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Energie
Stahlrohre für Nord Stream 2

Das Projekt ist noch immer heftig umstritten.

(Foto: dpa)

Ölkonzern OMV-Chef pocht auf Nord Stream 2

OMV-Chef Rainer Seele verteidigt die Gas-Pipeline durch die Ostsee. Deutsche Politiker kritisieren das Milliardenprojekt als unsolidarisch.
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WienBereits 324 Millionen Euro hat der Öl- und Gaskonzern OMV in die umstrittene Gas-Pipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland investiert. Dieses Geld will Österreichs größter Konzern nicht in den Sand setzen und fordert den Bau der Gas-Pipeline durch die Ostsee.

An die Adresse der EU-Kommission sagte OMV-Chef Rainer Seele am Mittwoch: „Nicht Investitionen verhindern, sondern fördern.“ Die Brüsseler EU-Exekutive steht dem Milliardenprojekt, an dem unter anderen die Energiekonzerne Gazprom, OMV sowie die BASF-Tochter Wintershall beteiligt sind, skeptisch gegenüber.

Der frühere Wintershall-Chef Seele ist davon überzeugt, dass die neue Bundesregierung ihre bisherige Haltung für Nord Stream 2 nach der Regierungsbildung nicht aufgeben wird. „Ich gehe davon aus, dass sich die Haltung nicht verändert hat“, sagte der Vorstandschef bei der Vorlage seiner Jahresbilanz in Wien am Mittwoch.

Doch auf politischem Feld werden die Kritiker der Ostsee-Pipeline immer lauter. Führende Abgeordnete von CDU, CSU, Grünen und FDP kritisierten zuletzt Nord Stream 2. „Europäische Energiepolitik und Solidarität mit unseren Nachbarn sprechen gegen Nord Stream“, schreibt die Gruppe in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Zu den Unterzeichnern gehören die Europapolitiker Manfred Weber (CSU), Reinhard Bütikofer (Grüne) und Nadja Hirsch (FDP) sowie die Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen (CDU), Oliver Krischer (Grüne) und Michael Link (FDP).

Noch-Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) verteidigte unterdessen die positive Haltung der Bundesregierung gegen die Kritiker in Osteuropa und den USA. Es sei keine politische Aufgabe, den Unternehmen vorzuschreiben, woher sie ihr Gas bezögen, sagte der frühere Wirtschaftsminister. Gabriel kritisierte, dass die EU-Kommission die geplante Pipeline politisiere.

Das sieht auch OMV-Chef Rainer Seele ähnlich. „Jede neue Kapazität führt zu mehr Energiesicherheit in Europa und stärkt den Wettbewerb“, beteuerte er. Der Ölmanager kritisierte indirekt osteuropäische Länder wie die Ukraine, Slowakei und Polen, die nur um ihre Durchleitungsgebühren fürchten würden. In OMV-Kreisen ist die Rede davon, dass insbesondere die USA die neue Ostsee-Pipeline in Europa bekämpfen, um mehr Flüssiggas in die EU verkaufen zu können.

Nord Stream 2 soll bis Ende 2019 fertig gestellt werden. Die zweite Ostsee-Pipeline verfügt über eine Kapazität von stolzen 55 Milliarden Kubikmetern. Das entspricht einer Verdoppelung der bisherigen Kapazitäten. Mit Nord Stream 2 kann Deutschland, aber auch Österreich und Tschechien die unsichere Route durch die Ukraine umgehen.

Dem im Herbst 2015 gegründeten Konsortium gehören die Energieunternehmen Gazprom, Uniper, Wintershall, Shell, OMV und Engie an.

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