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Energie

Siemens Gamesa Flügellahmer Windradbauer

Preisdruck und wegbrechende Märkte: Die börsennotierte Windkrafttochter von Siemens schockiert ihre Anleger mit einer Gewinnwarnung. Die Aktie von Siemens Gamesa bricht deutlich ein. Besserung ist nicht in Sicht.
16.10.2017 Update: 16.10.2017 - 13:13 Uhr 3 Kommentare
Die deutsch-spanische Windenergietochter von Siemens kann ihre Ziele nicht erreichen. Quelle: Reuters
Windrad von Siemens Gamesa

Die deutsch-spanische Windenergietochter von Siemens kann ihre Ziele nicht erreichen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf/München Ende Juli sprühte Markus Tacke noch vor Optimismus. „Wir kommen in schnellen Schritten voran und sind bereit, uns dem Wettbewerb in einem herausfordernden Wachstumsmarkt in einer führenden Position zu stellen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende von Siemens Gamesa, der deutsch-spanischen Windkrafttochter des Münchner Dax-Konzerns Siemens. Heute, kaum drei Monate später, zeigt sich: Tackes Zuversicht war verfrüht. Das Geschäft läuft viel schlechter als erhofft.

Siemens Gamesa stutzte deshalb nun seine Gewinnprognose. Statt der angepeilten 900 Millionen Euro wird der Konzern im Gesamtjahr nur noch ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) von 790 Millionen Euro erzielen. Die Aktien des in Madrid börsennotierten Unternehmens brachen am Montag drastisch ein. Zwischenzeitlich betrug das Minus mehr als acht Prozent.

Als Grund für die Prognosesenkung nannte Siemens Gamesa Abschreibungen auf Lagerbestände in wichtigen Märkten wie den USA oder Südafrika. Die Anleger reagierten schockiert. Denn schon die Ergebnisse im dritten Quartal waren schlecht. Der Umsatz sackte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent ab – auf nur noch rund 2,7 Milliarden Euro. Schlimmer noch: Der Gewinn vor Zinsen und Steuern brach auf 211 Millionen Euro ein. Das ist ein Minus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das sind die größten Windkraft-Konzerne der Welt
Platz 14: XEMC (China)
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Nirgendwo auf der Welt werden jährlich mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen als in China. XEMC profitiert zwar von diesem Boom, hat aber durch einen etwas schwächeren Windmarkt an Bedeutung verloren. Der chinesische Elektrokonzern hat im Jahr 2009 die niederländische Energiefirma Darwind gekauft und sich so wertvolles Know-how für die Herstellung von Windturbinen und Rotorblättern gesichert, den wichtigsten Komponenten von Windenergieanlagen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma FTI Intelligence brachte es XEMC 2017 auf fast tausend verkaufte Turbinen und einen Marktanteil von 1,8 Prozent.

Marktanteil 1,8 Prozent.  

(Foto: Reuters)
Platz 13: Sewind (China)
2 von 14

Im vergangenen Jahr fand sich auf diesem Platz noch der chinesische Staatskonzern Dongfang, im Ranking 2017 wird er von seinem ebenfalls chinesischen Konkurrenten Sewind zwei Plätze nach hinten verwiesen. Die Windkraftsparte des chinesischen Staatskonzerns Shanghai Electric produziert in zwei Fabriken jährlich mehr als 3.000 Windräder. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen mit seinen Anlagen auf hoher See. Im Segment Offshore-Wind zählt Sewind zu den drei größten Herstellern weltweit. In Deutschland sind die Chinesen zudem am Maschinenbauer Manz AG beteiligt.

Marktanteil: 2,1 Prozent.  

(Foto: dpa)
Platz 12: CSIC Haizhuang (China)
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Unter den 15 führenden Windkraftkonzernen der Welt befinden sich gleich acht Unternehmen aus China. Der Grund ist simpel: Im Reich der Mitte wurden alleine 2017 mehr als 45 Prozent der weltweit neu installierten Windräder ans Stromnetz angeschlossen. Ausländische Firmen kommen in China kaum zum Zug, der Markt ist weitgehend abgeschottet. Dieser Heimatbonus beflügelt Konzerne wie CSIC Haizhuang – sie prägen verstärkt den Weltmarkt.

Marktanteil: 2,3 Prozent.

(Foto: dpa)
Platz 11: United Power (China)
4 von 14

Der chinesische Windkraft-Konzern, United Power, bekommt die gedämpfte Entwicklung auf dem Heimatmarkt stark zu spüren. Vom siebten geht es auf den elften Platz und der Marktanteil schrumpft um ganze 1,2 Prozent. Die Tochtergesellschaft des staatlichen Stromversorgers China Guodian produziert Turbinen für Windräder an Land und auf hoher See in beinahe allen Leistungsklassen.

Marktanteil: 2,6 Prozent.

(Foto: dpa)
Platz 10: Suzion (Indien)
5 von 14

Dank eines Boom-Jahres auf dem heimischen Markt, hat der indische Windturbinenhersteller Suzion es in die Top 15 geschafft. Das ist allerdings auch der Markt, auf den fast 40 Prozent des Geschäfts von Suzion entfallen. Im laufenden Jahr wird aufgrund von der Umstellung auf offene Ausschreibungen erst einmal mit einem Einbruch des indischen Marktes gerechnet, dann muss auch der Windradbauer zunächst mit einem Auftragseinbruch rechnen.

Marktanteil: 2,6 Prozent.

(Foto: Reuters)
Platz 9: Senvion (Deutschland)
6 von 14

Deutschlands viertgrößter Windkraftkonzern Senvion hat es auch global wieder unter die Top 10 geschafft. Ganze drei Plätze brachte ihn ein Rekordjahr auf dem deutschen Markt nach vorne. In der Bundesrepublik wurde noch nie soviel Windkraftleistung installiert wie im vergangenen Jahr: Ganze 6,5 Megawatt. Im nächsten Jahr könnte das aber wieder ganz anders aussehen. Die Hamburger kämpfen mit schwindenden Subventionen, massiven Preiskampf und sinkenden Umsätzen.

Marktanteil: 3,7 Prozent.

(Foto: dpa)
Platz 8: Mingyang (China)
7 von 14

Chinas drittgrößter Windkraftkonzern will sich vom Maschinenbauer zum Service-Unternehmen wandeln. Zwar soll die Produktion von Turbinen, Gondeln und Rotorblättern weiterhin eine wesentliche Säule des Geschäfts bleiben, aber die Wartung und Instandhaltung von Windrädern verspricht höhere Renditen. Im Gegensatz zu den meisten anderen chinesischen Windkonzernen, konnte Mingyang seinen Marktanteil 2017 sogar vergrößern.

Marktanteil: 4,7 Prozent.

(Foto: PR)

Siemens Gamesa leidet aktuell wie fast alle Konzerne des Sektors unter den Verwerfungen am internationalen Windenergiemarkt. Rund um den Globus werden die Förderungen für Ökostrom gekappt. Die erfolgsverwöhnten Anbieter müssen sich auf einmal im Wettbewerb um die Höhe der Vergütungen streiten. Die Umstellung von staatlich garantierten Einspeisesystemen auf Auktionen, in denen nur noch derjenige den Zuschlag bekommt, der den geringsten Preis bietet, setzt der Branche enorm zu.

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    Der Konkurrenzkampf ist unerbittlich, der Preisdruck extrem hoch. Die Folge: Nach Jahren des Wachstums und der Rekordergebnisse steuert die Windkraftindustrie auf eine herbe Flaute zu. Die Unternehmen reagieren mit Stellenabbau. Siemens Gamesa streicht von seinen 27.000 Arbeitsplätzen rund 600 Stellen. Bei dem Hamburger Konkurrenten Nordex müssen europaweit bis zu 500 Mitarbeiter gehen. Und bei Senvion, dem zweiten große Windkraftkonzern in der Hansestadt, wurden dieses Jahr bereits 660 Vollzeitstellen eingespart.

    Handelsblatt Energie Briefing
    Viele Fabriken können nicht mehr ausgelastet werden
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    3 Kommentare zu "Siemens Gamesa : Flügellahmer Windradbauer"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Eigentlich ist nur das gut, was sich als Unternehmen sehr weit vom Staat fern hält. Geh dem Staat und den Subventionen aus dem Weg und du wirst glücklich.

      Früher waren die Franzosen unser Feind, heute sind es die Politiker und der Staat. Wer das immer bedenkt, ist frei und kann zu ehrlichem Wohlstand kommen.

    • Was die europäischen Solarzellenbauer schon hinter sich haben, haben die europäischen Windradbauer noch vor sich: Erfahrungen mit der Konkurrenz aus China.

      Letztens las ich im HB, daß von den acht größten Windradbauern weltweit, fünf aus China kommen.....


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