Energie

RWE in der Krise Der Aufstand der Kommunen

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„Starke und erfahrene Führungspersönlichkeiten“

Was die regionalen Anteilseigner zudem erzürnt, ist die Art und Weise, wie RWE-Boss Terium den Dividendenausfall kommuniziert hat – im Alleingang, ohne die Kommunen miteinzubeziehen. „Das muss Konsequenzen haben“, sagte Uwe Bonan dem Handelsblatt. Dem Stadtkämmerer von Mülheim an der Ruhr fehlen jetzt 7,2 Millionen Euro in seinem Finanzhaushalt. Das Defizit der Stadt von 67,5 Millionen Euro dürfte deshalb weiter steigen.

Auch in anderen Städten wie Essen oder Dortmund fehlen wegen der ausbleibenden Einnahmen durch die Dividende plötzlich Millionen. Zuletzt hatte RWE den Kommunen an Rhein und Ruhr noch 150 Millionen Euro im Jahr überwiesen.

Kritisch beäugen die regionalen Anteilseigner auch den Umbau des Konzerns. Als Reaktion auf die Umwälzungen im Energiemarkt spaltet sich RWE ähnlich wie der Konkurrent Eon auf. Die RWE AG wird nur noch für den Großhandel und die notleidende konventionelle Stromerzeugung zuständig sein.

Das Zukunftsgeschäft mit den erneuerbaren Energien, dem Vertrieb und den Netzen wird in eine neue Gesellschaft (Arbeitsname: NewCo) ausgelagert, die am 1. April 2016 offiziell an den Start gehen soll. Ende des Jahres will RWE zehn Prozent der Anteile an der neuen Gesellschaft im Zuge einer Kapitalerhöhung an die Börse bringen.

Die künftige Führungsmannschaft der Tochter und der RWE AG hat der Aufsichtsrat am Donnerstag nun endgültig beschlossen. Demnach leitet Peter Terium bis zum Börsengang der NewCo beide Unternehmen in Personalunion und wechselt dann zur grünen Tochter. Finanzvorstand der neuen Gesellschaft wird Bernhard Günther, Personalvorstand Uwe Tigges. Martin Herrmann, Hans Bünting und Hildegard Müller, ehemals Geschäftsführerin des Bundesverbands Energie- und Wasserwirtschaft, komplettieren die Führungsriege.

Den Vorstandsvorsitz der RWE AG übernimmt der bisherige Unternehmensvize Rolf Martin Schmitz. Markus Kerber, der derzeit die RWE Supply & Trading GmbH leitet, wird Finanzchef. Personal- und Arbeitsdirektor wird Uwe Tigges, der die Funktionen bis April 2017 in Personalunion führen wird.

„Ich bin froh, dass wir mit den getroffenen Entscheidungen auch für die Phase nach dem Börsengang langfristige Führungskontinuität bei der RWE AG gewährleisten können“, erklärte RWE-Aufsichtsratschef Manfred Schneider. Nachsatz: „Beide Unternehmen brauchen starke und erfahrene Führungspersönlichkeiten, um in schwierigem Umfeld erfolgreich zu sein.“

Alle Beschlüsse im RWE-Aufsichtsrat sind nach Informationen des Handelsblatts einstimmig gefällt worden. Das heißt: Auch die vier Vertreter der Kommunem im 20-köpfigen Kontrollgremium haben dem Umbau des Konzerns und der Dividendenstreichung zugestimmt.

Wenngleich sich viele regionale Anteilseigner kämpferisch geben, die einheitliche Beschlussfassung ist ein Indiz dafür, dass die Revolte der regionalen Anteilseigner auf der Hauptversammlung vielleicht doch nicht ganz so heftig ausfallen dürfte.  

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12 Kommentare zu "RWE in der Krise: Der Aufstand der Kommunen"

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  • ATOMKRAFT

    --------------------------------------------------------------

    NEIN---------------D A N K E


    !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


    ich heize mit Kohle und offenem Feuer





    .

  • ...bei der Dividende auszugleichen.

  • @Herr Adolf Wolf

    Die Kommunen sollten genau dann, wenn die Aktienkurse ihren historischen Tiefpunkt erreicht haben, Kasse machen um das Minus bei der Dividende ausgeglichen wird.

    Das war und ist die Denkweise und Strategie von Kanaldeckelpolitikern - und im nächsten Jahr erhöhen die dann die Friedhofsgebühren und die Grundsteuer. Ja, da sitzen wirklich die hellsten Köpfe..

  • Eieieie,

    ich bin ja überall zu spät, was ist denn heute los?

  • Sind Sie der "Echte" oder der Troll ?

  • Herr Riesener,

    Die Srompreise für die Industrie liegen bei rund 8 Cent pro KWh.

    Irgendwie passt Ihre Aussage nicht!

    Sie liefern viele Detailzahlen, aber da wo offenkundig wird, dass Privatkunden abgezockt werden, da verweisen Sie nur auf den hohen Anteil der staatlich festgelegten Abgaben.

    Ihre privaten Verbraucher in Deutschland werden von den EVUs gemolken, abgezockt. Lobbyismus hat gravierend dazu beigetragen, und zusätzlich zig Milliarden Aktionaerskapital verbrannt.

  • Tja, da hätten die Kommunen doch besser in die hier viel zitierten internationalen Prämiumaktien investieren sollen.

  • Zeit für den DeInvest.

    Die Kommunen sollten nicht jammern sondern agieren. Im ersten Schritt verkaufen der Aktien, sodaß das Minus bei der Dividende mindestens ausgeglichen wird. Damit müssen auch keine Leistungen gestrichen oder neue Kredite aufgenommen werden.

    Im zweiten Schritt, RWE in die Verantwortung nehmen und den Umbau voranbringen:
    - Ausstieg aus der Braunkohle, damit nicht noch weitere Regionen zerstört und die Gesundheit vieler ruiniert wird (Staub- und Giftbelastung u.a. Tonnen von Quecksilber jedes Jahr)
    - Ernsthafte Integration der Regenerativen Energien in den Strommix und anschieben von ehrlichen Mieterstrommodellen in Kommunen und Städten. Die Dächer sind vorhanden und können direkt genutzt werden.
    - Und vieles mehr.

    Andere Städte, Organisatoren und Hedgefonds machen es vor, kein Geld mehr für die aktive Klimazerstörung, sondern umsteuern – Paris 2015 läßt grüßen. Es müssen Taten folgen, bei RWE ist es höchste Zeit.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Richtig Herr Ramseyer!

    Wer E wie Energiewende sagt, muss auch G wie Geld weg sagen. Was hätte denn RWE machen sollen? Natürlich in Erneuerbare investieren!? Erneuerbare sind (vielleicht noch) nicht konkurrenzfähig, und damit bedeutet die Investition in Erneuerbare Subventionen kassieren - von uns Endverbrauchern.

    Wer jetzt immer noch gegen RWE und Co wettert, sollte mal auf die Strompreise schauen. Ein Haushalt bezahl knapp 30ct pro kWh. RWEs Kraftwerke bekommen aber den Großhandelspreis, das sind 20-25 EUR/MWh = 2.0 -2.5 ct/kWh. Wie soll denn RWE damit Geld verdienen um Dividenden auszuschütten?? Die gigantische Differenz von 2.5 auf 30 Cents sind vorwiegend Steuern und Subventionen für erneuerbare Energien.

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