Energie

RWE Gefangen in der Vergangenheit

Vier Jahre nach der drastischen Atomwende hat die Vergangenheit RWE noch fest im Griff: Ein Drittel der Investitionen steckt im Neubau von konventionellen Kraftwerken – dabei lässt die Sparte die Gewinne weiter sinken.
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Der Gewinn des Energiekonzerns ist 2014 gesunken. Und auch die Aussichten sind trübe. Quelle: dpa
RWE-Kraftwerk in Niederaußem

Der Gewinn des Energiekonzerns ist 2014 gesunken. Und auch die Aussichten sind trübe.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Katerstimmung beim Essener Energieversorger RWE hält an: Im vergangenen Jahr sackte der betriebliche Gewinn weiter um ein Viertel auf rund vier Milliarden Euro ab, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Dagegen fiel das Ergebnis vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen (Ebitda) mit 7,1 Mrd. Euro deutlich besser aus als geplant aus.

Die Zahlen zeigen, in welch schwierigem Fahrwasser sich das Unternehmen befindet. Die Strom-Großhandelspreise sind wegen des Ausbaus des Ökostroms und der Überkapazitäten bei den Kraftwerken auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen. 2014 fiel das Ergebnis der Kraftwerks-Tochter von RWE um 30 Prozent auf knapp eine Milliarde Euro. In nicht allzu ferner Zukunft drohe der RWE Generation bei solchen Preisen ein betrieblicher Verlust, sagte Konzernchef Peter Terium.

RWE drücken zudem immer noch Schulden von 31 Milliarden Euro. Terium schaffte es auch im abgelaufenen Jahr nicht, sie nennenswert zu reduzieren. Für Erleichterung soll aber bereits 2015 der Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea sorgen. Die Essener veräußerten trotz politischer Widerstände in Großbritannien die Tochter für 5,1 Milliarden Euro an eine Gruppe russischer Investoren.

Dass RWE zu lange auf das falsche Pferd gesetzt hat, zeigen auch die Investitionen des Konzerns. Statt den Ausbau der Erneuerbaren zu forcieren, dienten rund ein Drittel der Investitionen im Jahr 2014 der Fertigstellung von Kraftwerksneubauten im Unternehmensbereich Konventionelle Stromerzeugung. Insgesamt gab RWE 14 Prozent weniger für Zukunftsprojekte aus.

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11 Kommentare zu "RWE: Gefangen in der Vergangenheit"

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  • Weder ich noch Menschen in meinem Umfeld die sich jahrzehntelang beruflich mit der Kernenergie beschäftigt haben, haben je von "Atomsubventionen" gehört. Ich kenne Enteignungen, sachfremde Schikanen und andere Behinderungen der Kernenergie.

    Sofern Sie reale "Atomsubventionen" kennen, sollten Sie sich als Consultant selbständig machen und die Versorger beraten.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
    http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Und was der Rest der Welt über die deutsche Ethik-Energiewendekanzlerin und Willkürpolitikern des Kernkraftausstiegszwang hält, das bringt der japanische Regierungschef gut auf den Punkt....Japan kann und wird nicht auf die Kernkraft verzichten und auf die unwirtschaftliche und verrückten Erneuerbaren Energien setzen wie Deutschland.

  • Seit wann sind Kraftwerke "Vergangenheit"!!!!
    Die Vergangenheit liegt im EEG = Energiewende!
    Die sog. Erneuerbaren Energien sind Parasiten an unserer Stromversorgung. Und ein Parasit braucht einen Wirt = Kraftwerk um zu überleben. Und das Überleben sichert bis dato immer noch ein marktfeindliches Subvention-Abgabenzwangsgesetz EEG!

    Energiewende/EEG = erst kommt die Lüge, dann der Betrug/Selbstbetrug danch der Mangel und zum Schluss die Volksarmut!

  • Strom aus AKWs hätte und hat es nie ohne gigantische finanzielle Förderung gegeben. Die kWh Strom aus AKWs kostet, inkl. der nicht im Strompreis enthaltenen "Nebenkosten" über 30ct/kWh.

  • Vier Jahre nach der drastischen Atomwende? Liebe Frau Heide, Sie gehören wohl zu den U20-Jährigen. Der Atomausstieg wurde 2001 zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgern vertraglich fixiert und dann nur für kurze Zeit außer Kraft gesetzt. Die Politik hat den Energiedinos einen über 20-jährigen Anpassungszeitraum zugestanden, was angesichts der Gefahren der Atomkraft schon ziemlich verantwortungslos war. Aber, Unternehmen die erst nach 14 Jahren die Verträge verstehen die sie unterzeichnet haben, gehören wirklich in die Obhut eines Konkursverwalters.


  • Wenn man eig. weiß, dass praktisch Strom für jedermann auf der Welt fast kostenlos möglich wäre und trotzdem damit so viel Geld gemacht wird + noch die ganzen kriminellen Machenschaften rund um "erneuerbare Energien"... dann wird einem da echt schlecht...
    Naja ich hab ja Strom und kanns mir leisten, mir gehts da eher um "den Rest der Welt", der immer weiter vom "System" ausgebeutet/ermordet" wird.

  • "Energieversorger steckt in der Vergangenheit fest"

    ___________

    Wie Atomkraft ohne üppigste Staatsfördermittel funktioniert kann man sehr gut am gegenwärtigen wirtschaftlichen Zustand einiger Energieversorger erkennen, die nicht bereit wirken von fragwürdigen Energieversorgungskonzeptionen aus den Fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu lassen.

  • Wenn ich meine Nase aus dem Fenster hänge, dann stinkt es nach "erneuerbarer
    Energie" so der schwachsinnige Name von Holz.. Auch so ein Verbrechen dieser Öko-Mafia.

  • Die Stromversorgung ist ein sehr langfristiges Geschäft. Vom Erschliessen eines Braunkohletagebaus, Bau von Kraftwerken bis zur Rekultivierung vergehen 80 Jahre. Umweltfreundliche Kernkraftwerke kommen mit Planung, Bau, Betrieb, Rückbau auf einen ähnlichen Zeitraum.

    Wenn die Politik und Gesellschaft aus (öko)religiösen Gründen dieses Geschäft aprupt mit Enteignung, Abschalten voll funktionsfähiger Kernkraftwerke, Behinderung der Kohle im Zuge der Oekolegende eines Klimawandels beendet, dann hat das auch eine entsprechende Bremsspur zur Folge.

    Es ist korrekt, dass die Oekoreligion mit "Erneuerbaren Energien", Waldsterben, Klimaschwindel, Atomstrahlenglauben seit den 70er Jahren eine politische Grösse darstellt. Technisch - Wirtschaftlich ist dieser Glaube wie andere Religionen auch abwegig. Die Verantwortlichen bei den Versorgern hatten nicht das Vorstellungsvermögen, dass dies tatsächlich Politik werden könnte.

    Somit wird der Steuerzahler eben auch den Schaden bei den meist staatlichen, oder teilstaatlichen Versorgern tragen müssen.

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