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Energie

Quartalszahlen RWE-Gewinn halbiert sich – Kälteeinbruch in Texas kostet bis zu 400 Millionen Euro

Für den Essener Energiekonzern startet das Jahr mit einem Rückschlag. Besonders bei den erneuerbaren Energien fallen die Gewinne niedriger aus.
12.05.2021 - 07:50 Uhr Kommentieren
RWE meldet Gewinnrückgänge in den Erneuerbaren-Sparten. Quelle: dpa
RWE

RWE meldet Gewinnrückgänge in den Erneuerbaren-Sparten.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Corona-Pandemie konnte RWE kaum etwas anhaben. Dafür sorgte der Kälteeinbruch in dem US-Bundesstaat Texas vor einigen Wochen allerdings für einen deutlichen Ergebnisrückgang im ersten Quartal. Das bereinigte Ebitda sank von 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr auf 883 Millionen Euro. 

Wegen des extremen Kälteeinbruchs in Texas standen die Windanlagen des Konzerns in dem US-Staat zeitweise still. RWE musste zu drastisch gestiegenen Preisen Strom zukaufen, um die eigenen Lieferverpflichtungen erfüllen zu können. RWE bezifferte die Belastungen in ersten Schätzungen auf 400 Millionen Euro. Außerdem habe es im vergangenen Jahr ein „überdurchschnittlich hohes Windaufkommen in Nord- und Mitteleuropa“ gegeben, teilt RWE am Mittwoch mit. 

In der Folge sank das bereinigte Ebit von 967 Millionen Euro auf 548 Millionen Euro. Das bereinigte Nettoergebnis fiel mit 340 Millionen Euro um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Das Ergebnis im ersten Quartal entspricht unseren Erwartungen“, betonte Finanzvorstand Michael Müller am Mittwoch. Trotz deutlich schlechterer Ergebnisse als im Vorjahr, bestätigte RWE die Prognose für das Gesamtjahr.  Hier rechnet das Unternehmen mit einem Ebitda zwischen 2,65 und 3,05 Milliarden Euro und einem Ebit zwischen 1,15 und 1,55 Milliarden Euro.

In den ersten drei Monaten performten die einzelnen Sparten allerdings allesamt deutlich unter Vorjahresniveau. Sowohl im Geschäftsbereich Offshore Wind, Onshore Wind/Solar und auch bei Wasser/Biomasse/Gas sanken die Gewinne deutlich. 

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    Einzig in den Bereichen Energiehandel und dem Geschäft mit Kohle und Kernenergie stiegen die Ergebnisse. Das Handelsgeschäft übertraf mit 189 Millionen Euro das bereits  hohe Vorjahresergebnis von 170 Millionen Euro. Und auch im Segment Kohle/Kernenergie stieg das bereinigte Ebitda von 282 Millionen Euro auf 328 Millionen Euro.

    Neues Klimagesetz könnte für mehr Druck sorgen

    Trotzdem muss der neue CEO Markus Krebber nach seinem Amtsantritt die Expansion bei den erneuerbaren Energien weiter vorantreiben – um den Kohleausstieg aufzufangen. Und das vielleicht sogar schneller als geplant. 

    Die Überarbeitung des Klimagesetzes könnte immerhin zu einer deutlichen Beschleunigung bei der Abschaltung der fossilen Braunkohlekraftwerke führen. RWE plant bislang immerhin drei Blöcke erst 2038 abzuschalten. Will die Bundesregierung ihre Klimaziele einhalten, müsste das letzte Kohlekraftwerk laut Experten aber schon 2030 vom Netz. 

    Und auch die Aktionäre drängen auf einen schnelleren Ausstieg. „Mit einem CO2-Ausstoß von knapp 69 Millionen Tonnen im Jahr 2020 ist RWE immer noch ein Emissionsschwergewicht in Europa“, kritisierte Vanessa Golz,  Spezialistin für Nachhaltigkeit von der Sparkassen-Fondstochter Deka Investment auf der virtuellen Hauptversammlung Ende April. RWE erhält für das vorzeitige Abschalten aller Braunkohlekraftwerke bis 2038 eine Entschädigung von 2,6 Milliarden Euro. 

    Umweltschützern geht das nicht schnell genug. Sie beklagen, dass RWE im vergangenen Jahr noch immer 79 Prozent seines Stroms aus Kohle, Gas und Uran erzeugt habe. Damit bleibe der Konzern „ein Klimakiller mit weltweiten Konsequenzen“. Sie fordern den neuen Konzernchef auf, beim Kohleausstieg mehr Tempo zu machen. 

    „Wir wollen langfristig weiterwachsen. 2021 ist dafür ein wichtiges Jahr“, sagt Krebber. Der ehemalige CFO übernahm das Amt des Vorstandsvorsitzenden bei der jüngsten Hauptversammlung von dem langjährigen RWE-Chef Rolf Martin Schmitz.  Schmitz hatte mit einem milliardenschweren Tauschgeschäft mit Eon dem Ökostromsegment vor seinem Abgang noch einen gehörigen Schub gegeben.

    Zwischen 2020 und 2022 will RWE fünf Milliarden Euro netto in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren. Aktuell hat der Konzern in dem Bereich Kapazitäten von 9,4 Gigawatt. Weitere drei Gigawatt sind schon im Bau – und in der langfristigen Projektpipeline gibt es Optionen für 34 Gigawatt.

    Der Aktienkurs fiel in den vergangenen sechs Monaten um fast zehn Prozent, auf aktuell 30,96 Euro. 

    Mehr: RWE im Bilanzcheck: Der schwierige Umbau vom Kohle- zum Ökostromkonzern

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