Energie

RWE-Gewinn schrumpft Der kraftlose Energieriese

Für die Energiekonzerne wird es immer schlimmer. Nach Eon meldet auch RWE einen weiteren Gewinnrückgang. Vorstandschef Terium hat neben den Kraftwerken ein neues Problem – und kritisiert die Pläne von Eon.
Update: 13.08.2015 - 10:39 Uhr 37 Kommentare
Die konventionelle Stromerzeugung ist die Achillesferse von RWE. Quelle: Reuters
RWE-Kraftwerk bei Neurath

Die konventionelle Stromerzeugung ist die Achillesferse von RWE.

(Foto: Reuters)

Essen/DüsseldorfDie Antworten mögen unterschiedlich sein, das Grundproblem aber ist das selbe: Ein Tag nach Eon legte Konkurrent RWE seinen Zwischenbericht vor – und die Lage ist genauso ernst wie beim Konkurrenten. In Essen werden genauso wie in Düsseldorf dringend neue Wachstumsmöglichkeiten benötigt.

Im ersten Halbjahr musste RWE beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) einen Rückgang um sieben Prozent auf 3,2 Milliarden Euro verkraften. Das - um Sondereffekte bereinigte - Nettoergebnis sank um 28 Prozent auf 543 Millionen Euro. Dabei war der Umsatz mit 25,1 Milliarden Euro nahezu stabil geblieben. Konkurrent Eon hatte am Mittwoch beim Ebitda ein Minus von 13 Prozent berichtet und beim Überschuss sogar von 21 Prozent.

RWE machte in erster Linie den „fortgesetzte Margenrückgang in der konventionellen Stromerzeugung“ dafür verantwortlich. Ähnlich hatte sich am Tag zuvor auch Eon geäußert.

Die deutschen Energieriesen kämpfen in ihrem bisherigen Kerngeschäft mit der Energiewende und den drastischen Verwerfungen auf dem Energiemarkt. Die großen Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke werden durch die boomenden erneuerbaren Energien, die vorrangig ins Netz gespeist werden, zunehmend aus dem Markt gedrängt. Im Terminmarkt wird eine Megawattstunde Strom, die kommendes Jahr geliefert werden soll, für gerade noch 30 Euro gehandelt. Vor drei Jahren waren es 20 Euro mehr.

Entsprechend sind die Gewinne in der Stromerzeugung zusammen geschmolzen. Gaskraftwerke rechnen sich schon lange nicht mehr, Steinkohlekraftwerke auch immer weniger und inzwischen bekommen sogar Braunkohle- und Atomkraftwerke Probleme.

Bei RWE sanken die Ergebnisse in der Stromproduktion um 27 Prozent auf 750 Millionen Euro. „Hauptgrund dafür war, dass wir den Strom unserer deutschen und niederländischen Kraftwerke zu niedrigeren Großhandelspreisen abgesetzt haben als 2014“, teilte RWE mit. Eon hatte einen Rückgang des Ebitdas in der Erzeugungssparte um 29 Prozent zu verkraften.

Hinzu kommt aber auch ein hausgemachtes Probleme. Bei der britischen Tochter N-Power brach das Ergebnis um 60 Prozent auf 53 Millionen Euro ein. Dabei lief das Vertriebsgeschäft europaweit eigentlich gut. Es gebe aber „unerwartete operative und technische Probleme im britischen Vertriebsgeschäft“, teilte RWE mit. Das schmeckte den Anlegern gar nicht: Die Aktien des Versorgers rutschten um bis zu 3,3 Prozent auf 17,67 Euro, das ist der tiefste Stand seit mehr als zwölf Jahren. Im Dax waren sie damit der einzige Verlierer.

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37 Kommentare zu "RWE-Gewinn schrumpft: Der kraftlose Energieriese"

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  • Um Erster zu sein noch ein Beitrag zu Herrn Hofmann.
    Sie machen allen Ernstes die komplette freie Marktwirtschaft von der EEG abhängig. Dies wird aber auch nach 1000 Wiederholungen nicht wahrer.
    Bitte rechnen sie uns allen doch mal vor wie der AKW STrom direkt und indeireckt subventioniert wird. Wir sind auf den korrekten kW/h Preis gespannt.
    Gerne würden wir auch den Businessplan der Betreiberfirma für die Abfälle über die nächsten paar tausend Jahre sehen. Es soll ja eine solvente Firma sein, welche nie vom Steuerzahler getragen oder gestützt werden muss. Hoffentlich ist das aussergewöhnliche Ereignis im Jahre 2938 berücksichtigt.
    Wenn man ihr manisches Verhalten anschaut, stellt man fest, dass sie, trotz freier Marktwirtschaft nie Frei sein werden. Sie sind sicher auch dafür, dass die Steuerbehörde für einen freie Marktwirtschaft privatisiert werden muss. Am besten gleich alles. Privatisierte Politiker haben wird ja dank Lobbyismus bereits weitgehenst. Übrigens, Bürger zählen nichts und zudem sind die meisten, welche Ende Monat einen leeren Geldbeutel haben selber schuld. Die könnten ja einfach reich werden, gell?
    Ich sehe das Scheitern der freien Marktwirrtschaft eher durch die erhältlichen Farben bei Kaugummis.:-)

  • @F. Gessw
    Sie kennen eine Selbstbestimmung und Eigenverantwortung nicht. Ansonsten würden Sie nicht diese unverantwortliche und staatlich diktierte Energiewende/EEG als etwas GUTES und NÜTZLICHES sehen.
    Eine selbstbestimmte Markt-Gesellschaft ist mit der Energiewende/EEG nicht zu haben. Es bestimmt hier einzig und alleine die Ideologie einer Grün-Sozialistischen Politik über die Erzeugung und Verteilung von Strom.
    Und Eigenverantwortung ist bei der Energiewende/EEG auch nicht in Sicht. Ansonsten würden die sog. Erneuerbaren Energien ihre eigenen Stromleitung bauen und ihren Strom selbst vermarkten und nicht auf den Rücken der konventionellen Kraftwerksbetreiber ihre Abzockergeschäfte tätigen. Danke!

  • @F. Gessw;

    nur ein Hinweis (falls Sie es nicht schon selbst gemerkt haben) vielleicht gehen Sie davon aus, dass sich die Marc Hofmanns dieser Welt wie normale Menschen objektiven und nachprüfbaren Realitäten stellen und diese auch dann anerkennen, wenn sie der eigenen Meinung widersprechen.

    Das können Sie vergessen.

    Menschen wie Marc Hofmann verweigern sich jeder Realität, sobald sie das eigene Weltbild ad absurdum führt.

    Hier z.B. finden Sie eine zutreffende Analyse dieser Spezies.

    http://blog.gwup.net/2015/07/12/klimawandel-leugner-skeptiker-und-wissenschaft/

    Zitat: "Es (dieses Weltbild) will sich generell nicht durch rational hinterfragbare Kriterien überprüfen lassen, sondern sich ausschließlich aus seinen Werten legitimieren.

    Musterexemplare einer solchen Denkweise finden Sie auf der von Marc Hofmann verlinkten Klimaleugner-Seite.

  • @M. Hofmann:
    bitte klicken sie doch einfach auf antworten oder sind sie so präsenzgeil dass ihr Name immer zu oberst stehen muss? Das erklärt natürlich auch ihre Sicht der Dinge.
    Ebenfalls möchte ich mich im Namen aller Menschen (ausser ihnen) bei ihnen für die vorhandene Dummheit und verschobenen Ideologien entschuldigen. Sie hätten doch einfach im ersten Kommentar schreiben können, dass sie die Wahrheit und Klugheit sind. Hätten sie dies gemacht, müssten sie jetzt nicht permanent Leute beleidigen. Mein letztes Posting mit ihnen. Sie habe gewonnen!

  • SIe haben schon wieder nicht auf "antworten" geklickt und werfen mir Begriffsstutzigkeit vor, das entbehrt zumindest nicht einer gewissen Ironie...

    Sie packen hier wieder Gleichungen hin, Marktwirtschaft = freie Gesellschaft, Planwirtschaft = Diktatur, die zwar historisch betrachtet etwas häufiger korrelieren, aber wo es überhaupt keinen notwendigen Zusammenhang gibt.

    Nach Ihrer Logik könnte ich die Weimarer Republik als singuläres Beispiel nehmen und daraus ableiten, dass aus einer Demokratie immer eine Diktatur, ein Weltkrieg und ein Holocaust resultieren muss. Sehen sie den Fehler?

    Dazu finde ich Ihren Ansatz extrem dogmatisch, während ich ja schon versuche, Ihnen ein paar Brücken zu bauen und pragmatisch zu sein - die "soziale Marktwirtschaft" ist ja auch ein solch pragmatischer Ansatz, nur leider ist die soziale Komponente immer mehr auf der Strecke geblieben über die Jahre, das sehen Sie an der immer extremer werdenden Vermögenskonzentration - und Sie nennen das hier trotzdem noch Sozialismus, ich meine, was soll man denn dazu noch sagen?

    Zu guter Letzt: Auch Ihr "Schluss" über mich ist falsch... Naja, ich meine, was heißt Eigenverantwortung, ich habe einen guten Job, Frau und Kind, bezahle meine Rechnungen pünktlich, gehe wählen und diskutiere in Foren mit Menschen über Politk und die Zukunft der Gesellschaft.

    Wie sieht denn Eigenverantwortung Ihrer Meinung nach aus? Gewehr in die Hand und ab in den Bundestag? Sic semper tyrannis? Halte ich für keinen guten Weg.

    Aber, was die "Unterwerfung" angeht - ja, ich bin ein Individuum. Eins von vielen. Damit das Zusammenleben klappt, muss ich mich, wie alle anderen (hoffentlich) auch, Regeln unterwerfen. Meine Freiheit muss dort enden, wo die Freiheit des anderen anfängt. Ich glaube, damit habe ich "Freiheit" ganz gut verstanden.

    Wenn Sie also von leeren Phrasen und absurden Unterstellungen zu Erklärungen und Ansätzen übergehen würden, die diskussionsfähig sind - das wäre doch eine schöne Abwechslung :).

  • @ F. Gessw
    Begreifen Sie erst einmal, was Marktwirtschaft = freie Gesellschaft überhaupt bedeutet. Anscheinend sind Sie so unselbständig und tragen keine Eigenverantwortung für Ihr Leben....ansonsten kann ich mir ihre staatliche und sozialistische Unterwerfung an ein Politisches Diktatursystem = Plansystem nicht erklären. Danke!

  • @Jürgen Blim
    Klar kann jeder Bürger Aktionär oder Fonds Teilhaber werden! Außer in ihrer Sozialistischen von freiheitsberaubender und unterdrückten Ideologiewelt wohl nicht.

  • Klicken Sie doch bitte nächstes mal auf "antworten", direkt unterhalb meines Kommentars. Dann landet ihre Antwort direkt unterhalb meines Kommentars und hält die Informationen zusammen, die zusammen gehören.

    Bei der Gelegenheit, Dinge die nicht zusammengehören (Überleitung badum tss !;):
    Sozialismus und Planwirtschaft. Und Diktatur, wo wir schon mal dabei sind. Sie klingen wie das Tagebuch von Adam Smith, aber das undurchdachte Zitieren von Tea-Party-Phrasen bringt doch niemanden weiter - obwohl Sie das ja scheinbar wirklich gerne tun, sei es bei Kernkraft, bei Umwelt- oder bei Wirtschaftspolitik. Glauben Sie auch, dass jeder eine Waffe zuhause haben sollte? Glauben Sie an Gott? An Einhörner? Von einer "invisible hand" sind Sie ja offensichtlich felsenfest überzeugt.

    Wenn Sie nur bereit sind, weit genug zurück zu schauen, werden Sie feststellen, dass bislang jedes "System" gescheitert ist, von Anarchie bis Zentralverwaltungswirtschaft, mit und ohne Demokratie, mit und ohne Sklaven. Aber was heißt überhaupt "gescheitert"? Und wo haben Sie mal ein "System", das mit dem immer gleichen Ansatz 1.000 Jahre (oder auch nur 100) durchgekommen wäre, ohne sich anzupassen?

    Kapitalismus hat viele evolutionäre Züge, survival of the fittest, möglichst wenige Regeln usw. - und kann damit enorme Kräfte freisetzen. Angst und Gier sind mächtige Motivatoren. Aber da man zwangsweise einen immer größeren Personenkreis vom Güterkreislauf ausschließt, muss man zumindest die Frage stellen dürfen, ob wirklich "die Gesellschaft" gewinnt. Oder nur die Top 10%.

    Volker Pispers hat es in seinem Programm mal schön auf den Punkt gebracht, für 50% der Amerikaner heute wäre der Lebensstandard (nicht verwechseln mit Stand der Technik) der DDR von vor 30 Jahren eine deutliche Verbesserung.

    Man kann mixen. Ein bißchen Sozialismus, ein bißchen Demokratie, Privateigentum und Staat, das geht - lesen Sie mal "Freiheit statt Kapitalismus" von Dr. S. Wagenknecht. Ich habe ja auch Smith gelesen :).

  • @M. Hofmann:
    sie merken aber schon wie schwach ihre Argumentation "auch jeder Bürger kann" ist. Da mag man gar nicht mehr weiterdiskutieren.

  • @Jürgen Blim
    Jeder Bürger kann auch Aktionär (also Aktion von Konzernen erwerben) werden! Auch viele Bürger haben Aktionen von diesen Konzernen und auch viele Lebensversicherung und Rentenversicherungen haben vor der Willkür der deutschen Energiepolitik = marktfeindliche Energiepolitik in den Stromkonzerne ihre Anlagestrategie für die Zukunft gesehen. Dies wurde jetzt durch die marktfeindliche Politik der Energiewende = EEG komplett vernichtet. Und somit kommt der Mangel und die Armut über die Willkür einer marktfeindlichen Grün-Sozialistischen Ideologie über uns als Deutsche und EU Gesellschaft hereingebrochen!

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