Energie

SGL Carbon Kohlefaser-Spezialist besorgt sich 180 Millionen Euro

SGL Carbon will in diesem Jahr 180 Millionen Euro frisches Kapital bei seinen Aktionären einsammeln. Der Kohlefaser-Spezialist will zukünftig die Bereiche Mobilität, Energieversorgung und Digitalisierung vorantreiben.
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Es gehe darum, die Verschuldung von SGL drastisch zu senken und damit „eine solide finanzielle Grundlage für unsere Wachstumsbereiche“ zu schaffen, sagte Vorstandschef Jürgen Köhler. Quelle: dpa
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Es gehe darum, die Verschuldung von SGL drastisch zu senken und damit „eine solide finanzielle Grundlage für unsere Wachstumsbereiche“ zu schaffen, sagte Vorstandschef Jürgen Köhler.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Kohlefaser-Spezialist SGL Carbon will bei seinen Aktionären noch in diesem Jahr 180 Millionen Euro frisches Kapital einsammeln. Die beiden größten Anteilseigner, die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten und der Münchener Autobauer selbst, wollen bei der Kapitalerhöhung voll mitziehen, wie das Unternehmen am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. BMW-Rivale Volkswagen und der schwäbische Anlagenbauer Voith wollten dagegen keine neuen Aktien zeichnen und ihre Anteile lieber verwässern lassen.

Die Papiere sollen mit einem Abschlag von mehr als einem Drittel zum Aktienkurs ausgegeben werden: zu je sechs Euro. An der Frankfurter Börse fielen SGL am Dienstag um vier Prozent auf 9,72 Euro.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
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14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

Mit dem frischen Geld will SGL Carbon eine in zwei Jahren fällige Wandelanleihe tilgen oder zurückkaufen und eine weitere Anleihe vorzeitig zurückzahlen. Letztere läuft noch bis Januar 2021. Es gehe darum, die Verschuldung von SGL drastisch zu senken und damit „eine solide finanzielle Grundlage für unsere Wachstumsbereiche“ zu schaffen, sagte Vorstandschef Jürgen Köhler. SGL Carbon hat insgesamt 620 Millionen Euro Schulden. Auch die mindestens 200 Millionen Euro, die SGL Anfang 2017 aus dem Verkauf des ehemaligen Kerngeschäfts mit Grafitelektroden kassiert, sollen für die Rückzahlung der Bonds verwendet werden. Die niedrige Eigenkapitalquote von sechs Prozent soll damit auf knapp 15 Prozent steigen.

„Die zukünftige SGL Group beabsichtigt, zusammen mit ihren Kunden Entwicklungen in den Bereichen Mobilität, Energieversorgung und Digitalisierung voranzutreiben. Durch den Fokus auf zukunftsträchtige Industrien und Märkte erwarten wir, die Volatilität in unseren Geschäften besser ausgleichen zu können“, erklärte Köhler. SGL schreibt derzeit tiefrote Zahlen. Das Grafitelektroden-Geschäft, das stark von der schwächelnden Stahlindustrie abhängt, geht an den japanischen Chemiekonzern Showa Denko.

Die neuen Aktien werden den Aktionären von Mittwoch an bis zum 13. Dezember zum Kauf angeboten. Für je 40 Anteilsscheine können sie 13 neue zeichnen. Allein die mit 27,5 Prozent an SGL beteiligte Susanne Klatten kauft dabei für 49 Millionen Euro zu, BMW (18,4 Prozent) lässt sich das Engagement 33 Millionen Euro kosten. Der Volkswagen-Anteil von 9,8 Prozent schmilzt dagegen auf 7,4 Prozent. Die Autobauer hatten beim Einstieg bei SGL vor allem auf die Nutzung der Kohlefaser-Technik für den Leichtbau gesetzt.

Handelsblatt Energie Briefing
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