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Energie

RAG-Stiftung Nach dem Ende der Steinkohle fängt die Arbeit erst richtig an

Die Zeit der Steinkohle ist in Deutschland zu Ende. Ihre Folgen sind es aber noch lange nicht. 
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Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG Stiftung, spricht auf der Jahres-Pressekonferenz der RAG-Stiftung.  Quelle: dpa
RAG-Stiftung

Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG Stiftung, spricht auf der Jahres-Pressekonferenz der RAG-Stiftung. 

(Foto: dpa)

Essen Sechs Monate nachdem das letzte Stück schwarzer Kohle im Ruhrgebiet an die Oberfläche befördert wurde, zieht die RAG-Stiftung am Donnerstag eine erste Bilanz über die Arbeit nach der Arbeit. Dabei ist eines jetzt schon klar: Die Folgekosten des Steinkohlebergbaus in Deutschland fallen höher aus als geplant.

Mit der Schließung der letzten deutschen Zeche Prosper-Haniel in Bottrop, ging im Dezember vergangenen Jahres das einst größte Steinkohlerevier Deutschlands in den Ruhestand. Zu seinen Hochzeiten fanden hier mehr als eine halbe Million Menschen Arbeit, die über 110 Millionen Tonnen Steinkohle pro Jahr förderten. 

Aber die Steinkohle-Förderung aus hunderten Metern Tiefe unter hohen Sicherheitsstandards in deutschen Bergwerken hat sich schon lange nicht mehr gelohnt. 2007 beschloss der Bundestag einen Fahrplan für den Ausstieg aus der defizitären Steinkohle bis Ende 2018. Nur ist die Arbeit mit dem Ende der Förderung noch lange nicht getan. 

„Für uns fängt die Verantwortung jetzt erst richtig an“, sagte auch Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung in Essen. Damit nicht der Steuerzahler für die Kosten des stillgelegten Bergbaus aufkommen muss, baut die eigens für diesen Zweck gegründete RAG-Stiftung ein Milliardenvermögen auf.

Am Donnerstag stellte sie ihre Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vor. Das erste Mal seit ihrem elfjährigen Bestehen muss die Stiftung nun für die sogenannten Ewigkeitskosten, zum Beispiel das Abpumpen der Gruben aufkommen. Dafür waren zunächst 220 Millionen Euro im Jahr geplant, aber Tönjes musste die Zahl schon nach oben korrigieren. Für 2019 rechne man mit 300 Millionen Euro. „Aber auch dafür sehen wir uns hervorragend aufgestellt“, versicherte der Nachfolger des langjährigen Vorsitzenden Werner Müller. 

Mittlerweile hat die Stiftung immerhin ein Vermögen von rund 17 Milliarden Euro angehäuft, davon sind 7,79 Milliarden Euro als Rückstellung für die Ewigkeitskosten eingeplant. Allein im vergangenen Jahr belief sich der Gewinn bei der unternehmerisch ausgerichteten Stiftung auf 454 Millionen Euro – ein Rekordergebnis. Dazu kommen noch einmal 458 Millionen Euro aus dem Verkauf von 3,5 Prozent-Anteilen an dem Chemiekonzern Evonik.

Die Stiftung ist aktuell noch mit rund 64,3 Prozent als Großaktionär bei Evonik vertreten. Der Essener Chemiekonzern liefert mit 363 Millionen Euro Dividende immerhin den mit Abstand größten Teil zu den Einnahmen der Stiftung. „Wir stehen hinter der Strategie von Evonik und werden auch weiterhin einen signifikanten Anteil am Unternehmen halten“, bekräftigte Tönjes das Vertrauen in Evonik, trotz fallendem Aktienkurs. 

Um sich aber nicht zu abhängig von der Chemiebranche zu machen investiert die Stiftung aber auch in andere Bereiche, wie Immobilien, Rentenpapiere oder Aktien. Ihren Anteil an der nordrhein-westfälischen Wohnungsbaugesellschaft Vivawest hatte die RAG-Stiftung erst vor wenigen Monaten von 30 Prozent auf nun mehr 40 Prozent erhöht. Das Unternehmen mit über 120.000 Wohnungen überwies im vergangenen Jahr 36 Millionen Euro an die Stiftung. „Wir müssen eben da sein, wo man das Geld vermehren kann“, sagte Tönjes ohne Umschweife. Aber die Frage nach gezielten lokalen Investitionen treibe ihn um, man befasse sich zunehmend mit der Verantwortung vor Ort.

Mehr: Ein letztes „Glück auf!“ – Mit der Steinkohle endet für Deutschland eine Ära. Lesen Sie hier wie das schwarze Gold die Geschichte der Bundesrepublik beeinflusst hat. 

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