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Energie

Ölkonzern Aktionäre von Exxon Mobil drängen den Konzern zu mehr Nachhaltigkeit

Exxon-Investoren des Hedgefunds „Engine No.1“ setzen zwei neue Board-Mitglieder durch und fordern ein klimafreundliches Umdenken. Auch Shell und Chevron kassierten Schlappen.
27.05.2021 - 01:37 Uhr 1 Kommentar
Der CEO von Exxon Mobil muss den Investoren in Sachen Nachhaltigkeit entgegenkommen. Quelle: Reuters
Darren Woods

Der CEO von Exxon Mobil muss den Investoren in Sachen Nachhaltigkeit entgegenkommen.

(Foto: Reuters)

Der Mittwoch der 26. Mai wird als historischer Tag in die Geschichte der Ölkonzerne eingehen. Mit Shell, Chevron und Exxon sind gleich drei Konzerne gedrängt worden, ihre Emissionen stärker zu reduzieren. Bei Shell war es ein Gericht in Den Haag. Bei den US-Konzernen Chevron und Exxon Mobil waren es die eigenen Aktionäre.

Sowohl Chevron als auch Exxon hatten am Mittwoch ihre virtuelle Hauptversammlung und mussten sich dort den Forderungen der Anleger beugen. Bei Exxon konnten die aktivistischen Investoren des Hedgefunds „Engine No.1“ in einer dramatischen Auszählung mindestens zwei ihrer vier Kandidaten für den Aufsichtsrat durchsetzen. Beide Kandidaten können lange Erfahrung mit erneuerbaren Energien vorweisen. Für den Vorstandsvorsitzenden Darren Woods ist das ein schwerer Schlag. 

Bei Chevron stimmte eine deutliche Mehrheit der Aktionäre dafür, dass der Konzern die Emissionen seiner Kunden reduzieren soll. Eine entsprechende Resolution hatte die SEC auf Antrag von NGOs auf die Tagesordnung setzen lassen.

Vor allem für die amerikanischen US-Öl-Riesen ist dieser Druck Richtung erneuerbare Energien völliges Neuland. Anders als ihre europäischen Kollegen haben sie sich in der Vergangenheit kaum auf erneuerbare Energien umgestellt.

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    Nicht zuletzt wegen der schützenden Hand des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump konnten sie sich weiter auf ihre fossilen Brennstoffe fokussieren. Doch mittlerweile haben sie es nicht nur im Weißen Haus mit einem neuen Präsidenten zu tun, der sich die Klimawende ins Programm geschrieben hat. Auch immer mehr Aktionäre lassen den Einfluss ihrer Millionen und Milliarden spielen, um auf nachhaltigeres Wirtschaften der Ölkonzerne zu pochen.

    Bei Exxon unterstützen mächtige Pensionsfonds die aktivistischen Investoren

    Bei Exxon ist es ein erst vor einem halben Jahr gegründete Hedgefonds, der dem Management von Exxon Mobil seit Monaten das Leben schwer macht. Hinter dem Fonds stehen keine Ökoaktivisten, sondern erfahrene Finanzprofis: der Tech-Investor Chris James und Charles Penner, der Anfang 2018 mit dem Investmentfonds Jana Partners gegen Apple mobil gemacht hatte, weil iPhones zu sehr abhängig machten.

    „Engine No. 1“ hat sich nachhaltiges Investieren zum Ziel gesetzt und fordert, dass Exxon stärker auf erneuerbare Energien setzt, um langfristig profitabel zu sein. Schließlich hat der Ölkonzern zuletzt weder bei alternativen Energien gepunktet, noch besonders gute Ergebnisse mit den fossilen Brennstoffen erwirtschaftet. Der Aktienkurs liegt heute trotz der jüngsten Erholung weit unter dem von vor acht Jahren, als Exxon Mobil das wertvollste Unternehmen im Dow-Jones-Index war.

    „Engine No.1“ zählt zwar mit einem Investment von nur 50 Millionen Dollar oder 0,02 Prozent der Anteile nicht zu den großen Aktionären bei Exxon, hat aber mächtige Verbündete unter den Pensionsfonds gewonnen. Unter anderem haben die kalifornischen Pensionsfonds der öffentlichen Angestellten Calpers und CalSTRS und der New York State Common Retirement Fund die Anliegen von „Engine No.1“ unterstützt.

    „Diese historische Abstimmung repräsentiert den Wendepunkt für Unternehmen, die nicht auf die Energiewende vorbereitet sind“, teilte CalSTRS mit, der die Pensionsfonds der kalifornischen Lehrer verwaltet. „Während Exxon Mobils Aufsichtsratswahl die erste eines US-Konzerns war, die sich auf die globale Energiewende konzentriert hat, wird es nicht die letzte bleiben“.

    Dramatische Abstimmung bei Exxon

    Dabei gestaltete die Abstimmung sich zum Teil dramatisch. Exxon hat die HV zwischenzeitlich sogar unterbrochen, um den Aktionären eine weitere Stunden zu geben, um ihre Stimmen einzureichen. Eine Taktik, die die aktivistischen Investoren von Engine No.1 anprangerten: „Mit der Verzögerung der Auszählung, nutzt Exxon Mobil seine Konzern-Maschinerie lieber für seine eigenen Zwecke, als für die der Aktionäre“, kritisierten sie in einer Stellungnahme.

    Exxon lehnt es bisher ab, in alternative Energien wie Wind und Solar zu investieren. Das Management betonte dagegen auch am Mittwoch, seine drei Milliarden Dollar Investitionen in Carbon Capture zu stecken – eine Technologie, die CO2 einfangen und damit unschädlich machen soll. Den aktivistischen Investoren geht das nicht weit genug.

    Der Aufstand der Aktionäre in den USA kam am gleichen Tag wie das Gerichtsurteil gegen Shell in Europa. Der Öl- und Erdgaskonzern Shell muss seine Kohlendioxid-Emissionen erheblich stärker senken als bislang geplant. Das hat am Mittwoch ein Gericht in Den Haag entschieden. Dort hatte der britisch-niederländische Konzern überraschend deutlich einen großen Klima-Prozess gegen Umweltschutzorganisationen verloren. 

    Shell müsse den Ausstoß von CO2 bis 2030 um netto 45 Prozent im Vergleich zu 2019 senken, erklärte das Gericht. Nach dem Urteil ist Shell zum Klimaschutz verpflichtet, das gelte für die eigenen Unternehmen ebenso wie für Zulieferer und Endabnehmer.

    Mehr: Investoren wollen grüne Wende der Ölkonzerne erzwingen

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    1 Kommentar zu "Ölkonzern: Aktionäre von Exxon Mobil drängen den Konzern zu mehr Nachhaltigkeit"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Da kann man jetzt endlich hoffen, dass Exxon bald die Finanzierung des pseudowissenschaftlichen Thinktanks namens "The Heartland Institute" einstellt.
      Siehe:
      https://de.wikipedia.org/wiki/The_Heartland_Institute

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