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Energie

Quecksilberausstoß deutscher Kohlekraftwerke Das Gift aus dem Kraftwerk

Kohlekraftwerke emittieren tonnenweise Kohlendioxid. Doch das ist nicht alles. Sie sind auch eine Quelle von Quecksilberemissionen. Das belegen aktuelle Zahlen. Den Gegnern der Kohlekraft liefert das neue Argumente.
03.01.2016 - 13:06 Uhr
Nur eines von rund 50 Kohlekraftwerken in Deutschland unterschreitet die strengen Quecksilber-Grenzwerte, die in den USA gelten. Quelle: dpa
RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath I und II in Grevenbroich-Neurath (Rhein-Kreis Neuss/Nordrhein-Westfalen)

Nur eines von rund 50 Kohlekraftwerken in Deutschland unterschreitet die strengen Quecksilber-Grenzwerte, die in den USA gelten.

(Foto: dpa)

Berlin Der Quecksilberausstoß der Kohlekraftwerke in Deutschland verharrt auf hohem Niveau: Die Kraftwerke emittieren Jahr für Jahr sieben Tonnen des Umweltgiftes. Das belegt ein dem Handelsblatt vorliegendes Gutachten, das das Hamburger Institut Ökopol für die Bundestagsfraktion der Grünen angefertigt hat.

Die Kohlekraftwerke stehen damit für den größten Teil des Quecksilberausstoßes in Deutschland, der sich laut Ökopol jährlich auf insgesamt zehn Tonnen summiert. Deutschland ist damit gemeinsam mit Griechenland und Polen Spitzenreiter bei der Quecksilberfreisetzung in Europa.

Quecksilber kann bei Ungeborenen und Kleinkindern zu Schäden bei der Gehirnausbildung führen, bei Erwachsenen zu Nervenschäden.

Der Studie zufolge haben 2013 die Kohlekraftwerke mit den höchsten Quecksilberemissionen zusammen fünf Tonnen ausgestoßen. 85 Prozent dieser Menge könnten laut Ökopol mit moderner Technik reduziert werden. Nur eines von rund 50 Kohlekraftwerken in Deutschland würde die strengen Quecksilber-Grenzwerte, die in den USA gelten, unterschreiten.

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    Die Debatte um Quecksilberemissionen liefert den Gegnern der Kohlekraftwerke zusätzliche Argumente. Die Instrumente der Kohlendioxidreduktion haben sich bislang als nicht wirksam erwiesen, um die Verstromung von Stein- und Braunkohle nachhaltig zu reduzieren. In Deutschland stammten 2014 noch 44 Prozent des erzeugten Stroms aus Steinkohle- und Braunkohlekraftwerken.

    Rund ein Drittel des Stroms stammte aus erneuerbaren Quellen. Der hohe Kohleanteil ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass der Emissionshandel als wichtigstes Instrument der Kohlendioxidreduktion in Europa kaum Lenkungswirkung entfaltet, weil sich die Preise für Emissionsberechtigungen seit Jahren auf niedrigem Niveau bewegen.

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