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Energie

Rheinland Tausende Kohle-Gegner strömen ins rheinische Braunkohlerevier

Kohlegegner rufen zum mehrtägigen Klimacamp im rheinischen Revier auf. Die Polizei rechnet mit Tausenden Demonstranten und fürchtet illegale Aktionen. 
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Seit vergangenem Jahr ist das Gebiet rund um den Hambacher Forst bei den Kohle-Aktivisten ein regelmäßiger Treffpunkt.  Quelle: dpa
Kohle-Gegner

Seit vergangenem Jahr ist das Gebiet rund um den Hambacher Forst bei den Kohle-Aktivisten ein regelmäßiger Treffpunkt. 

(Foto: dpa)

Erkelenz Zwischen Windrädern und Kohlebaggern haben sich die Vertreter von Greenpeace, „Fridays for Future“, „Ende Gelände“ und anderen Organisationen an diesem Mittwoch in Keyenberg, einem kleinen Dorf am Rande des Tagebaus Garzweiler in Nordrhein-Westfalen versammelt.

Es ist der Beginn einer Protestwoche, wie sie das rheinische Braunkohlerevier selten sieht. Die Polizei rechnet mit Zehntausenden Demonstranten aus verschiedenen Ländern, zahlreiche Aktionen sind an verschiedenen Orten im Revier geplant.

„Wir demonstrieren mit AktivistInnen aus ganz Europa, weil der Klimawandel nur gemeinsam gestoppt werden kann“, kündigt „Fridays for Future“-Mitglied Carla Reemtsma an, die mit der Schülerorganisation zum ersten Mal dabei ist. Denn die Aktionstage im rheinischen Revier finden schon viele Jahre statt, aber sie waren wohl selten so aktuell wie jetzt. 

Seit den Massendemonstrationen rund um den Hambacher Forst im vergangenen Jahr war es zwar eine Weile etwas ruhiger geworden im rheinischen Braunkohlerevier zwischen Köln und Düsseldorf. Aber das Thema Klimawandel bestimmt seit Monaten den politischen und gesellschaftlichen Diskurs. Das spiegelte sich auch in dem Erfolg der Grünen bei den Kommunal- und Europawahlen Ende Mai wider. 

Zwar hat die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission den Ausstieg aus dem Energieträger Anfang des Jahres bereits für 2038 empfohlen, gesetzlich beschlossen ist das aber noch nicht. „Ja, wir haben den Kompromiss mit verhandelt“, gibt Greenpeace-Vertreter Niklas Schinerl auf der Pressekonferenz am Mittwoch zu. Trotzdem sei man mit dem Ausstiegsdatum nie einverstanden gewesen.

Ein Umstand, der an diesem Wochenende alle eint. Ob „Fridays for Future“, „Ende Gelände“ oder Greenpeace, sie alle fordern einen früheres Ende für den fossilen Energieträger. Während die 21-jährige Aktivistin Carla Reemtsma 2030 für ein realistisches Ziel hält, sind die Protestler der Organisation „Ende Gelände“ für die sofortige Abschaltung aller Kohlekraftwerke. Trotz dieser unterschiedlichen Ansichten zeige man sich solidarisch mit „Ende Gelände“, sagte Reemtsma. 

Die Organisation Ende fordert die sofortige Abschaltung aller Kohlekraftwerke. Quelle: dpa
Aktivistin von Ende Gelände im Protestcamp

Die Organisation Ende fordert die sofortige Abschaltung aller Kohlekraftwerke.

(Foto: dpa)

Die Aachener Polizei hatte jedoch mit Blick auf das erste Zusammentreffen der demonstrationserfahrenen Schüler mit der Aktivistengruppe Bedenken geäußert und sogar ein Rundschreiben unter anderem an Eltern und Schüler verschickt. Darin riefen sie die Schülerdemonstranten dazu auf, sich von „gewaltbereiten Gruppierungen wie 'Ende Gelände'“ fernzuhalten und sich nicht für illegale Aktionen instrumentalisieren zu lassen. 

Die Aktivisten von „Ende Gelände“ planen, Freitag und Samstag einen oder mehrere Tagebauten durch Blockaden lahmzulegen. Im vergangenen Oktober hatte die Organisation mit laut eigener Aussage mehr als 6000 Teilnehmern eine Bahnstrecke zum Tagebau Hambach besetzt und so den Betrieb aufgehalten. Sprecherin Kathrin Henneberger rechnet auch an diesem Wochenende mit mehreren Tausend Teilnehmern. 

Schon seit Sonntag haben einige Hundert Aktivisten ihr Zelt auf einer Wiese im fast 20 Kilometer entfernten Viersen aufgeschlagen, nachdem es um den Ort des Camps zuvor juristische Auseinandersetzungen gegeben hatte. 

Großkundgebung in Aachen

Während „Ende Gelände“ die Tagebauten blockieren will, marschieren die „Fridays for Future“-Demonstranten am Freitag in Aachen auf. Die Polizei rechnet mit bis zu 10.000 Teilnehmern, die laut Reemtsma aus 17 verschiedenen Ländern in Europa kommen werden.

Die Schüler laufen sternförmig aus verschiedenen Richtungen und treffen sich dann zu einer Kundgebung, bei der unter anderem die Band Culcha Candela und der Kabarettist Bodo Wartke auftreten werden. 

Auch bei den für Samstag geplanten Protesten ist „Fridays for Future“ mit dabei und versammelt sich am Rande des Tagebaus Garzweiler. Hier treffen sich auch mehrere Tausend Greenpeace-Aktivisten, um für einen schnelleren Einstieg in den Ausstieg zu protestieren. Die Nichtregierungsorganisation (NGO) besetzt parallel bereits seit Dienstag außerdem die Konzernzentrale des Kohlekonzerns RWE in Essen. 

In einer Solidaritätserklärung mehrerer Umweltverbände zum „Aktionstag“ heißt es, man sei „erschüttert über die Tatenlosigkeit der Bundesregierung inmitten der größten Krise der Menschheit“. Studentin Carla Reemtsma gibt auf Nachfrage zwar zu, dass schon etwas passiert sei in den letzten Jahren, „aber eben nicht genug." 

Mehr: Der Kohleausstieg trifft nicht nur das rheinische Revier. Die Lausitz zwischen Brandenburg und Sachsen verliert mit dem Ende des fossilen Energieträgers ihre letzte verlässliche Industrie. Lesen Sie hier, warum der Ausstieg aber auch eine Chance sein könnte.

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  • "Wir demonstrieren mit AktivistInnen aus ganz Europa, weil der Klimawandel nur gemeinsam gestoppt werden kann“, kündigt „Fridays for Future“-Mitglied Carla Reemtsma an." Ja das ist der Weg - denn das Volk muss seinen Willen kundtun, damit sich Veränderungen in der Gesellschaft durchsetzen. Wir müssen endlich Erwachen für die neuen Möglichkeiten der Nutzung Emissionsfreier Energy um den Klimaschutz im Alltag zu leben. Die Berliner Neutrino-Energy Group entwickelt innovative Patente, die es ermöglichen, das nichtsichtbare kosmische und solare Strahlenspektrum in elektrischen Strom zu wandeln. Das neueste Produkt ist die NeutrinoVoltaic, die ähnlich wie die bereits seit den 90iger Jahren bekannte solare Photovoltaic funktioniert, allerdings auch ohne Sonnenschein und 24h in 365Tagen im Jahr, unendlich und weltweit. Darum heisst das patentierte Kleinfahrzeug dann auch PI, weil es mit unendlicher Reichweite ohne Auftanken fahren kann. Aber auch anwendbar für eine mobile und dezentrale Haushaltsenergie. Für den Klimaschutz jetzt emissionsfreie Neutrino-Energy nutzen - unendliche Ressourcen weltweit nutzbar. Dafür sollten sich unsere Politiker jetzt einsetzen und Wege ebnen.https://m.tagesspiegel.de/advertorials/ots-presseportal/neutrino-energy-klimaschutz-warum-die-wahre-loesung-noch-immer-tabu-ist-co2-ausstoss-in-naher-zukunft-mit-neutrino-technologie-nachhaltig-beenden/24476230.html

  • Na klar, ist doch Brückentag-Wochenende! Da muß man raus an die frische Luft.

  • Hoffentlich landen die Schüler nicht zwischen den Berufs-Demonstranten und Randalierern

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