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Energie

Probleme des Gasriesen Was Gazprom den Geburtstag verdirbt

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In Russland bahnen sich Veränderungen an

Das schlägt sich natürlich in den Büchern nieder. Der erwartete Gewinn von fast 28 Milliarden Euro im vergangenen Jahr klingt zunächst gewaltig. Unterm Strich jedoch wären das rund 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Geschrumpft sein dürfte im vergangenen Jahr auch der Umsatz – von 158 Milliarden auf 150 Milliarden Euro.

Derweil wächst die Konkurrenz. In Europa nimmt die Bedeutung russischen Erdgases ab, weil zusätzliche Mengen verflüssigten Gases auf den Markt drängen. Das norwegische Unternehmen Statoil hat die Gasversorgung Europas im vergangenen Jahr um 16 Prozent gesteigert und setzt Gazprom zunehmend unter Druck. Gleichzeitig fallen potentielle neue Kunden weg, wie etwa die USA, an die Russland einmal verflüssigtes Gas aus der Arktis liefern wollte. Nachdem Amerika aber massiv Schiefergas fördert und exportiert, hat Gazprom sogar die Erschließung des arktischen Schtokman-Feldes vorerst auf Eis gelegt.

Auch in Russland selbst bahnen sich Veränderungen an. Der private Gasförderer Novatek, Russlands Nummer zwei in der Branche, möchte mehr Flüssiggas exportieren und fordert vom Kreml, das bestehende Exportmonopol Gazproms aufzuheben. Diesen Schritt schließt selbst Präsident Putin nicht mehr aus, allerdings sollen Flüssiggas-Lieferungen dann nicht nach Europa gehen, um nicht mit Gazprom zu konkurrieren.

Vom Ende des Export-Monopols will auch Rosneft profitieren. Der staatliche Ölförderer ist gerade auf dem Weg an die weltweite Spitze, da er das russisch-britische Joint-Venture TNK-BP schluckt. Rosneft fördert auch Erdgas und will das Flüssiggas-Geschäft ausbauen. Beim Börsenwert hat Rosneft Gazprom gerade eingeholt – beide Unternehmen kommen auf knapp 90 Milliarden Euro. Geleitet wird Rosneft von Präsident Putins engem Vertrauten Igor Setschin, der die Macht von Rosneft ausbauen soll. Experten spekulieren, ob der Kreml ein zweites Gazprom schaffen will – oder einen Ersatz für des Gasriesen als wichtigstes Unternehmen im Land.

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    Es sind viele Baustelen, an den Gazprom zu arbeiten hat. Selbst um den Mann, der seit zehn Jahren die Geschicke des Konzerns bestimmt, gab es zuletzt Gerüchte: Alexej Miller könnte als Gazprom-Chef abtreten, aus gesundheitlichen Gründen. Solche Spekulationen nehmen die Gazprom-MItarbeiter indes gelassen – zu oft haben sie solche Vermutungen gehört. Davon will man sich die Feierlaune nicht verderben lassen.

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    3 Kommentare zu "Probleme des Gasriesen: Was Gazprom den Geburtstag verdirbt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das russische Gas ist von bester Qualität, geringer Schadstoffanteil bei hohem Brennwert, im Vergleich zur Konkurrenz. Hinzu kommt die weitaus "umweltfreundlichere" Förderung und ein ebensolcher Transport über die Pipelines. Für Europa ist das ein Gewinn und wir sollten näher an Rußland heranrücken.
      Das Frackingmodell ist nur etwas für riesige Kontinente mit geringer Bevölkerungsdichte. Die Folgeschäden sind überhaupt nicht kalkulierbar, wenngleich das die Vertreter dieses Raubbaus ganz anders sehen. Die Umwelt wird dabei verseucht und unsere Nachfolgegenerationen können sich dann mit den Auswirkungen, vergleichbar mit den Atommüllendlagern, herumärgern. Fracking ist ein Irrweg und nicht alles, was über den großen Teich zu uns schwappt, ist gut. Auf Russland konnte man sich bisher immer verlassen. Dieses Vertrauen sollten man in Brüssel und anderswo nicht in Frage stellen. Der russische Bär ist ein Garant für eine warme Stube . . .

    • Zitat : Während andere Länder Schiefergas fördern

      Da sollen die anderen Länder ihr Schiefergas aus der Erde auskratzen, die Umwelt vergiften, ihre Landschaften ruinieren und ihre Gelder verbraten: die Gasprom hat dies halt nicht nötig mit ihren konventionellen Vorkommen und Vorräten !

      Nur dass Putin sein Volk beklaut, in dem er die Erlöse aus dem Gasgeschäft in Offshoregebiete verschiebt und in Taschen der Oligarchenmafia neben seinen umleitet : dieses Problem bleibt derweil ungelöst..?!!!

    • "Ab Ende 2015 sollen jährlich 63 Kubikmeter Gas aus dem Osten in den Westen strömen"

      63 Kubikmeter Gas in einem Jahr? Dafür könnte man auch einen LKW benutzen und bräuchte keine Pipeline. Das sollte wohl wer berichtigen.

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