Energie

Neue Strategie Ölkonzern OMV hält Russland die Treue

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Umstrukturierung wird fortgesetzt

Für die kommenden Jahre hat sich OMV viel vorgenommen: Das bereinigte operative Ergebnis soll bis 2025 um 70 Prozent auf über fünf Milliarden Euro steigen, die Tagesproduktion soll im Schnitt auf 600.000 Barrel fast verdoppelt werden.

Um das Wachstum voranzutreiben, planen die Österreicher zudem in dem Zeitabschnitt jedes Jahr bis 2,5 Milliarden Euro zu investieren, während die Kosten weiter gesenkt werden sollen. Unter dem Strich soll OMV mehr Öl und Gas fördern, bei der Weiterverarbeitung auf Produkte setzen, die mehr Rendite bringen und stärker von der steigenden Nachfrage nach Energie der Verbraucher in Asien profitieren, gab Seele als Marschroute vor.

Das sei keine neue Strategie, sondern ein neues Kapitel im Strategiebuch, sagte er. Denn bereits in den vergangenen Jahren hatte er den Konzern einer umfassenden Umstrukturierung unterzogen – mit Erfolg.

Mit seinen knapp 21.000 Mitarbeitern erzielte OMV im vergangenen Jahr einen Umsatz von 20,2 Milliarden Euro, das operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg auf 2,95 Milliarden Euro. Die Dividende soll bei der nächsten Ausschüttung auf den Rekordwert von 1,50 Euro je Aktie steigen und in den nächsten Jahren nicht mehr darunter liegen.

Die Anleger beeindruckte die neue Strategie unterdessen nicht. Die Aktie der OMV gab an der Wiener Börse am Dienstnachmittag leicht um 0,25 Prozent auf 47,03 Euro. Zuletzt hatte die österreichische Bank Erste Group die OMV-Aktie von „Halten“ auf „Kauf“ gesetzt. Analyst Tamas Pletser meint, die Aktie sei vor allem eine Wette einer günstigen Preisentwicklung bei Gas und einer Entspannung hinsichtlich der Beziehungen zwischen EU und Russland.

OMV litt wie alle anderen Unternehmen aus der Energiebranche auch unter dem niedrigen Ölpreis. Doch die schlechten Zeiten sind passé. Ob OMV, Royal Dutch Shell, BP oder Exxon Mobil: Sie alle vermeldeten zuletzt deutliche Gewinnsteigerungen. Die Umstrukturierungen zeigen Wirkung, zudem ist der Ölpreis wieder auf rund 65 Dollar das Barrel gestiegen.

Aber anders als andere Energiekonzerne, die verstärkt in Erneuerbare Energien investieren, will OMV sich aus derartigen Projekten fernhalten. „Das ist nicht Teil unserer Strategie“, sagte Seele, „das können andere machen. Ich muss das Rad nicht zum zweiten Mal erfinden.“

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