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Energie

Ölpreis auf Drei-Jahres-Hoch Big Oil dreht wieder auf

Der US-Ölpreis ist auf den höchsten Stand seit Ende 2014 geklettert. Das beflügelt die zuletzt stark gebeutelten Schwergewichte der Ölindustrie. In diesem Jahr könnte die Geldmaschine „Big Oil“ wieder richtig rund laufen.
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Ein Arbeiter betreibt Ventile auf dem Ölfeld Nihran Bin Omar nördlich von Basra. Quelle: dpa
Ölfeld im Irak

Ein Arbeiter betreibt Ventile auf dem Ölfeld Nihran Bin Omar nördlich von Basra.

(Foto: dpa)

Irving/San RamonDer Absturz der Ölpreise hat Ölmultis wie ExxonMobil oder Chevron in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Die texanischen Branchenriesen legten zwischenzeitlich die schwächsten Bilanzen seit der Jahrtausendwende vor und strichen ihre Ausgaben massiv zusammen, um dem Abschwung etwas entgegenzusetzen. Inzwischen haben sich die Ölpreise aber ganz gut erholt.

Getrieben von einem überraschend starken Rückgang der US-Lagerbestände steigt der Ölpreis wieder deutlich an. Am Mittwochmorgen stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Februar um 50 Cent auf 63,46 US-Dollar. Zeitweise erreichte der US-Ölpreis bei 63,53 Dollar den höchsten Stand seit Ende 2014. Brent-Öl aus der Nordsee blieb mit 69,26 Dollar auf Tuchfühlung mit seinem Zweieinhalb-Jahres-Hoch vom Dienstag. Neben den US-Lagerdaten treibe die Förderbremse der großen Export-Staaten die Preise, sagt Analyst William O'Laughlin vom Anlageberater Rivkin.

2018 dürfen sich die Konzerne daher Hoffnung auf ein fulminantes Comeback machen. „Der WTI-Preis wird auf über 80 Dollar steigen“, prognostiziert Byron Wien, Vizechef der Vermögensverwaltung bei der New Yorker Investmentfirma Blackstone. WTI steht für West Texas Intermediate, die Referenzsorte für US-Rohöl, an dem die Geschäfte von Unternehmen wie Exxon und Chevron hängen. Wiens Vorhersage für 2018 ist zwar recht optimistisch, aber auch nicht so weit hergeholt.

„Der Preis wird wegen des anhaltenden Wachstums der Weltwirtschaft und unerwartet hoher Nachfrage aus Entwicklungsländern weiter steigen“, meint auch Vermögensverwalter Wien. Als weitere Gründe für einen stabilen Aufwärtstrend führt der 84-jährige Finanzmarkt-Veteran neben sinkenden Lagerbestände an, dass die Opec-Länder und Russland sich an die vereinbarten Förderkürzungen halten werden.

Der Experte geht davon aus, dass das Ölpreiskartell mit Saudi-Arabien an der Spitze nach dem für beide Seiten schmerzhaften Wettpumpen mit der US-Fracking-Industrie auf Disziplin setzt. Der Kampf um Marktanteile zwischen den Scheichs und den boomenden US-Schieferölproduzenten gilt als Hauptgrund für das massive Überangebot an Öl und den Preisverfall der vergangenen Jahre.

Investment-Urgestein Wien ist bei Weitem nicht der einzige Finanzprofi, der einen anhaltenden Aufschwung am Ölmarkt erwartet. Obwohl die Ölpreise in den letzten sechs Monaten schon um rund ein Drittel geklettert sind, setzen Hedgefonds und andere Großanleger in großem Stil auf weitere Anstiege. Laut Ole Hansen, dem Rohstoff-Chefstrategen der Saxo Bank, haben entsprechende Finanzwetten in den vergangenen Wochen bereits ein Rekordniveau erreicht.

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