Energie

Selbstversorger beim Strom Bye, bye Netz

Experten erwarten, dass auch in den nächsten Jahren immer mehr Stromverbraucher das Netz verlassen werden. Nicht nur das könnte zu größerer Unsicherheit bei der Versorgung führen.
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Installation einer Solaranlage: Immer mehr Privathaushalte versorgen sich selbst mit Strom. Quelle: dpa

Installation einer Solaranlage: Immer mehr Privathaushalte versorgen sich selbst mit Strom.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Für die Versorger sind sie ein Albtraum: Menschen und Unternehmen, die sich selbst mit Strom versorgen und Energie aus dem allgemeinen Netz nur noch in Ausnahmefällen nutzen. Bereits jetzt beträgt der Anteil der Selbstversorger in der Industrie laut einer Erhebung des DIW und des Energiewirtschaftlichen Instituts Köln zwischen 10 und 18 Prozent. Unter den Privathaushalten sind es, gemessen am Nettostromverbrauch, zwar erst 0,5 Prozent, die sich selbst mit Strom versorgen. Experten erwarten aber, dass diese Zahl noch weiter steigen wird.

Die Unternehmensberatung Accenture interviewte für eine aktuelle Studie, die Handelsblatt Online vorliegt, 85 Manager von Energieversorgern aus 20 Ländern. Die Mehrheit der Befragten gab an, dass sie ein „signifikantes“ bis „moderates“ Risiko dafür sieht, dass sich ihre Kunden vom Netz verabschieden werden oder es nur noch als Back-up nutzen. 13 Prozent halten die Abwanderung in Europa für ein „signifikantes“ Risiko, 45 Prozent immerhin für ein „moderates“ Risiko. Für die USA sahen nur 3 Prozent ein „signifikantes“ Risiko für Verabschiedung der Stromkunden vom Netz, 63 Prozent fürchten ein „moderates“ Risiko.

Dass immer mehr Menschen dem Netz abschwören und volatilere Energieströme durch Wind- und Solarkraft gemanagt werden müssen, hat Folgen. 53 Prozent der von Accenture befragten Energie-Manager rechnen mit einem signifikanten bzw. moderaten Anstieg von Netzstörungen auf Grund von großformatigen erneuerbaren Energien, wie etwa Offshore-Windkraft. 2013 hatte bei der gleichen Befragung erst ein Drittel diese Befürchtung.

61 Prozent erwarten von kleineren, verteilbaren erneuerbaren Energien ausgehend eine Gefährdung für die Netze, also einen moderaten bis signifikanten Anstieg von Störungen. Im Jahr 2013 teilten nur 41 Prozent der Befragten diese Einschätzung.

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12 Kommentare zu "Selbstversorger beim Strom: Bye, bye Netz"

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  • Technisch sind grosse Anlagen im Vorteil. An die 60% Wirkungsgrad eines grossen G&D Kraftwerks kommt keine kleine
    Anlage heran.
    Warum denken sie hat ein Auto einen grossen Motor und nicht 20 kleine wenn doch 5kW die ideale Groesse ist ?

  • @ Johannes Drude „sicher kennen sie die Berechnungen die zeigen, ....bla bla bla bla...“

    Für den Steuerzahler haben sich die „Berechnungen“, die in den einschlägig bekannten Kampfblättern der Ökogläubigen verbreitet werden, eines gebracht, teuren Strom. Das kommt hauptsächlich daher, weil die Ökogläubigen nicht wissen, wie ein Drehstromstromnetz funktioniert, sie keine Ahnung davon haben, wie z. B. das Kupfer für ihre Dachrinnen hergestellt wird und sie den Unterschied zwischen Nennleistung und Wirkleistung auch nicht kennen, denn Physik haben sie rechtzeitig abgewählt und in Erdkunde immer hinter der Säule gesessen.

    „Oder besitzen Aktien bei den Großen und haben nun Angst um Ihr Geld? Ihre Wortwahl spricht dafür.“

    Pech gehabt, ich besitze überhaupt keine Aktien. Ich Ihnen mache einen Vorschlag, wir schalten die konventionellen KW einfach für eine Woche ab, mal sehen, ob Sie dann noch Ihren Morgenkaffee oder überhaupt etwas kochen können. Wenn dieses Experiment gelaufen ist, machen wir uns Gedanken darüber, wie wir die Absahner der EE für den Betrieb der Schattenkraftwerke zur Kasse bitten, denn deren „System“ funktioniert nur, wenn die konventionellen KW im Hintergrund laufen.
    Was den Rückbau der KKW betrifft, sind Sie, wie viele Ökogläubige, auf dem Holzweg. Sollten Steuergelder für den Rückbau eines Kraftwerkes geflossen sein, so nennen Sie die Bundestagsdrucksache oder das Gesetz in dem diese Subvention erlaubt wird. Ansonsten gilt das, was im Atomgesetz verbindlich für alle Seiten geregelt wurde.

  • Unabhängigkeit vom Netz bleibt vorerst ein Traum - es sei denn, der Strom wird aus fossiler Quelle hergestellt. Bzw. in Flautezeiten aus dem Netz gesogen.

    Bei Interesse am hier scheuen (auch wenn die Seite derzeit überarbeitet wird. Schade übrigens, ist heute doch schön windstill und sonnenarm.....):

    http://www.agora-energiewende.de/service/aktuelle-stromdaten/?tx_agoragraphs_agoragraphs[initialGraph]=powerGeneration&tx_agoragraphs_agoragraphs[controller]=Graph

    Die Erneuerbaren sind unzuverlässig,deswegen kann man die konventionellen Kraftwerke nicht abschalten. Was bleibt, sind zwei Versorger-Infrastrukturen und enorme Kosten. Und der CO2-Ausstoß zeigt, dass wir ja nicht mal Brennstoff sparen......

  • @Johannes Drude
    Wir hatten vor der Energiewende mit unseren Kraftwerkmixpark aus Kohle, Gas und Uran als Energieträger die optimal Mischung aus dezentraler und zentraler Stromversorgung für den Deutschen und EU Raum.
    Zuverlässig, Sicher und Kostenoptminiert haben wir unseren Energieerzeugern von RWE, EON und ENBW viel zu verdanken. Jeder Bürger war mit einen Aktienanteil oder über die staatlichen, städtischen und gemeindebeteiligung an den Energieerzeugern beteiligt. Ein Großteil unserer Altersversicehrung basiert auf den Großen Energieerzeugern mit einer sicheren Rendite für die gesamte Gesellschaft. Die Energiewende mit dem perfiden EEG vernichtet dieses geselslchaftliche Kapital und macht aus unserer Geselslchaft ein Mangel und Armenhaus.

  • @drude mein Herr was sie hier posten hat leider nichts mit der Wirklichkeit zu tun, denn wenn es diesen verteuerbaren Quatsch Energie Schwachsinn nicht gäbe müsste auch kein Kraftwerk zurückgekauft werden

  • Sehr geehrter Herr Drude,

    dass es Studien und Berechnungen von Greenpeace, Fr. Claudia K., Sonnenfreunden gibt die ökologische Herzen erfreuen ist bekannt. Werden diese Studien doch gerne von den D Medien auszugsweise veröffentlicht.

    Allerdings meine ich, dass diese Studien gem. derer es keine Winter mehr gibt und wir in einer Klimahölle schwitzen, die Sonne keine Rechnung schickt, die Kernenergie 200 Mrd. € Subventionen erhielt von denen die Betreiber nichts bemerkt haben usw. doch einen starken ökologischen Glauben erfordern.

    Real hat sich die Stromversorgung nahezu aller Staaten von Insellösungen im 19. Jahrhundert zu zentralen Netzen hin entwickelt. Technisch ist ein zentrales Netz derart vorteilhaft, dass selbst hohe Steuern und abwegige Regulierungen diese Entwicklung nicht aufhalten konnten.

  • Artikel: "...dass sich ihre Kunden vom Netz verabschieden werden oder es nur noch als Back-up nutzen."

    Letzteres wäre zur Zeit der Fall, wenn jahreszeitbedingt die Sonne fast nicht scheint und momentan der Wind kaum weht. Aktuell wird der deutsche Energieverbrauch zu fast 100% von konventionellen Energieträgern gedeckt.

    Man bedenke, dass wir laut Energiewende erst am Anfang des Zeitalters der Erneuerbaren stehen. Bloß gut, dass Geld für uns Deutsche keine Rolle spielt, oder?

  • Noch einen Nachtrag:
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/milliarden-rueckstellungen-wo-die-altlasten-der-energieversorger-schlummern/8636764.html
    Soweit ich weiß wurde bisher kein größeres Kraftwerk ohne Steuermittel zurück gebaut. Diese Kosten werden leider häufig nicht mitberechnet.
    Danke übrigens ans Handelsblatt, eine der noch wenigen seriösen Zeitungen!

  • Liebe Herr Vorredner,
    sicher kennen sie die Berechnungen die zeigen, dass ein dezentralisierter Strommarkt mit mehren kleinen und vielen Kleinsterzeugern deutlich stabiler, sicherer und kostengünstiger wäre, auch und besonders für die Steuerzahler?
    Oder besitzen Aktien bei den Großen und haben nun Angst um Ihr Geld? Ihre Wortwahl spricht dafür.

  • „Bye, bye Netz“

    Dann sollen sie diesen Schritt auch komplett vollziehen und sich nicht über das Netz rückversichern.
    Heute in S-H „Sonnengewinn“ 14W/m², das reicht nicht einmal um Wasser zu kochen.
    Ich ahbe nichts dagegen, wenn sich jemand Sonnenplatten auf sein Dach montieren läßt, um seinen Strom zu verbrauchen. Aber bitte auf eigene Kosten und nicht auf Kosten der Allgemeinheit, meine elektrische Eisenbahn muß ich auch selbst bezahlen.
    Das EEG dient nichts anderem als den Herstellern, Vermarktern und Banken Geld zu generieren. Der Nutzen dieses politisch verordneten Unfugs ist gleich Null.

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