Energie

Öl- und Gaskonzern Höherer Ölpreis und gestiegene Produktion schieben OMV an

Der Wiener Konzern profitiert vor allem von den niedrigen Kosten für Suche und Förderung von Öl und Gas, während der Raffinerie-Bereich schwächelt.
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Eine Tankstelle des österreichischen Konzerns in Wien. Quelle: Reuters
OMV

Eine Tankstelle des österreichischen Konzerns in Wien.

(Foto: Reuters)

WienHöhere Ölpreise und gestiegenen Produktionsmengen in Russland haben dem Wiener Öl- und Gaskonzern OMV Zuwächse bei Umsatz und operativen Ergebnis gebracht. Die Gewinne sprudelten aber nicht so stark wie von Analysten erwartet. Die OMV-Aktie verlor am Donnerstag rund ein Prozent auf 47,6 Euro.

Während das Geschäft mit der Suche und Förderung von Öl und Gas – unterstützt vom gestiegen Ölpreis und niedrigeren Produktionskosten – zulegte, schnitt der Raffinerie-Bereich schlechter ab. Das Unternehmen begründete dies mit einem schwächeren Marktumfeld sowie der Wartung einer Raffinerie, die das Ergebnis der rumänischen Tochter Petrol Ofisi drückte.

Der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (CCS Ebit) stieg auf 726 Millionen Euro von 662 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz legte um elf Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zu.

Unter dem Strich schrumpfte der Gewinn (CCS Überschuss) aufgrund höherer Steuern, negativer Währungseffekte sowie negativer Effekte aus der Absicherung des Ölpreises auf 272 Millionen Euro von 282 Millionen Euro. Die Steuerquote sei auf 49 Prozent von 35 Prozent gestiegen, weil ein höherer Anteil der Produktion aus stark besteuerten Ländern im Nahen Osten und Afrika stammte. Im Gesamtjahr soll die Steuerquote wieder sinken und um die 35 Prozent liegen.

Die geopolitischen Entwicklungen bereiteten vermehrt Sorgen, sagte Konzernchef Rainer Seele. Dazu zählen unter anderem die US-Sanktionen gegen den Iran, einem wichtigen Erdöllieferanten. Die OMV ist im Iran selbst zwar nicht aktiv, hat aber Absichtserklärungen für die Öl und Gasproduktion unterzeichnet.

An die von der EU-Kommission angekündigten Maßnahmen, um europäischen Firmen auch nach dem Ausstieg der Amerikaner aus dem Atomabkommen weiterhin Geschäfte mit dem Iran zu ermöglichen, glaubt Seele nicht. „Wir werden die Sanktionen einhalten müssen, europäische Schutzmechanismen für Projekte sehe ich nicht“, sagte Seele. Die OMV habe daher ihre Projekte in dem Land auf Eis gelegt.

Fortschritte sieht Seele beim Pipeline-Projekt Nord Stream 2. Die umstrittene Röhre soll russisches Gas über die Nordsee nach Europa bringen. „Das Projekt ist im Plan, die Arbeiten kommen gut voran“, sagte Seele. Mit Sanktionen rechnet die OMV trotz der lautstarken Kritik von US-Präsident Donald Trump nicht. Derzeit arbeite man an einer neuen Route, womit die noch ausstehende Genehmigung aus Dänemark umgangen werden solle.

Kritiker befürchten, dass sich Europa mit dem Bau der 1200 Kilometer langen Röhre von russischen Gasimporten abhängig mache. Diese Befürchtung weist Seele zurück.

Die OMV hat nach eigenen Angaben bisher knapp 500 Millionen Euro in das milliardenschwere Projekt gesteckt. Weitere Investoren sind die BASF-Tochter Wintershall, die E.ON-Abspaltung Uniper, der britisch-niederländische Konzern Royal Dutch Shell sowie die französische Engie.

Dass Europa wie von Trump gefordert künftig mehr Flüssiggas (LNG) importiert, glaubt er jedenfalls nicht: „Das amerikanische Gas ist einfach zu teuer“. Der Markt entscheide nach dem Preis. Die OMV biete ihren Kunden russisches Gas an, weil dieses am günstigsten sei. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hatte im Handelsstreit mit den USA zugesichert, dass Europa den USA künftig mehr LNG abnehmen werde.

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