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Energie

Rohstoffe Bolivien stoppt Lithium-Projekt mit deutscher Firma

Erst vor einem Jahr war das Joint Venture ins Leben gerufen worden. Der schwäbische Mittelständler ACI zeigt sich überrascht über das Aus.
Update: 04.11.2019 - 16:17 Uhr Kommentieren
Bolivien stoppt Lithium-Projekt mit deutscher Firma Quelle: dpa
Salzsee Uyuni in Bolivien

Boliviens Regierung hat ein Joint Venture zur Lithiumgewinnung mit einem deutschen Unternehmen annulliert.

(Foto: dpa)

Stuttgart Boliviens Regierung hat ein Joint Venture zur Lithium-Gewinnung mit der schwäbischen ACI-Gruppe annulliert. Der Gouverneur des Departements Potosí erklärte am Montag laut der Nachrichtenagentur ABI, die Regierung von Präsident Evo Morales habe das Projekt per Dekret gestoppt.

Das deutsch-bolivianische Gemeinschaftsprojekt wurde erst vor einem Jahr ins Leben gerufen. Das im vergangenen Dezember in Berlin vereinbarte Joint Venture des Staatsunternehmens Yacimientos de Litio (YLB) und der baden-württembergischen Firma ACI Systems zielte darauf ab, Lithium aus dem Salzsee Uyuni zu gewinnen. Es war der Überraschungscoup eines schwäbischen Mittelständlers.

Entsprechend groß ist jetzt die Enttäuschung. „Wir wurden von der Nachricht überrascht“, sagte Wolfgang Schmutz, Eigentümer der ACI-Gruppe. Er habe von dem Vorgang auch erst aus der Presse erfahren. „Eine offizielle Information von bolivianischer Seite ist bisher nicht erfolgt, und für uns ist es auch nicht nachvollziehbar“, betonte der Mittelständler.

Bis vor wenigen Tagen sei das Projekt noch planmäßig gelaufen. Erst am 28. Oktober sei die Eintragung ins bolivianische Handelsregister erfolgt. Schmutz will deshalb noch nicht aufgeben: „Wir werden erst einmal wie geplant weiterarbeiten.“

Der Mittelständler wollte eigentlich mit den bolivianischen Partnern 70 Jahre lang Lithium in den Anden fördern. Der Schwabe, der auch als Honorarprofessor in Erlangen Vorlesungen hält, gilt als Wegbereiter in der Mikroelektronik mit spezialisierten Reinraumkonzepten. Lange Jahre konzentrierte er sich auf Anlagen vor allem für Photovoltaik. Zu dem Konsortium gehörte auch das Unternehmen K-Utec aus Thüringen, das die Förderanlagen planen sollte.

Eine Begründung für den Rückzieher der Regierung fehlt bislang. Im Departement Potosí, in dem der Salzsee liegt, war es zu Protesten gegen das Projekt gekommen, weil die lokale Bevölkerung nach Ansicht der Demonstranten benachteiligt wird.

In Bolivien ist gerade Wahlkampf. Das kann nach Einschätzung von Beobachtern für den Sinneswandel gesorgt haben. Allerdings hätte Schmutz auch gewarnt sein müssen. In Bolivien sind schon zahlreiche Lithium-Projekte erst geplant und dann doch wieder verworfen worden.

Im Salzsee Uyuni werden die weltweit größten Lithium-Vorkommen vermutet. Der Rohstoff wird zur Produktion von Batterien für Elektroautos benötigt. Dem Abkommen zufolge sollte YLB 51 Prozent der Anteile am Joint Venture halten.

Geplant war von 2022 an eine Förderung von bis zu 40.000 Tonnen Lithiumhydroxid im Jahr, mit Investitionen von 300 bis 400 Millionen Euro. Damit ließen sich Hunderttausende E-Autos mit Lithium-Batterien ausstatten.

Mehr: Auch wenn die Autoverkäufe rückläufig sind – der Bedarf an Elektroautos wird in den kommenden Jahren steigen. Von diesem Trend können auch Anleger profitieren.

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