Energie

Russischer Ölkonzern Lukoil kürzt Investitionen

Nach den US-Sanktionen muss Russlands zweitgrößter Ölkonzern Lukoil nun seine Investitionen für das kommende Jahr kürzen – zwei Milliarden Dollar weniger sollen es sein.
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Die USA haben Sanktionen gegen führende russische Energiekonzerne verhängt, wozu neben Lukoil auch Gazprom und Rosneft gehören. Quelle: Reuters

Die USA haben Sanktionen gegen führende russische Energiekonzerne verhängt, wozu neben Lukoil auch Gazprom und Rosneft gehören.

(Foto: Reuters)

SotschiRusslands zweitgrößter Ölkonzern Lukoil bekommt die westlichen Sanktionen wegen der Ukraine-Krise zu spüren. Im kommenden Jahr werde das Unternehmen rund zwei Milliarden Dollar weniger investieren als 2014, sagte Konzernchef Wagit Alekperow am Freitag. Er räumte ein, dass dies auch mit den Strafmaßnahmen zusammenhänge. Als weiteren Grund nannte der Manager, dass die Modernisierung von Raffinerien abgeschlossen sei. Für das laufende Jahr hat Lukoil Investitionen über 20 Milliarden Dollar eingeplant. Die heimische Ölproduktion werde aber 2015 nicht gekürzt, betonte Alekperow.

Die USA haben Sanktionen gegen führende russische Energiekonzerne verhängt, wozu neben Lukoil auch Gazprom und Rosneft gehören. US-Firmen dürfen sie nicht bei bestimmten Fördervorhaben unterstützen, etwa in der Arktis und bei der Suche nach Schiefervorkommen. Außerdem wird die Finanzierung über die westlichen Kapitalmärkte durch die Sanktionen von EU und USA beschränkt.

Offen ist dem Lukoil-Chef zufolge noch, welche Auswirkungen die Sanktionen auf die Partnerschaft mit dem französischen Total -Konzern haben, die eine gemeinsame Erschließung von Ölvorkommen in Sibirien vorsieht. „Wir haben Rechtsanwälte, die sich das anschauen“, sagte Alekperow.

Welche Multis den Ölmarkt dominieren
Waves crash over the conical drilling unit Kulluk where it sits aground on the southeast side of Sitkalidak Island, Alaska
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Stürmische Zeiten: Trotz der weltweiten Wirtschaftsflaute fahren die größten Ölkonzerne der Welt satte Gewinne ein. Der Energie-Informationsdienst Oilandgasiq hat die zehn größten Öl- und Gaskonzerne nach dem täglichen Fördervolumen zusammengestellt.

Stand: Mai 2013

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Platz 10: Kuwait Petroleum Corporation (KPC)

Den letzten Rang unter den Top-10 Ölkonzernen der Welt erreicht der staatliche Ölförderer von Kuwait. Die Kuwait Petroleum Corporation ging aus der Anglo-Persian Oil (heute BP) und Gulf Oil (heute Chevron) hervor. Die Kuwaitis beschäftigen 15.800 Menschen und fördern 3,2 Millionen Fass Öl am Tag. Ein Fass oder Barrel entspricht rund 159 Litern. Im Golfkrieg in den 1990ern setzten irakischen Streitkräfte mehr als 700 kuwaitische Ölquellen in Brand.

Pump jacks are seen in the Midway Sunset oilfield in this file photo
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Platz 9: Chevron

Die Wurzeln des drittgrößten Unternehmens der USA reichen bis 1879 zurück, als die Pacific Coast Oil Company gegründet wurde. Später schluckte Standard Oil das Unternehmen und nannte es SoCal. 1984 schlossen sich dann SoCal und Gulf Oil unter dem Namen Chevron zusammen. Die Kalifornier fördern 3,5 Millionen Barrel am Tag. Rund 62.000 Menschen arbeiten weltweit für den Konzern.

The "Lolair" drilling platform from state oil monopoly Petroleos Mexicanos (PEMEX) is seen off the port of Veracruz, Mexico
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Platz 8: Pemex

Mexiko verstaatlichte 1938 die gesamte Ölindustrie. Heute gilt der Energieriese als eines der größten Unternehmen Lateinamerikas und größter Steuerzahler Mexikos. Die 138.000 Mitarbeiter fördern 3,6 Millionen Fass Öl am Tag.

An old Shell logo is seen on a vintage fuel wagon at a railway station in the town of Naumburg
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Platz 7: Royal Dutch Shell

Der siebtgrößte Ölförderer der Welt entstand 1907 aus dem Zusammenschluss einer niederländischen und einer britischen Firma. Der weltweit bekannte Konzern setzte sich 2012 mit einer Marktkapitalisierung von 140 Milliarden Dollar an die Spitze des britischen Leitindex FTSE. Mit 87.000 Angestellten fördert der Multi 3,9 Millionen Barrel Öl am Tag.

Gulf Oil Spill-Settlement
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Platz 6: BP

Auf eine lange Historie blickt auch British Petroleum, kurz BP, zurück. Die Burmah Oil Company ging 1909 in der Anglo-Persian Oil Company auf, die später zur Anglo Iranian Oil und schließlich zu BP wurde. Einen schweren Schlag erhielt der Konzern, als eine Explosion auf der Plattform Deepwater Horizon 2010 mehrere Arbeiter töte. Das auslaufende Öl verseuchte den Golf von Mexiko und richtete eine der größten Umweltkatastrophen an. Der Konzern wurde zu Milliardenstrafen und Entschädigungen verurteilt. Weitere Prozesse laufen.

BP beschäftigt 85.700 Menschen und fördert 4,1 Millionen Fass Öl am Tag.

A oil field worker works at a well head in PetroChina's Daqing oil field in China's northeastern Heilongjiang province
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Platz 5: Petrochina

Den fünften Rang unter den größten Energiekonzernen der Welt hat Chinas Petrochina erobert. Die Karriere des erst 1999 gegründeten Unternehmens ist steil. Der staatseigene Konzern fördert mit 550.000 Arbeitern 4,4 Millionen Barrel.

Rosneft und der US-Partner Exxon Mobil haben dagegen offenbar auf die Strafmaßnahmen reagiert. Nach Worten des russischen Rohstoffministers Sergej Donskoi dürften die beiden Unternehmen ihre Ölbohrungen in der Arktis gestoppt haben. Dies sei mit hoher Wahrscheinlichkeit geschehen, sagte Donskoi.

Die von Sanktionen betroffenen russischen Firmen können mit staatlichen Hilfen rechnen. Finanzminister Anton Siluanow sagte der Nachrichtenagentur Itar-Tass zufolge, die Regierung prüfe einen Vorschlag der Energiekonzerne Rosneft und Novatek, wonach ihnen ein staatlicher Fonds Anleihen in Höhe von jeweils bis zu umgerechnet 3,9 Milliarden Dollar abkaufen könnte. Die zwei Unternehmen werden von Vertrauten des russischen Präsidenten Wladimir Putin geleitet.

Handelsblatt Energie Briefing
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