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Energie

RWE Vorstand trotz Dividendenausfalls entlastet

Der Vorstand des Energieversorgers RWE berichtet bei seiner Hauptversammlung von massiven Einbrüchen und streicht die Dividende. Damit kommt Vorstandschef Terium bei den Anlegern durch – nun ruft er die Politik zu Hilfe.
Der Aufstand blieb aus: RWE-Vorstandschef Peter Terium bei der Hauptversammlung des Energiekonzerns in Essen. Quelle: Reuters
Peter Terium

Der Aufstand blieb aus: RWE-Vorstandschef Peter Terium bei der Hauptversammlung des Energiekonzerns in Essen.

(Foto: Reuters)

Essen Der Vorstand des kriselnden Versorgers RWE ist trotz Kritik wegen des Ausfalls der Dividende für 2015 von der Hauptversammlung entlastet worden. Der entsprechende Antrag bekam bei der Hauptversammlung am Mittwoch eine Mehrheit von 97,44 Prozent. Kommunale Aktionäre hatten zuvor wegen der Dividendenstreichung eine Nichtentlastung diskutiert.

Der Versorger hatte 2015 einen Verlust von 170 Millionen Euro eingefahren. Nur die Vorzugsaktionäre sollen eine Dividende von 13 Cent je Aktie erhalten, die Stammaktionäre gar nichts.

Angesichts der Einbrüche wegen der Energiewende ruft RWE nun die Politik um Hilfe. „Weitere, massive Verluste unseres Kraftwerksgeschäftes können wir uns auf Dauer nicht leisten“, sagte Vorstandschef Peter Terium am Mittwoch bei der Hauptversammlung des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns in Essen.

„Wir haben nicht viel Zeit. Unsere finanzielle Situation ist angespannt“, sagte er. Börsenstrompreise von nur noch rund 20 Euro pro Megawattstunde bedeuteten den Ausnahmezustand. Damit sei die Versorgungssicherheit in Deutschland in „höchster Gefahr“. Die Bundesregierung müsse handeln.

Der Ökostrom-Boom hat die im Großhandel erzielbaren Strompreise dramatisch gedrückt. Die großen Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke verdienen kaum noch Geld. Die Energiekonzerne verlangen von der Politik eine Entschädigung dafür, dass sie die großen konventionellen Kraftwerke als Puffer gegen die Schwankungen von Wind- und Sonnenstrom bereithalten.

Bislang lehnt die Bundesregierung solche Hilfen ab. Aktionärsvertreter warnten den Konzern daher davor, dass die Hoffnung auf Hilfen der Politik eine Sackgasse sein könnte.

Angesichts der hohen Schulden und der unsicheren Aussichten stellt sich der Konzern bereits auf eine Abstufung seiner Kreditwürdigkeit ein. „Die Ratings europäischer Energieversorger stehen aktuell unter massiver Beobachtung der Agenturen“, sagte Terium. „Das gilt insbesondere auch für RWE, eine Herabstufung des Ratings ist wahrscheinlich.“

Darin spiegelten sich die Unsicherheiten über die Kosten für den Atomausstieg wider. „Wir stehen hier vor einem erheblichen finanziellen Risiko, und das in einem ohnehin schon katastrophalen Marktumfeld.“

Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr eine Kommission eingerichtet, die mit den vier Atomkonzernen nach Lösungen zur Finanzierung des Atomerbes suchen soll. Ursprünglich sollte sie schon Ende Februar ihre Vorschläge veröffentlichen, wie die Rückstellungen der Konzerne für Abriss und Endlagerung des Atommülls in Höhe von rund 40 Milliarden Euro langfristig gesichert werden können. Doch die Verhandlungen ziehen sich noch hin.

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