Energie

RWE Salzsäure im Pannenkraftwerk

RWE hat mit einem Prestigeprojekt nur Ärger: Im neuen Steinkohlekraftwerk in Hamm kommt es erneut zu einem Zwischenfall. Die Anlage wird deswegen monatelang stillstehen.
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Panne im RWE-Kraftwerk in Hamm: Große Mengen Chemikalien haben die Anlage beschädigt. Quelle: Reuters

Panne im RWE-Kraftwerk in Hamm: Große Mengen Chemikalien haben die Anlage beschädigt.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDer Energiekonzern RWE muss bei einem neuen Kraftwerk wegen einer Panne mit einer Verzögerung und hohen Kosten rechnen. Im neuen Block D des Steinkohlekraftwerks im westfälischen Hamm, der im Herbst in Betrieb gehen sollte, wurden versehentlich Chemikalien, darunter große Mengen Salzsäure, in den Kessel geleitet, erfuhr das Handelsblatt (Montagausgabe) aus Konzernkreisen. Die Kesselrohre wurden genauso angegriffen wie eine Turbine.

„Die Menge an Salzsäure ist irre“, sagte ein Konkurrent, der mit den Vorgängen vertraut ist. „Wie so etwas passieren kann, ist schleierhaft.“ RWE bestätigte, dass es „zu einem unbeabsichtigten Chemikalieneintrag gekommen“ ist, will den Vorfall aber erst noch analysieren und äußert sich nicht zu den Kosten. Vermutlich stammen die Chemikalien aus der Wasseraufbereitung.

Die Anlage wird aber mindestens bis März stillstehen, vermutlich aber noch viel länger. In Branchenkreisen werden alleine die Kosten für die Verzögerung auf eine Million Euro pro Woche geschätzt. Hinzu kommen die Reparaturkosten.

Für RWE und 23 Kommunalversorger, die an dem Projekt beteiligt sind, ist das ärgerlich, weil es schon mehrere Pannen gab. Die Inbetriebnahme hinkt schon zwei Jahre hinter dem Zeitplan hinterher. Die Investitionskosten haben sich von zwei auf 2,4 Milliarden Euro erhöht.

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