Energie

RWE-Chef Terium warnt vor wirtschaftlichem Aus für Kernkraft

Laut Peter Terium, Vorstandsvorsitzender von RWE, ist vor den schwindenden Margen im Energiegeschäft auch Atomstrom nicht sicher. Terium hält ein vorzeitiges Aus der Kernkraft für möglich – wegen Unwirtschaftlichkeit.
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Peter Terium, Vorstandsvorsitzender der RWE AG: Unrentable Kernkraftwerke würden abgeschaltet. Quelle: dpa

Peter Terium, Vorstandsvorsitzender der RWE AG: Unrentable Kernkraftwerke würden abgeschaltet.

(Foto: dpa)

DüsseldorfRWE-Chef Peter Terium mahnt dringende Reformen für den Strommarkt an – ansonsten hält er selbst ein vorzeitiges Aus von Kernkraftwerken für möglich. „Bei den jetzigen Strompreisen inklusive Brennelementesteuer sind die operativen Kosten für den Betrieb eines Kernkraftwerks so hoch, dass die Margen minimal geworden sind. Es wird also spannend“, sagte Terium im Interview mit dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). Bei einem weiteren Verfall des Strompreises seien auch die Kernkraftwerke „im roten Bereich“.

„Es wäre nicht zu verantworten, ein Kraftwerk weiter laufen zu lassen, wenn ich damit jeden Tag Geld verliere“, sagte Terium, „dieses Geld habe ich nicht. Und meine Aktionäre geben es mir auch nicht.“ Terium begrüßt es zwar, dass Energieminister Sigmar Gabriel so zügig eine Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) angeht. Das reicht ihm aber nicht. Wie andere Betreiber von Großkraftwerken fordert er auch ein Reform des Strommarktes, weil die Renditen der Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke dramatisch gesunken sind.

„Wir brauchen Reservekapazitäten, um die Schwankungen bei Solar- und Windstrom abzufangen“, forderte Terium. Und dafür müssten die Betreiber entlohnt werden: „Da die energiepolitische Debatte oft etwas verworren ist, nehme ich ein Bild aus dem Fußball: Wer Meister werden will, braucht eine starke Ersatzbank. Die Leute auf der Ersatzbank werden auch bezahlt, obwohl sie nicht immer spielen.“

Handelsblatt Energie Briefing
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7 Kommentare zu "RWE-Chef: Terium warnt vor wirtschaftlichem Aus für Kernkraft"

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  • Zitat aus Vor-Kommentar:
    ... 48 Cent pro kWh Gas aus Elektrolyse?...? Woher kommt denn bitte diese Zahl? ..
    Dann sollte man den "YOUTUBE" Beitrag-VORTRAG Prof. Sinn in 12/2013 an der UNI -München mal ansehen. Ist eigentlich verständlich, Grundrechenarten reichen, das sagt auch Prof. Sinn.
    Kostet: ca. 1h Vortragszeit ansehen!
    Dazu von mir: Wissen ist Macht, aber daran zu kommen ist Arbeit, viel sogar!

  • Das ist mal wieder ein Jornalistisches Armutszeugniss für das Handelsbaltt. Hier werden noch schlimmer wirtschaftliche Zusammenhänge dargestellt, wie in der Bild-Zeitung. In der Bild-Zeitung wird wenigstens noch mit einer Zahl große Aufriss betrieben. Aber hier?! Garnichts! Nur irgend welche subjektiven Einschätzungen. Echt Arm das ganze.
    Der Leser hätte sicher gerne gewusst, um wieviel Prozent was gesunken ist und das bitte auch in absoluten Zahlen inklusive Zahlen aus der Vergangenheit. Es wäre sicher noch interesant, wie hoch die Kosten von einzelnen Kraftwerken wären und damit verbunden die Umsätze bzw. Gewinne.

  • Das kann man wohl so bestätigen. Ganz interessant ist folgende Studie, die sich mit den kostenmäßigen Möglichkeiten von Elektrolyse-Anlagen beschäftigt:
    http://www.fh-stralsund.de/dokumentenverwaltung/dokumanagement/psfile/file/4/tb_regwa_2491d57f6cdcb6.pdf

    Geht man von 500 EUR/kW Leistung aus, nimmt im Schnitt 3 Voll-Last Stunden pro Tag und 5% Rendite plus 5% Abschreibung pro Jahr, die die Anlage abwerfen soll, dann kommt man (ohne Stromkosten) auf 4,5 Cent pro kWh. Klingt interessant, finde ich...

  • Naja, was der liebe Herr Sinn da auf Youtube von sich gibt ist zumindest fragwürdig. 48 Cent pro kWh Gas aus Elektrolyse? Woher kommt denn bitte diese Zahl? Weder gibt es aktuell Großanlagen, die in größerer Stückzahl produziert werden noch ist bei weiterem Ausbau der Windkraft klar, was "Überschuss-Strom" kosten wird.
    Bei den Kosten gehe ich mal von sehr knapp über 0 aus. Somit bleibt für die Kosten die Abschreibung und der Betrieb der Elektrolyse-Anlage. Und da halte ich 48 Cent für nicht haltbar.

  • @Energischer
    Prinzipiell gebe ich Ihnen Recht, ich halte die Elektrolyse und Speicherung im Gasnetz aufgrund der verfügbaren Kapazitäten längerfristig für die beste Speichermöglichkeit, die in Sicht ist (was natürlich auch daran liegt, dass eben nichts gescheites in Sicht ist).
    Ihr Beispiel hat allerdings einen massiven Haken: Weder Ihr Chemielehrer noch die Raumfahrt muss damit Geld verdienen. Elektrolyse-Speicherung ist nach aktuellem Stand wirtschaftlich unrentabel. Daher bräuchte es eher hier eine Unterstützung von Staats-Seite. Jetzt schon die Gaskraftwerke als Reservekapazität "leben lassen" und langfristig als zumindest teilweise saubere Reservekapazität dann zur Verfügung haben.
    Atomstrom und Kohlestrom als Reservekapazität ist ein Witz, beides viel zu träge zum Ausgleich von starken Schwankungen...

  • Sehenswert, wie "einfach" das ist: http://m.youtube.com/watch?v=m2eVYWVLtwE

  • Ja, endlich! Das wäre ja der Knüller. endlich ist Atom Strom schon im operativen Bereich nicht mehr rentabel. Dann können wir endlich raus aus dem Dreck und uns darum kümmern, wie wir die aus erneuerbaren Energiequellen gewonnene kw speichern, damit der Strom nicht ausgeht, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind gerade Pause macht. Im Schulunterricht hatte ich mal gehört, durch Elektrolyse könne man H2O in H und O spalten. klingt irgendwie einfach, wenn man bedenkt, dass unser Lehrer das auch vorgeführt hat. Im Chemie-Saal. Dann kann das so schwer nicht sein, oder? Und zurückgewinnen könnte man dann den Strom durch eine Brennstoffzelle, wie in der Raumfahrt seit Jahrzehnten. übrig bleibt dann wieder H2O und Energie.... so einfach....

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