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Energie

Ölkonzern Gewinn von Saudi Aramco bricht ein – doch die Dividende ist sicher

Der weltgrößte Ölkonzern büßt massiv bei Umsatz und Profit ein. Dennoch zahlt er Dividenden höher als die Erträge. Dafür gibt es einen Grund.
21.03.2021 Update: 21.03.2021 - 12:26 Uhr 1 Kommentar
Amin Nasser nennt die Finanzlage des Konzerns „robust“. Quelle: Reuters
Aramcos CEO

Amin Nasser nennt die Finanzlage des Konzerns „robust“.

(Foto: Reuters)

Dubai Ölriese Saudi Aramco meldet für 2020 einen starken Gewinneinbruch: So schloss der weltgrößte Ölkonzern mit 30,5 Prozent weniger Umsatz und sogar 44,4 Prozent weniger Gewinn das Corona-Krisenjahr ab.

Dennoch plant der Konzern 75 Milliarden Dollar Dividende für das Gesamtjahr auszahlen, nur eine Milliarde weniger als der gesamte Cashflow des Jahres. Der freie Cashflow lag sogar bei nur noch 49 Milliarden Dollar. Damit lebt Aramco weiter aus der Substanz.

Dennoch legten die Aktien des Ölförderers und -verarbeiters an der Heimatbörse in der Hauptstadt Riad, Tadawul, um 0,43 Prozent auf 35,40 Dollar zu. Der Grund: Analysten hatten noch schlimmere Zahlen befürchtet. Außerdem halten große staatliche Beteiligungsfirmen auch einen beträchtlichen Anteil des Free Float genannten Anteils frei handelbarer Aktien. Dem Staat gehören ohnehin noch 98 Prozent des Konzerns.

Allerdings will das Königreich weitere Anteile seines Kronjuwels an die Märkte bringen. Das hatte Kronprinz Mohammed bin Salman auf dem Wirtschaftsforum in Riad (FII) vor zwei Monaten angekündigt. Er fügte jedoch hinzu: Die Märkte müssten es zulassen und die Konjunktur günstig sein.

Wie in Deutschland die Telekom hat Saudi Aramco Anlegern von Anfang an zugesagt, jährlich 75 Milliarden Dollar an Dividenden zu zahlen. So wurde ihnen das Papier schmackhaft gemacht. Am stärksten profitiert der Staat als größter Aktionär von den hohen Dividenden, die der Konzern über Anleihen finanziert.

2020 stieg die Verschuldung so weiter, obwohl Aramcos Fremdkapitalquote nach Berechnungen von Analysten weiter deutlich unter denen von „Big Oil“ bleibt. Zum Vergleich: Die „fünf Schwestern“ genannten westlichen Ölriesen – Exxon Mobil, BP, Shell, Chevron und Total – verzeichneten 2020 zusammen einen Rekordverlust von 76 Milliarden Dollar. Der größte Teil dieses Verlusts sei durch Wertminderungen und Abschreibungen von Vermögenswerten verursacht worden, die auf rund 69 Milliarden US-Dollar geschätzt werden.

Doch laut dem Ölexperten Cyril Widdershoven von der niederländischen Beratungsfirma Verocy sowie Global Head Strategy and Risk beim Berry Commodities Fund, seien die Nettoverluste für die Aktionäre „die eigentliche Sorge“: Exxon Mobil verzeichnete einen Verlust von 22,4 Milliarden Dollar, Shell und BP einen Verlust von mehr als 20 Milliarden Dollar und Total und Chevron einen Nettoverlust von fünf bis sechs Milliarden Dollar.

Die Jahresbilanz veröffentlichte der Ölriese nun fast ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie. Quelle: Reuters
Saudi Aramco

Die Jahresbilanz veröffentlichte der Ölriese nun fast ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie.

(Foto: Reuters)

Aramcos CEO Amin Nasser unterstrich bei der Vorlage der Zahlen am Sonntag vor Öffnung des Tadawul-Handels: „Da die enormen Auswirkungen von Covid-19 auf die gesamte Weltwirtschaft zu spüren waren, haben wir unsere starke Betonung auf Kapital und betriebliche Effizienz verstärkt.“ Deshalb sei die Finanzlage des Konzerns „robust und wir haben für 2020 eine Dividende von 75 Milliarden Dollar beschlossen“.

Das Unternehmen habe „trotz der makroökonomischen Auswirkungen von Covid-19 eine außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit“ bewiesen, kommentierte Nasser die Zahlen. 2019, als ein Drohnenangriff aus dem Jemen auf Aramcos wichtigste Ölanlagen diese wochenlang stilllegte, hatte der Gewinn bei 88,2 Milliarden Dollar gelegen. Im Jahr zuvor waren es sogar 111,1 Milliarden Dollar.

Zehn  Prozent der globalen Ölförderung

Insgesamt habe der Ölgigant im abgelaufenen Jahr durchschnittlich 12,4 Millionen Barrel Kohlenwasserstoffe gefördert, davon 9,2 Millionen Tonnen Rohöl. Das sind fast ein Zehntel des weltweiten Ölbedarfs.

Aramco sieht inzwischen bessere Zeiten kommen durch eine Verbesserung des makroökonomischen Umfelds, die Belebung der Nachfrage in Asien und positive Anzeichen in anderen Regionen. Der Konzern wolle „auf der anderen Seite dieser Pandemie in einer Position der Stärke auftauchen“, sagte CEO Nasser. Dazu würde eine langfristige Strategie zur Optimierung des Öl- und Gasportfolios umgesetzt.

Diese sieht vor, verstärkt neben Öl auch die Förderung und Nutzung von Gas voranzutreiben. Zudem setzt der Konzern zunehmend auch auf die Produktion von Wasserstoff, wozu es aber seine fossilen Rohstoffe bisher einsetzt und Ammoniak zur Rückumwandlung in Wasserstoff exportiert. Aber Aramco hat auch Investitionen in erneuerbare Energien angekündigt, um „grünen“ Wasserstoff statt bisher nur „blauen“ zu produzieren.

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Aramco will im laufenden Jahr seine Investitionen wieder deutlich auf 35 Milliarden Dollar erhöhen. 2020 waren diese von 33 auf 27 Milliarden Dollar gesenkt worden. Allerdings hatten Analysten für dieses Jahr mit eher 45 Milliarden Dollar Investitionen gerechnet.

Für seinen Ausbau begibt der Konzern immer neue Anleihen, kann sich aber vor Bond-Käufern kaum retten trotz der Diskussionen um Investitionen in Ölkonzerne angesichts von Energiewende und Klimawandel: Zuletzt war eine auf 50 Jahre laufende Aramco-Anleihe zehnfach überzeichnet.

Wie Börse und Ölpreis reagieren

Vor einem Jahr lag der Aktienkurs noch bei 28,60 Dollar, was einen Anstieg um fast ein Viertel bedeutet. Der saudische Leitindex TASI, in dem Aramco ein Schwergewicht ist, stieg binnen eines Jahres um neun Prozent. Beim erstmaligen Börsengang (IPO) von zwei Prozent der Anteile waren im Dezember 2019 die Aktien für 8,50 Dollar ausgegeben worden.

Allerdings war der Ölpreis vor einem Jahr auch schon massiv auf Talfahrt wegen des Corona-bedingten weltweiten Konjunkturabschwungs und lag bei 29,29 Dollar für ein Barrel der Nordseesorte Brent. Die Citigroup geht in einer am Freitag veröffentlichten Ankündigung von 60 Dollar im Jahresdurchschnitt aus. Am Freitag notierte Brent bei 62,95 Dollar je Barrel (159 Liter). In der Woche zuvor hatte Öl sogar sein Zweieinhalbjahreshoch von etwa 70 Dollar erreicht.

Mehr: Saudi-Arabien will weltgrößter Exporteur von Wasserstoff sein – und Deutschland als Partner gewinnen

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  • König ÖL verliert an Macht und Einfluss. Es stehen bessere Alternativen bereit. Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hat im Januar 2021 in einer  von Daimler Benz beauftragten Studie die Effizienz der Technologie und  die im Patent deklarierten Eigenschaften der Neutrino-Voltaik bestätigt. Der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlichte dazu kürzlich: "Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters"  Er begründet eindringlich, die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie. Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind bereit. Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos basiert auf neueste Forschungsergebnisse. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Sie sind in der Lage, sowohl Geräte als auch einzelne Haushalte und Elektroautos ohne Anschluss an eine zentrale Stromversorgung mit Strom zu speisen. Mobile und dezentrale Haushaltsenergie sowie unendliche Reichweiten für die Elektromobilität werden unser Leben weltweit positiv wandeln. Es kann Losgehen - Indien hat eine Milliarden Investition gezeichnet für den Bau von Neutrino Picars - Es wird nicht Aufzuhalten sein und einige Branchen werden sich Umstrukturieren müssen. Die Ausbeutung der Erde muss ein Ende haben.

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