Energie

Rohstoffkonzerne Wintershall und Statoil schließen Gasvertrag

Der deutsche und der norwegische Konzern bauen ihre bestehende Kooperation weiter aus und haben nun die gegenseitigen Lieferung von Erdgas besiegelt. Die BASF-Tochter Wintershall rechnet mit großen Kostenvorteilen.
Update: 20.11.2012 - 14:02 Uhr Kommentieren
Das sind die Stärken und Schwächen von BASF
Verbundstandort Freeport, Texas, USA
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Stärken und Schwächen

Mit einer ambitionierten Langfriststrategie will Konzernchef Kurt Bock den Chemieriesen BASF auf ein neues Ertragsniveau führen. Der Betriebsgewinn soll bis 2020 jährlich um gut sieben Prozent auf 23 Milliarden Euro steigen. Doch die Renditen wichtiger Sparten sind ausgereizt. Da muss die Konjunktur mitspielen. Wir zeigen die größten Stärke und Schwächen von BASF.

Stammwerk der BASF Gruppe - Ludwigshafen
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Stärken: Verbundstruktur und Cash-Flow

Aus dem Umbau der chemischen Industrie in der ganzen Welt ist die BASF (im Bild das Stammwerk in Ludwigshafen) als einziger Chemiekonzern übrig geblieben, der noch komplett durchintegriert ist, von der Erdölförderung bis hin zu hochveredelten Spezialchemikalien. Diese Struktur hat sich in den vergangenen Jahren gleich in mehrfacher Hinsicht bewährt: Zum einen beschert sie hohe Erträge aus dem Ölgeschäft und damit auch eine Absicherung gegen steigende Rohstoffpreise in der Chemie.

Verbundstandort Nanjing, China
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Stärken: Verbundstruktur und Cash-Flow

Zum anderen ermöglichte sie dem Konzern, sein Netzwerk an Chemiefabriken, den sogenannten „Verbund“ stetig zu optimieren. Insbesondere an den großen Standorten wie im Stammhaus Ludwigshafen, in Antwerpen oder Nanjing (Bild) bietet das System hohe Kostenvorteile, weil Neben- und Abfallprodukte des einen Werkes ohne großen Transportaufwand in anderen Fabriken genutzt werden können.

BASF mit neuem Logo
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Stärken: Verbundstruktur und Cash-Flow

Nicht nur die hohen operativen Erträge, auch der Cash-Flow gehört weiterhin zu den ausgewiesenen Stärken der BASF. Der frei verfügbare Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft ging 2011 zwar leicht auf 3,7 Milliarden Euro zurück. Relativ zu Umsatz und Eigenkapital bewegt er sich indessen weiterhin auf einem deutlich höheren Niveau als bei den meisten deutschen Industrie-Unternehmen wie auch Konkurrenten aus der Chemiebranche.

Tanklager der BASF in Ludwigshafen
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Stärken: Verbundstruktur und Cash-Flow

Das gibt dem Konzern Spielraum für üppige Ausschüttungen und weitere Zukäufe. Nicht zuletzt die Pläne für ein erneutes Aktienrückkauf-Programm signalisieren Zuversicht, dass die hohen Cash-Zuflüsse nicht versiegen (Bild: Speichertank in Ludwigshafen).

Chemiekonzern BASF legt Geschäftszahlen vor
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Schwächen: Bauchemie und Farben

Die BASF (Bild: Konzernchef Kurt Bock) drängt vor allem in das Geschäft mit höher veredelten Chemieprodukten. Dass dieser Kurs keine hohen Renditen garantiert, zeigt die unbefriedigende Entwicklung der Sparte Funktionslösungen, die das Geschäft mit Katalysatoren, Bauchemie und Farben umfasst und 2006 durch mehrere Zukäufe erweitert wurde.

BASF drosselt weltweit Produktion
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Schwächen: Bauchemie und Farben

Selbst wenn man den umfangreichen Edelmetallhandel eliminiert, der mit dem Katalysatorengeschäft verbunden ist, bleibt die operative Marge mit 6,7 Prozent hinter dem BASF-Durchschnitt zurück. Auch in Relation zum Kapitaleinsatz und zu der anspruchsvollen Mindestverzinsung von elf Prozent, die BASF (Bild: Dampfspalter in Ludwigshafen) für ihr Betriebsvermögen fordert, ist die Ertragskraft schwach. Gemessen am konzerneigenen Wertmanagementsystem ist sie damit nach wie vor der größte Wertvernichter.

Stavanger/KasselEin milliardenschwerer Gas-Vertrag mit dem Energiekonzern Statoil öffnet der BASF-Tochter Wintershall die Pipelines von Norwegen in den Rest Europas. Zehn Jahre lang werden die Unternehmen Gas im aktuellen Wert von insgesamt 100 Milliarden Norwegischen Kronen (13,6 Milliarden Euro) nach Deutschland und Nordwesteuropa liefern, wie Statoil-Vorstandsmitglied Eldar Saetre am Dienstag sagte. Der Vertrag läuft von Januar 2013 an.

Dabei hat das Geschäft zwei Standbeine: In Norwegen nimmt Statoil den Deutschen ihr dort gefördertes Erdgas ab, das Wintershall ohne eigenes Transportnetz nicht in andere Länder liefern könnte. Im Gegenzug stellen die Norweger der BASF-Tochter Gas aus der Nordsee in bestimmten europäischen Ländern zur Verfügung. Damit kann Wintershall dann seine Kunden direkt beliefern. Bis zu 45 Milliarden Kubikmeter Erdgas wird das Unternehmen nach eigenen Angaben so von dem norwegische Gas- und Ölkonzern erhalten. Das entspricht laut Statoil dem Verbrauch von etwa zwei Millionen deutschen Haushalten.

Weil aber die BASF-Tochter in Norwegen weniger Gas produziert als ihr Statoil im Rest Europas liefert, muss sie für die Differenz zahlen. Trotzdem nannte Wintershall-Chef Rainer Seele das Geschäft „einen Meilenstein“, weil das Unternehmen seine Produktion aus Norwegen nun im übrigen Europa verwerten könne, ohne ein teures Transportnetz im hohen Norden aufbauen zu müssen. Der Großteil des Gases soll nach Deutschland fließen.

Derzeit produziert Wintershall nur rund 1,3 Milliarden Kubikmeter Nordseegas pro Jahr, will die Fördermenge aber künftig erheblich steigern. Dazu hatte sich das Unternehmen Ende Oktober für gut eine Milliarde Euro in Öl- und Gasfelder von Statoil eingekauft. Statoil-Chef Helge Lund hatte das als „Beginn einer langfristigen strategischen und technologischen Partnerschaft“ bezeichnet.

 
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  • dpa
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