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Energie

Pacific Gas & Electric Größter US-Energieversorger muss nach Waldbränden Insolvenz anmelden

Schlecht gewartete Technik des Konzerns soll mehrere Feuer ausgelöst haben. Nun drohen milliardenschwere Schadensersatzforderungen.
Update: 14.01.2019 - 15:29 Uhr 1 Kommentar
Fehlerhafte Ausrüstung von PG&E soll zahlreiche Brände ausgelöst haben. Quelle: Reuters
Waldbrand im November

Fehlerhafte Ausrüstung von PG&E soll zahlreiche Brände ausgelöst haben.

(Foto: Reuters)

San Francisco Der US-Energieversorger Pacific Gas & Electric (PG&E) hat angekündigt, Insolvenz anzumelden. Das Unternehmen aus San Francisco ist durch die Schäden der Waldbrände in Kalifornien in den vergangenen Jahren finanziell schwer angeschlagen. Konzernchefin Geisha Williams war am Sonntag zurückgetreten.

PG&E hat laut einer Mitteilung an die Börse angekündigt, am 29. Januar Antrag auf Gläubigerschutz anzumelden, wenn eine gesetzlich vorgeschriebene 15-tägige Ankündigungsfrist abläuft. Die Versorgung der Kunden mit Strom und Erdgas sei durch den Schritt nicht gefährdet.

Der Konzern ist seit drei Monaten in einer schweren Krise. Ermittler prüfen derzeit, ob die Ausrüstung des Unternehmens den massiven Waldbrand in Nordkalifornien im November, das sogenannte Camp Fire, ausgelöst haben. Mindestens 86 Menschen kamen dabei ums Leben, 62.000 Hektar Land wurden vernichtet. Mehrere Brandopfer hatten Klage eingereicht.

Der Konzern betreibt Tausende Kilometer von Stromtrassen, die laut Medienberichten teils veraltet sind. Zudem soll PG&E die Vegetation entlang der Leitungen nicht ausreichend zurückgeschnitten haben, sodass Funken schnell auf ausgetrocknete Bäume oder Sträucher gelandet sein könnten.

Bereits bei vorangegangenen Bränden hatten die Behörden schlecht gewartete Technik des Konzerns verantwortlich gemacht. PG&E könnte damit laut Mitteilung für Schäden von mehr als 30 Milliarden Dollar (rund 26 Milliarden Euro) haftbar gemacht werden.

In der Kasse hat das Unternehmen allerdings nur etwa 1,5 Milliarden Dollar. Seit November hat der Aktienkurs zwei Drittel an Wert verloren, die Anleihen von PG&E wurden auf „Ramsch“-Niveau abgestuft. Der Insolvenzantrag sei nun „die einzig gangbare Option, um die finanzielle Stabilität von PG&E wiederherzustellen.“ Die Politik des Bundesstaats prüft nun Rettungsmaßnahmen oder eine Zerschlagung des Konzerns.

Seit Sonntag sucht das Unternehmen auch nach einem Nachfolger für die 57-jährige Firmenchefin Williams, die seit März 2017 im Amt war. Die Tochter kubanischer Flüchtlinge gehörte zu den wenigen weiblichen Vorstandschefs der US-Wirtschaft. Übergangsweise übernimmt Justiziar John Simon ihren Posten. Zuvor hatten bereits drei weitere hochrangige Manager das Unternehmen verlassen.

PG&E beliefert in Kalifornien 5,4 Millionen Kunden mit Strom und 4,3 Millionen mit Erdgas. Mehr Kunden hat kein Energieunternehmen in den USA.

  • opl
  • Bloomberg
  • rtr
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1 Kommentar zu "Pacific Gas & Electric: Größter US-Energieversorger muss nach Waldbränden Insolvenz anmelden"

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  • Früher war es meine feste Überzeugung, bis zum letzten Akt auf Verschleiß fahren, dass können nur die sozialistischen-kommunistischen Länder. Weit gefehlt. In der Mutter der kapitalistischen Welt erhielt dieses Phänomen spätesten Einzug, seitdem sich alles nur noch ausschließlich um kurzfristigen! Shareholder-Value dreht. Auch wenn es Unternehmen zur Sicherung der Grundversorgung sind. Da wird auch aus diesen Unternehmen rausgepresst was nur geht. Als ich kürzlich auf Hawaii (Big-Island) eine alte große Industriebrache mitten in der Pampa entdeckte, entpuppte sich diese bei näherem Hinsehen als voll? operativ tätiges Kraftwerk für die Stromerzeugung. Dieses Bild eröffnete mir sinnbildlich das wofür die teilweise vollkommen marode Infrastruktur in den USA steht. Und PG&E ist vermutlich schon seit Jahren ein Zombie. Vielleicht hat sich deshalb niemand anderes bei PG&E für den CEO Posten finden lassen. Exilkubane Wurzeln und dazu noch eine Frau? Das konnte ja nicht gut gehen. ( Sarkastisch ! ) Nachrichten dieser Art werden wir in der Zukunft leider des öfteren lesen.

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