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Energie

Preisverfall Rohstoff-Riese Glencore schreibt rot

Weil die Preise für wichtige Rohstoffe stark gesunken sind, macht der Schweizer Konzern Glencore Verluste. Die Schweizer wollen nun Investitionen kürzen – und die Aktionäre mit einer Dividende bei Laune halten.
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Der Konzern mit Sitz in der Schweiz hat sich vom Rohstoffhändler zum Rohstoffproduzenten entwickelt. Quelle: Reuters
Zinnproduktion von Glencore in Bolivien

Der Konzern mit Sitz in der Schweiz hat sich vom Rohstoffhändler zum Rohstoffproduzenten entwickelt.

(Foto: Reuters)

Zürich Wenn China hustet, hat die Rohstoff-Industrie die Grippe. Aufgrund der massiv gesunkenen Preise für Rohwaren wie Zink, Aluminium oder Öl ist der Rohstoff-Konzern Glencore im ersten Halbjahr mit 676 Millionen Dollar in die roten Zahlen gerutscht; im Vorjahr verbuchte der in der Schweiz beheimatete Konzern noch einen Überschuss von 1,7 Milliarden Dollar.

Das bereinigte Ergebnis, das Sonderaufwand ausblendet, sank um 56 Prozent auf 882 Millionen Dollar (Vorjahr: rund zwei Milliarden Dollar). Das ist immerhin noch mehr als Analysten erwartet hatten, laut Bloomberg hatten sie bei dieser Kennzahl im Schnitt mit 711 Millionen Dollar gerechnet.

Die Preise für Rohstoffe sind nicht nur beim Öl in diesem Jahr massiv gesunken. Der Preis für Kupfer liegt zum Beispiel nahe eines Sechs-Jahres-Tiefs. Hauptgrund hierfür ist der gesunkene Hunger nach Rohstoffen in China. Das Land allein verbraucht rund 40 Prozent der weltweiten Kupfer-Förderung und fast die Hälfte der Aluminium-Produktion.

„Vor dem Hintergrund eines herausfordernden Preisrutsches bei vielen unserer Rohwaren haben wir eine Reihe vorsorglicher Schritte eingeleitet“, erklärte Glencore-Boss und Großaktionär Ivan Glasenberg. So verkauft der Konzern Minen-Beteiligungen und kürzt seine Investitionen.

So schmieren die Aktien der Goldminen-Betreiber ab

SIBANYE GOLD LTD. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
ZAE000173951
Börse
L&S

-0,03 -2,44%
+1,17€
Chart von SIBANYE GOLD LTD. REGISTERED SHARES O.N.
Platz 10
1 von 10

Platz 10: Sibanye Gold

Sibanye Gold ist ein südafrikanischer Gold-Produzent und der zehngrößte der Welt. Im vergangen Jahr betrug der Output 49,4 Tonnen. Im Vergleich zu 2013 ist das eine Steigerung um 4,9 Tonnen. Allerdings geht der Goldpreis-Verfall auch an Sibanye nicht spurlos vorbei. In den vergangenen drei Monaten sackten die Aktien um über 38 Prozent ab. Zusätzlich belasten Sibanye Lohnverhandlungen und drohende Streiks der Minenarbeiter. Einziger Lichtblick ist der schwache Rand, der die Kosten südafrikanischer Gold-Produzenten 2014 um vier Prozent gesenkt hat.

Output: 49,4 Tonnen
Marktkapitalisierung: 1,51 Milliarden US-Dollar
Kursentwicklung (seit dem 1. Januar 2015): - 22,4 Prozent

Polyus Gold International Ltd

WKN
ISIN
JE00B5WLXH36
Börse
n. a.

Chart von Polyus Gold International Ltd
Platz 9: Polyus Gold
2 von 10

Russlands größter Gold-Produzent hat 2014 rund 52,8 Tonnen Gold gefördert. Die Steigerung zu 2013 hält sich aber mit 1,5 Tonnen in Grenzen. 2015 laufen die Geschäfte ebenfalls alles andere als rund. Die Einnahmen aus den Goldverkäufen sanken im zweiten Quartal des laufenden Jahres um acht Prozent auf 485 Millionen Dollar. Dementsprechend schwach laufen die an der Londoner Börse verzeichneten Aktien von Polyus Gold. In den vergangenen drei Monaten verloren die Papiere 11,5 Prozent.

Output: 52,8 Tonnen
Marktkapitalisierung: 8,23 Milliarden US-Dollar
Kursentwicklung: - 4,8 Prozent

GOLD FIELDS LTD. REGISTERED SHARES RC -,50

WKN
ISIN
ZAE000018123
Börse
L&S

+0,23 +4,61%
+5,12€
Chart von GOLD FIELDS LTD. REGISTERED SHARES RC -,50
Platz 8: Gold Fields
3 von 10

Der südafrikanische Gold-Produzent besitzt acht Minen in Australien, Ghana, Peru und Südafrika. Der Output der Minen betrug im vergangenen Jahr 63,6 Tonnen. Damit belegt Gold Fields hinsichtlich des Fördermenge den achten Platz im Ranking der größten Gold-Produzenten und setzt sich damit vor Polyus Gold, dass bezüglich der Marktkapitalisierung mehr als drei Mal so groß ist. An den Aktienmärkten sieht es allerdings weniger rosig aus. Seit Jahresanfang beträgt das Minus knapp 30 Prozent.

Output: 63,6 Tonnen
Marktkapitalisierung: 2,38 Milliarden US-Dollar
Kursentwicklung: - 27,1 Prozent

Platz 7: Navoi MMC

WKN
ISIN
Börse

Chart von Platz 7: Navoi MMC
Platz 7: Navoi MMC
4 von 10

(kein Chart, weil nicht an Aktienmärkten notiert)

Das 1958 gegründete usbekische Staatsunternehmen hat Schätzungen zufolge im vergangenen Jahr 73 Tonnen Gold hervorgebracht. Im Vergleich zu 2013 konnte der Output um 2,5 Tonnen gesteigert werden. Insgesamt beschäftigt Navoi MMC 67.000 Mitarbeiter. 2011 lag Umsatz bei 3,5 Milliarden Dollar.

Output: 73,0 Tonnen

NEWCREST MINING LTD. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
AU000000NCM7
Börse
L&S

+0,19 +0,89%
+21,09€
Chart von NEWCREST MINING LTD. REGISTERED SHARES O.N.
Platz 6: Newcrest Mining
5 von 10

Der asiatische und westafrikanische Raum gehört zu den Operationsgebieten von Newcrest Mining. Neben Minen im australischen Heimatmarkt betreibt der Gold-Produzent unter anderem Minen in Papua New Guinea, Indonesien und der Elfenbeinküste. Der Fördermenge betrug im Vorjahr 72,4 Tonnen. 2013 lag sie noch bei 73,5 Tonnen. Ungünstige Währungsverhältnisse senken die Anreize bei Newcrest Mining mehr Gold zu fördern. „Der Goldpreis in australische Dollar fällt sehr viel schneller als der australische Dollar. Das ist es, was die Gold-Produzenten belastet“, erklärt der australische Rohstoffexperte David Lennox. Die Aktien von Newcrest Mining halten sich vor diesem Hintergrund erstaunlich robust. Seit Jahresanfang gehören die Papiere des Konzerns zu den wenigen Gold-Produzenten, deren Wert zugelegt hat.

Output: 72,4 Tonnen
Marktkapitalisierung: 7,12 Milliarden US-Dollar
Kursentwicklung: + 9,0 Prozent

KINROSS GOLD CORP. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
CA4969024047
Börse
L&S

-0,06 -1,35%
+4,22€
Chart von KINROSS GOLD CORP. REGISTERED SHARES O.N.
Platz 5: Kinross Gold
6 von 10

Der kanadische Gold-Produzent fördert das Edelmetall in Kanada, den USA, Russland, Brasilien, Chile, Ghana und Mauretanien. Im Vergleich zu 2013 stieg der Output 2014 von 77,7 auf 82,2 Tonnen. An den Aktienmärkten vollzieht sich dennoch ein wahrer Ausverkauf der Papiere von Kinross Gold. Seit Jahresanfang haben die Aktien über ein Drittel ihres Wertes eingebüßt. Forciert werden die Verkäufe von negativen Analystenbewertungen. Die National Bank Financial hat zuletzt ihr Rating von „outperform“ auf „perform“ und das Kursziel um 50 kanadische Cent auf 4 kanadische Dollar gesenkt. Die Experten von Dundee Capital gingen noch weiter. Sie haben ihre Bewertung von „buy“ auf „neutral“ nach unten korrigiert und das Kursziel von 3,50 auf 2,75 kanadische Dollar gesenkt.

Output: 82,2 Tonnen
Marktkapitalisierung: 2,34 Milliarden US-Dollar
Kursentwicklung: - 34,0 Prozent

Goldcorp

WKN
ISIN
CA3809564097
Börse
n. a.

Chart von Goldcorp
Platz 4: Goldcorp
7 von 10

Das 1954 gegründete kanadische Goldunternehmen konnte seinen Output im vergangenen Jahr um mehr als sechs Tonnen erhöhen. Die höhere Fördermenge loht sich trotz fallender Goldpreise für Goldcorp, da der sinkende Kurs des kanadischen Dollars die Produktionskosten senkt. Allerding spiegeln sich die gesunkenen Kosten nicht im Aktienkurs wider. In den vergangenen drei Monaten fiel der Kurs der Papiere um über 21 Prozent.

Output: 89,3 Tonnen
Marktkapitalisierung: 13,26 Milliarden US-Dollar
Kursentwicklung: - 11,6 Prozent

Glencore will in diesem Jahr statt 6,8 Milliarden nur noch 6,0 Milliarden Dollar investieren. Im kommenden Jahr will Glasenberg die Investitionen um eine weitere Milliarde kürzen. Sein Ziel: Das Kredit-Rating von derzeit „BBB“ erhalten und gleichzeitig Dividenden zahlen. Laut den Analysten von JP Morgan muss er dazu aber die Verschuldung um 16 Milliarden Dollar bis Ende kommenden Jahres kürzen. Im ersten Halbjahr lagen die Netto-Schulden bei knapp 30 Milliarden Dollar.

Als Zeichen der Zuversicht will der Konzern wie im Vorjahr eine Zwischendividende von sechs US-Cents je Aktie ausschütten. Das soll die Aktionäre bei Laune halten, die in diesem Jahr einen Kursrutsch um 40 Prozent erdulden mussten.

Glencore-CEO Glasenberg ist mit rund acht Prozent selbst einer der Großaktionäre des von ihm mitbegründeten Konzerns und damit um etliche Millionen ärmer. Er übt sich in Zuversicht: Dank seines breit diversifizierten Portfolios an Rohwaren sei Glencore gut aufgestellt, um vom Anziehen der Rohstoffpreise zu profitieren; dieser Preisanstieg sei „unvermeidlich“, so Glasenberg.

Glencore startete als reiner Rohstoffhändler, expandierte dann immer stärker ins Minengeschäft; sprich, Glencore produziert Kohle und Kupfer zum großen Teil selbst. Höhepunkt dieser Expansion war die Übernahme des Kohle-Minenbetreibers Xstrata. Sowohl in der Handelssparte wie auch im Fördergeschaft sank das Vorsteuerergebnis im ersten Halbjahr um fast 30 Prozent.

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