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Energie

Ransomware-Attacke Chef von Colonial Pipeline räumt Lösegeldzahlung an Hacker ein

Der US-Pipelinebetreiber Colonial hat nach einem Cyberangriff 4,4 Millionen Dollar Lösegeld an die Hacker gezahlt. CEO Joseph Blount nennt die Entscheidung hochkontrovers.
19.05.2021 - 18:33 Uhr Kommentieren
Die Lösegeldzahlung erfolgte nach Informationen des „Wall Street Journal“ am 7. Mai in der Digitalwährung Bitcoin. Quelle: AFP
Colonial Pipeline

Die Lösegeldzahlung erfolgte nach Informationen des „Wall Street Journal“ am 7. Mai in der Digitalwährung Bitcoin.

(Foto: AFP)

New York, Düsseldorf Der Betreiber der größten US-Benzin-Pipeline Colonial hat erstmals öffentlich eine millionenschwere Lösegeldzahlung an Computer-Hacker eingeräumt. Er habe die Zahlung in Höhe von 4,4 Millionen Dollar (3,6 Millionen Euro) autorisiert, sagte Colonial-Chef Joseph Blount dem „Wall Street Journal“. „Ich weiß, dass es eine hochkontroverse Entscheidung war.“

Doch das Unternehmen sei sich über das Ausmaß der verursachten Systemschäden unsicher gewesen und habe nicht einschätzen können, wie lange es dauern würde, bis die Pipeline wieder ans Netz gehen könne. Die Lösegeldzahlung sei deshalb im Interesse des Landes richtig gewesen. „Es ist mir nicht leicht gefallen“, erklärte Blount.

Colonial war Ziel eines Hacker-Angriffs geworden und hatte den Betrieb der Pipeline, durch die etwa 45 Prozent aller an der US-Ostküste verbrauchten Kraftstoffe laufen, deshalb zeitweise komplett eingestellt. In Teilen der USA kam es darum in der vergangenen Woche zu Benzinengpässen und mitunter auch zu Turbulenzen an Tankstellen. Inzwischen läuft die Pipeline laut Colonial aber wieder.

Die Lösegeldzahlung erfolgte nach Informationen des „Wall Street Journal“ am 7. Mai in der Digitalwährung Bitcoin. Die im Gegenzug von den Hackern bereitgestellten Entschlüsselungs-Tools hätten jedoch nicht ausgereicht, um das System wieder voll herzustellen. US-Behörden raten Unternehmen dringend davon ab, Lösegeld zu zahlen, um Cyber-Kriminellen keine Anreize für Erpressungen zu bieten.

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    Hackergruppe stellt ihre Dienste ein

    Der Angriff auf die größte Ölpipeline der USA war offensichtlich eine Spur zu groß für die Lösegeld-Softwarefirma Darkside. Wie das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Cybersecurity-Firmen berichtete, hat Darkside seinen Kunden mitgeteilt, dass es seine Dienste einstellt. Das Unternehmen, das auf so genannte Ransomware setzt – Software für Hacker-Attacken mit Lösegeldforderungen – und das seinen Sitz wohl in Osteuropa hat, nannte demnach Probleme mit der eigenen Infrastruktur, weil der Druck der Behörden und der USA steigt.

    Nach Einschätzung von Experten gibt es zahlreiche kriminelle Gruppen und Einzeltäter, die das Geschäftsmodell Ransomware – mal mehr, mal weniger professionell – betreiben. Das Prinzip: Hacker dringen durch Sicherheitslücken in die IT-Systeme von Unternehmen ein und verschlüsseln wichtige Daten wie Dokumente, Fotos und Datenbanken.

    Anschließend verlangen sie für die Herausgabe des Schlüssels ein Lösegeld. Gezahlt werden sollen dabei meist Bitcoin, weil sich mit der Kryptowährung anonyme Konten betreiben lassen, deren Eigentümer nur schwer nachzuverfolgen sind.

    Seit dem vergangenen Jahr erhöhen immer mehr Täter den Druck, indem sie zusätzlich Daten stehlen und mit der Veröffentlichung drohen. Von einer „neuen Qualität der Gefährdungslage im Kontext Ransomware“, sprach BSI-Präsident Arne Schönbohm im vergangenen Jahr gegenüber dem Handelsblatt. „Werden aber Firmendaten und Know-how veröffentlicht oder der Konkurrenz zugespielt, dann ist der Schaden meist immens.“

    Mehr: Hackergruppe hinter der Pipeline-Attacke beendet ihre Aktivitäten

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