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Energie

Ölförderer Energiekonzern Shell bricht mit der Erdöl-Lobby – wegen deren Klimapolitik

Ölkonzerne gelten nicht als Umweltschützer. Shell aber setzt nun ein Zeichen gegen den Klimawandel – und lässt einen US-Lobbyverband abblitzen.
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Der Shell-Chef fiel in der Vergangenheit schon öfter durch in seiner Branche ungewöhnliche Aussagen auf.  Quelle: Reuters
Ben van Beurden

Der Shell-Chef fiel in der Vergangenheit schon öfter durch in seiner Branche ungewöhnliche Aussagen auf. 

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDie American Fuel & Petrochemical Manufacturers (AFPM) ist einer der führenden Erdölverbände der Welt. Ob Exxon Mobil, Chevron, BP oder Total – die US-Lobbyisten versammeln die Granden der Branche um sich. Jetzt ist zum ersten Mal ein Riese aus dem Verband ausgetreten. 

Am Dienstagabend verkündete der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell seinen Rückzug aus der AFPM. Man werde seinen Vertrag, der noch bis zum Jahr 2020 läuft, nicht verlängern, so das Unternehmen. Grund seien „ernsthafte Abweichungen“ bei der Klimapolitik, heißt es in einem Bericht. Shell sei entschlossen das Klimaabkommen von Paris zu unterstützen und die dort festgehaltenen Ziele anzustreben. Der US-Verband AFPM indessen zeige keine Anzeichen, hier zu mitzuziehen.

In seinem „Industry Associations Climate Review“-Report hat Shell seine Zusammenarbeit mit verschiedenen Verbänden auf die Verträglichkeit der eigenen Klimapolitik hin geprüft. Neben dem AFPM wurden auch Mitgliedschaften bei anderen Lobbyverbänden hinterfragt. So zum Beispiel die Kooperation mit dem American Petroleum Institute oder der amerikanischen Handelskammer. 

Mit dem Bericht will Shell Transparenz beweisen und vor allem seine Investoren davon überzeugen, dass man die Klimaziele von Paris ernst nimmt. 

Weltweit wächst die Kritik an Ölkonzernen. Aktivisten und Investoren erhöhen durch immer neue Klagen den Druck auf die fossilen Giganten. Shell gab erst Ende des vergangenen Jahres einer grünen Investorengruppe nach und knüpft seine Manager-Boni zukünftig an das Erreichen der hauseigenen CO2-Ziele. 

Shell-CEO Ben van Beurden sticht schon länger mit scharfen Aussagen und harten Forderungen gegenüber seinen Konkurrenten aus der Öl- und Gasbranche heraus. Zuletzt hatte er die Branche überrascht, indem er das in mehreren Ländern angekündigte Verbot von Benzin- und Dieselmotoren in Neuwagen als „sehr willkommen und notwendig“ lobte. Dabei ist sein Unternehmen nicht nur einer der größeren Ölförderer, sondern betreibt auch zahlreiche Raffinerien und eines der größten Tankstellennetze der Welt.

„Der Bedarf, dringend auf den Klimawandel zu reagieren, ist durch das Pariser Klimaabkommen 2015 nur noch deutlicher geworden. Daraus resultierend haben sich die Erwartungen der Gesellschaft verändert, und die Ansichten von Shell haben sich ebenfalls weiterentwickelt“, schreibt van Beurden im Industry Associations-Report.

Shell investiert in grüne Energien

Zwischen Shell und der AFPM gab es bereits des Öfteren Meinungsverschiedenheiten. So spricht sich der US-Verband vehement gegen die Begrenzung der Freisetzung des Treibhausgases Methan ein. Während Shell US-Präsident Donald Trump erst im vergangenen Monat dazu aufforderte, das Gesetz nicht wie geplant aufzuweichen, sondern sogar zu verschärfen.

Die Aktion des Ölgiganten passt zum Wandel, den der Konzern vor wenigen Wochen offiziell ankündigte. So will Shell in den nächsten zehn Jahren zum weltgrößten Energiekonzern aufsteigen – und dabei auch jede Menge klimafreundlich hergestellten Strom anbieten.

Seit 2016 investiert Shell mit New Energy gezielt in alternative Kraftstoffe und grüne Energien. Pro Jahr will der Ölkonzern so ein bis zwei Milliarden Dollar in Ökounternehmen stecken. Im Februar gab Shell den Kauf des deutschen Solarstrompioniers Sonnen bekannt.

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