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Energie

Petrobras Brasiliens Ölkonzern macht Milliardenverlust

Brasiliens größtes Unternehmen schreibt das zweite Jahr in Folge rote Zahlen. Die gefallenen Ölpreise und Nachwehen einer Korruptionsaffäre ziehen auch den Börsenwert von Petrobras herunter.
Update: 22.03.2016 - 07:51 Uhr
Zentrale des staatlichen Ölriesen in Rio de Janeiro: Petrobras meldet für das vierte Quartal einen hohen Verlust. Quelle: dpa
Petrobras

Zentrale des staatlichen Ölriesen in Rio de Janeiro: Petrobras meldet für das vierte Quartal einen hohen Verlust.

(Foto: dpa)

Rio de Janeiro Der von einem Korruptionsskandal erschütterte brasilianische Erdölkonzern Petrobras hat 2015 einen Rekordverlust verbucht. Das staatlich kontrollierte Unternehmen meldete bei der Bilanzvorlage für das vergangene Jahr am Montag einen Fehlbetrag von 35 Milliarden Reais (8,6 Milliarden Euro). Wie das größte Unternehmen Brasiliens mitteilte, trugen Abschreibungen infolge der gefallenen Ölpreise, schlechte Bewertungen durch Rating-Agenturen und die Abwertung der Währung des Schwellenlandes zum negativen Ergebnis bei.

2014 hatte Petrobras ein Minus von umgerechnet 6,7 Milliarden Euro verzeichnet. Vor dem Ausbruch des Skandals konnte der Konzern 2013 noch einen Gewinn von umgerechnet 7,3 Milliarden Euro erzielen.

Der Kurs der Vorzugsaktien von Petrobras brach 2015 um 33 Prozent ein, während die Stammaktien 11 Prozent ihres Wertes verloren. Der Börsenwert fiel damit von 126 auf 101 Milliarden Reais (knapp 25 Milliarden Euro), wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.

Im laufenden Jahr erholten sich die Aktien bisher wieder um 21 Prozent, der Börsenwert des Konzerns stieg auf 122 Milliarden Reais (30 Milliarden Euro). Zum Vergleich: Im Jahr 2008 war Petrobras noch 510 Milliarden Reais wert (damals etwa 150 Milliarden Euro).

Petrobras hat eine Kürzung der Investitionspläne um 25 Prozent für die Jahre 2015 bis 2019 angekündigt, um der zunehmenden Verschuldung entgegenzuwirken. Unter anderem sollen Ölfelder in Argentinien verkauft werden. Die neue Raffinerie Comperj in Rio de Janeiro mit einer Kapazität von täglich 165.000 Barrel (je 159 Liter) soll erst 2023 in Betrieb genommen werden. Der Plan war ursprünglich, den 2008 begonnenen Bau 2016 einzuweihen.

Die Ermittlungen der Justiz wegen der Zahlung von Schmiergeldern im Gegenzug für Petrobras-Aufträge betreffen hohe Ex-Manager des Erdölkonzerns, die Spitzen der 11 größten brasilianischen Bauunternehmen sowie zahlreiche Politiker der regierenden Arbeiterpartei (PT) und ihrer Koalitionspartner. Die Ermittler schätzen die Verluste von Petrobras aufgrund der Korruptionsaffäre auf 43 Milliarden Reais (10 Milliarden Euro).

  • dpa
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