Energie

Rekordausstoß Ölriese BP verdoppelt den Gewinn

BP hat im vergangenen Jahr so viel Öl und Gas produziert wie nie zuvor. Das lässt den Gewinn auf 6,2 Milliarden Dollar steigen.
Update: 06.02.2018 - 12:09 Uhr Kommentieren
BP: Ölriese verdoppelt dank Rekordausstoß den Gewinn Quelle: Reuters
BP-Tankstelle

Der Ölriese hat die schwierigen Jahre mit einem Preisverfall am Ölmarkt und der Katastrophe um die Bohrinsel Deepwater Horizon hinter sich gelassen.

(Foto: Reuters)

LondonDie Investoren von BP haben dem heutigen Tag mit gemischten Gefühlen entgegengesehen. In den vergangenen Tagen hatten schon einige Größen aus der Energiebranche Ergebnisse vorgelegt – und nicht gerade positiv überrascht. Anders BP: Der britische Ölriese hat im vergangenen Jahr gute Geschäfte gemacht. Unter dem Strich fiel der Gewinn (der so genannte Underlying replacement cost profit) mit 6,2 Milliarden Dollar mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr aus.

„2017 war eines der stärksten Jahre in der jüngeren Geschichte von BP“, freute sich Konzernchef Bob Dudley, als er sichtlich gut gelaunt den Investoren in London die Zahlen präsentierte. Ein Rekordausstoß bei Öl und Gas hat BP die Kassen gefüllt.

Dabei hatte der Konzern noch – anders als die Konkurrenz – hohe Kosten durch die Ölkatastrophe um die Bohrinsel Deepwater Horizon zu verkraften. Nachdem weitere Kosten in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar für Vergleiche anfielen die im vierten Quartal verrechnet wurden, beträgt die Rechnung, die BP für die Folgen der Explosion 2010 im Golf von Mexiko zu begleichen hatte, über 65 Milliarden Dollar. Die Explosion auf der Ölplattform hatte elf Menschenleben gefordert und zu der größten Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA geführt.

Kein Wunder, dass BP-Chef Dudley nun immer wieder betonte, welch hohen Stellenwert Sicherheit für das Unternehmen nun habe. Dabei setzt BP auch neue Technologien ein: Drohnen fliegen die Ölfelder und Plattformen ab, um frühzeitig Probleme zu erkennen.

Die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump erwies sich für den Konzern ebenfalls als Belastung: BP musste Kosten von rund 900 Millionen Dollar einkalkulieren. Der sinkende Steuersatz für Unternehmen führt zunächst zu Abschreibungen, langfristig allerdings rechnet BP – wie andere Firmen auch – damit, von den Änderungen zu profitieren

Positiv wirkte sich für BP aber vor allem der wieder gestiegene Ölpreis aus. In den vergangenen Jahren war der Preis für den Rohstoff abgestürzt. Zeitweise hatte ein Barrel weniger als 28 Dollar das Barrel gekostet. Das hatte der gesamten Branche zugesetzt, die Unternehmen hatten harte Einschnitte vornehmen müssen. Tausende Mitarbeiter bei BP, Shell oder Exxon Mobil mussten im Zuge radikaler Sparmaßnahmen gehen, die Unternehmen verkauften große Teile ihres Geschäfts, um auch bei niedrigeren Ölpreisen über die Runden zu kommen.

Doch mittlerweile ist Öl an den internationalen Rohstoffmärkten wieder teurer geworden. Ein Barrel Brent-Öl kostete im vergangenen Jahr im Schnitt 70 Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 54 Dollar gewesen. „Das war das erste Jahr seit 2012, in dem der durchschnittliche Ölpreis wieder gestiegen ist“, freute sich Dudley. Davon profitierte BP gleich doppelt. Denn die Erschließung sieben neuer Öl- und Gasfelder trieb die Produktion im vergangenen Jahr um zwölf Prozent in die Höhe. In diesem Jahr sollen fünf weitere Projekte erschlossen werden.

Zugleich zahlen sich die harten Sparmaßnahmen aus. Und die Zeiten, in denen Öl keine Rolle mehr als Energielieferant spielen wird, sind nach Einschätzung von Beobachtern noch lange nicht gekommen. Bei BP wie auch bei der Internationalen Energieagentur IEA rechnet man damit, dass die Nachfrage nach Öl in den kommenden Jahrzehnten sogar noch steigen wird.

Dennoch setzt Dudley – wie auch andere Konzernchefs aus der Energiebranche – auf erneuerbare Energiequellen. Diese würden immenses Wachstum aufweisen, erklärte Dudley, allerdings von einem sehr niedrigen Niveau aus. Erst vor wenigen Wochen hatte der Konzern sich an dem britischen Solarunternehmen Lightsource beteiligt und dafür rund 200 Millionen Dollar auf den Tisch gelegt. BP hat sich vorgenommen, rund 500 Millionen Dollar pro Jahr in derartige Projekte zu investieren, was allerdings nur ein Bruchteil des gesamten Budgets von über 13 Milliarden Dollar ist.

All diese Nachrichten halfen der BP-Aktie nicht: Sie verlor in London ein Prozent – hielt sich damit aber immerhin noch besser als der Londoner Marktindex FTSE, der im Zuge der weltweiten Talfahrt an den Börsen um über zwei Prozent absackte.

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