Energie

RWE verkauft Dea Keine Angst vor den Briten

Trotz des Widerstands der britischen Regierung schließt der Energiekonzern RWE den Verkauf seiner Öl- und Gasfördertochter Dea an eine russische Investorengruppe ab. Noch könnte London den Essenern ihren Deal vermiesen.
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Ab heute Relikt der Vergangenheit: Das Logo der RWE-Öltochter RWE Dea. Quelle: dpa

Ab heute Relikt der Vergangenheit: Das Logo der RWE-Öltochter RWE Dea.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Energiekonzern RWE hat den milliardenschweren Verkauf seiner Tochter Dea an die russische Investorengruppe Letter One über die Bühne gebracht. Die Transaktion sei endgültig abgeschlossen, teilten RWE und Letter One am Montag mit. Die Gruppe wird von der russischen Alfa Group des Milliardärs Michail Fridman kontrolliert.

Der Unternehmenswert liege auf der Basis aktueller Wechselkurse bei 5,1 Milliarden Euro. Damit ist er etwas höher als die im Januar von RWE genannten rund fünf Milliarden Euro.

Noch am Wochenende hatte es Probleme bei dem Deal gegeben. Die britische Regierung hatte am Samstag Bedenken angemeldet, dass der Verkauf an ein russisches Unternehmen wegen möglicher künftiger Sanktionen auch Auswirkungen auf den Betrieb der zwölf Öl- und Gasfelder in der Nordsee haben könnte. Verhindern können hätte London den Verkauf zwar nicht, die Regierung kann aber bei einem Eigentümerwechsel Förderlizenzen entziehen.

Wenn die Akquisition „wie geplant umgesetzt“ wird, werde Energieminister Ed Davey gegebenenfalls von den Unternehmen verlangen, „den Verkauf an einen geeigneten Dritten zu organisieren“, hieß es am Samstag in einem offiziellen Statement der britischen Regierung.

Was sich hinter deutschen Firmennamen verbirgt
Innogy (Energiekonzern, Essen)
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Innogy ist ein Produkt der Aufspaltung von RWE. Das Unternehmen umfasst das Ökostromgeschäft, die Stromnetze und den Vertrieb des Energieriesen. Der Name kombiniert die Begriffe „Innovation“, „Energy“ und „Technology“ und wird bereits seit längerem im RWE-Konzern verwendet. 2002 übernahm der Energieversorger das britische Unternehmen Innogy, das daraufhin in RWE npower umbenannt wurde.

RWE
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Der sogenannte RWE-Tower, Zentrale des Energiekonzerns RWE in Essen. Der Name des Unternehmens steht für Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk.

Haribo (Süßigkeitenhersteller, Bonn)
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1920 gegründete Johann „Hans“ Riegel in Bonn der Süßwarenkonzern Haribo. Die Unternehmensbezeichnung leitet sich aus den beiden ersten Buchstaben des Vor- und Nachnamens von Hans Riegel sowie den beiden ersten Buchstaben des Standortes (Bonn) ab.

Eon (Energiekonzern, Essen)
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Ein Kunstname, der an E wie Energie und „on“ wie einschalten erinnern soll. Den beiden Vorgängerunternehmen, aus denen Eon entstand, merkte man ihre Vergangenheit als preußische Staats-Holdings noch an: VEBA, die „Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks AG“ und VIAG, die „Vereinigte Industrieunternehmungen AG“.

Uniper (Energiekonzern, Düsseldorf)
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Der Eon-Konzern hat sich aufgespalten. Die neue Gesellschaft, in der die Kraftwerksaktivitäten gebündelt werden, heißt „Uniper“. Der Name ist die Kurzform von „Unique Performance“, das zu deutsch „Einzigartige Leistungsfähigkeit“ bedeutet.

Rewe (Einzelhandelskonzern, Köln)
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Der Name Rewe setzt sich zusammen aus „Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften“. Der deutsche Handelskonzern wurde am ersten Januar 1927 als Genossenschaft in Köln gegründet.

Uvex (Sportartikel, Arbeitsschutzprodukte)
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Das Fürther Unternehmen Uvex produziert Skibrillen und -helme, Fahrradhelme – und vor allem Arbeitsschutzprodukte wie Sicherheitshandschuhe und -brillen. Der Firmenname ist die Abkürzung für „Ultraviolet excluded“ – denn den UV-Schutz der Brillen zu optimieren sieht Uvex als Kernkompetenz an.

RWE hatte bereits am Wochenende angekündigt, den Deal dennoch durchziehen zu wollen. Wenn weitere Sanktionen verhängt werden, würde RWE gezwungen sein, das britische Geschäft zurückzunehmen und an einen anderen Interessenten zu verkaufen, hieß es vom Unternehmen. Die britische Regierung hat Bedenken, dass Sanktionen „ernste Gesundheits-, Sicherheits- und Umwelt-Risiken“ mit sich bringen könnten.

RWE hatte die Verkaufspläne bereits vor etwa einem Jahr bekanntgegeben. Insgesamt 14 Regierungen mussten die Transaktion freigeben – alle, in denen Dea Erkundungslizenzen für Öl oder Gas hat. Dazu gehörten neben Großbritannien auch Norwegen, Ägypten oder Libyen.

Auch das Bundeswirtschaftsministerium leitete Mitte Juni eine Prüfung des Geschäfts ein, um festzustellen, ob mit dem Deal strategische Interessen Deutschlands verletzt werden. Dazu zählt etwa die Versorgungssicherheit. Im August gab das Ministerium dann Entwarnung: Die Versorgungssicherheit sei nicht gefährdet, da der Käufer seinen Firmensitz in der EU habe.

RWE zeigte sich höchst zufrieden mit dem Deal. Das Geld kann der angeschlagene und hochverschuldete Konzern gut gebrauchen. An der Börse legten RWE-Papiere dennoch nur leicht zu. „Wir haben für die Dea einen strategischen Käufer gefunden, der langfristig in das Geschäft mit der Öl- und Gasförderung investieren möchte und das Unternehmen in eine gute Zukunft führen wird“, sagte Unternehmenschef Peter Terium laut Pressemitteilung.

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1 Kommentar zu "RWE verkauft Dea: Keine Angst vor den Briten"

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  • RWE strukturiert sich gerade um, damit in der Ursprungsgesellschaft, die dann verantwortlich ist für den Rückbau von alten AKW´s kein Geld mehr vorhanden ist - und jetzt raten wir mal, wer dann den Rückbau bezahlen wird? - Genau!

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