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Energie

Öl-Deal in der Arktis US-Sanktionen gegen Russland treffen Exxon

Der US-Ölgigant Exxon hat drei Jahre nach seinem Vertrag mit Rosneft vor wenigen Wochen damit begonnen, am Rande des Polarmeers nach Öl zu suchen. Die neuen US-Sanktionen könnten dem ein Ende setzen.
12.09.2014 Update: 12.09.2014 - 03:37 Uhr Kommentieren
Schmelzwassertümpel auf arktischem Meereis: Exxon und Rosneft suchen in der Karasee zusammen nach Öl. Quelle: Stefan HendricksStefan Hendricks, Alfred-Wegener-Institut

Schmelzwassertümpel auf arktischem Meereis: Exxon und Rosneft suchen in der Karasee zusammen nach Öl.

(Foto: Stefan HendricksStefan Hendricks, Alfred-Wegener-Institut)

New York Die geplanten neuen Sanktionen gegen Russland wirken sich in den USA besonders stark auf Exxon aus. Bis vor kurzen galt der US-Ölkonzern noch als gutes Beispiel dafür, dass Ost und West Geschäfte miteinander machen können - was manche US-Bürger auch heute noch erstaunlich finden.

Doch mit der Krise in der Ukraine stand ein geschäftliches Engagement in Russland plötzlich im Zwielicht. Zu allem Überfluss ließ es sich der russische Präsident Wladimir Putin im August nicht nehmen, höchstpersönlich den Startschuss für ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Exxon und dem staatseigenen russischen Ölriesen Rosneft zu geben. Dabei posaunte Putin großes Lob für die Kooperation in die Welt hinaus. Die westliche Welt verstand es als Anspielung auf ihre Sanktionen.

Der kühle Abstand zwischen USA und Russland war ausgerechnet am Nordpol geschmolzen: Die Ölvorkommen in der arktischen Karasee sieht der US-Konzern Exxon als Chance, seine schwindenden Fördermengen in absehbarer Zeit wieder aufzustocken. Der russische Staatskonzern Rosneft wiederum braucht bei der Erforschung der Ölfelder technische Hilfe.

Milliarden-Deal mit Rosneft 2011

Mit etwa 3,2 Milliarden Dollar sicherte sich Exxon vor drei Jahren die Zugangsrechte an einem arktischen Gebiet von der Größe Texas'. In der Karasee vermutet das Unternehmen Vorkommen enormer Öl- und Gasmengen. Zuvor hatte sich bereits BP an einer Zusammenarbeit mit Rosneft für diese Region versucht, aber keine vertragsreife Einigung erzielt.

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    Für die Probebohrungen mit Rosneft drängt die Zeit. Ende Oktober friert die Karasee üblicherweise zu. Würde das Projekt nun durch die neuen Sanktionen gestoppt, bedeutete das für Exxon keinen direkten Verlust. Schließlich gibt es in der Polarregion noch keine Ölförderung, die dadurch zum Stillstand käme.

    Eine längere Pause unterliefe allerdings nach Einschätzung des "Wall Street Journal" die Bemühungen des Ölkonzerns, mit neuen Fördermöglichkeiten seine versiegenden Quellen auszugleichen. Im vergangenen Quartal waren die Fördermengen bei Exxon auf das niedrigste Niveau seit 2009 gefallen.

    Deshalb setzt Exxon darauf, sich im immer engeren Wettbewerb um neue Ölfelder von der Konkurrenz abzusetzen - und gar nicht erst versuchen zu müssen, die Behörden in Venezuela und Saudi-Arabien für eine ausländische Beteiligung zu begeistern. Wie lange sich Russland wiederum von dem amerikanischen Partner begeistert zeigt, bleibt abzuwarten. Die russische Regierung hatte wiederholt damit gedroht, Sanktionen aus dem Westen etwas entgegenzusetzen.

    In der Karasee liegt unterdessen für beide Seiten noch ein weiteres Problem auf Eis: mögliche Umweltschäden. Um beispielsweise nach einem Unfall einen Ölteppich zu bekämpfen, fehlt am Rande des Polarmeers die Infrastruktur, die Kälte würde Bindemittel unwirksam machen und weitere technische Probleme verursachen.

    Ein Ölteppich breitet sich binnen 24 Stunden ungefähr um das Hundertfache aus.

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