren Investitionen erzielen dürfen, hängen von der Regulierung der Bundesnetzagentur ab. Mit Blick auf das historisch niedrige Zinsumfeld droht den Netzbetreibern dabei eine deutliche Kürzung, gegen die sie sich wehren. „Wir brauchen aber einen zur Dynamik der Energiewende passenden Regulierungsrahmen“, appelliert Brick.

    Mehr: Amprion warnt vor zu großem staatlichem Engagement im Stromnetz

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    1 Kommentar zu "Netzbetreiber: Energiewende macht neue Milliarden-Investitionen in Stromnetz notwendig"

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    • "Die Stromnetzbetreiber werden zusätzliche Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich tätigen müssen, um das Netz an die Energiewende anzupassen." Glücklicherweise gibt es neueste Forschungsergebnisse für die innovative Neutrino-Technologie. Der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlichte dazu aktuell: "Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters" Weltbuch Verlag, 224 Seiten, ISBN 978-3-906212-56-2. Die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie. Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind bereit. Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos ist jetzt machbar. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Sie sind in der Lage, sowohl Geräte als auch einzelne Haushalte und Elektroautos ohne Anschluss an eine zentrale Stromversorgung mit Strom zu speisen. Mobile und dezentrale Haushaltsenergie sowie unendliche Reichweiten für die Elektromobilität werden unser Leben weltweit positiv wandeln. Produktionsstätten, Vermarktung und Wartung der Geräte werden viele neue Arbeitsplätze schaffen und das alte System der Energieversorgung über Grosskraftwerke und Stromtrassen ablösen.

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