Energie

SMA Solar Gewinn der Solarfirma schrumpft deutlich

Die Solartechnologie ist weiterhin Opfer eines anhaltenden Preisverfalls. So halbierte sich nun im ersten Halbjahr der Gewinn von SMA Solar. Der deutsche Hersteller geht jedoch optimistisch in die zweite Jahreshälfte.
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Der Hersteller hat mit dem Preisverfall in der Branche zu kämpfen. Quelle: dpa
SMA Solar

Der Hersteller hat mit dem Preisverfall in der Branche zu kämpfen.

(Foto: dpa)

NiestetalSMA Solar hat im ersten Halbjahr wegen des anhaltenden Preisverfalls bei Solartechnologie deutlich weniger Umsatz und Gewinn verzeichnet. Der Umsatz sank um rund 100 Millionen auf 381 Millionen Euro, wie der Solartechnikhersteller am Donnerstag mitteilte. Das Nettoergebnis wurde mit 8,8 Millionen Euro mehr als halbiert.

Allerdings zeigten sich im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten erste Erholungstendenzen. So habe SMA die Umsätze in diesem Zeitraum um 20 Prozent gesteigert, hieß es. „Für die zweite Jahreshälfte erwarten wir vor dem Hintergrund des starken Auftragseingangs in allen Märkten eine weitere deutliche Belebung des Geschäfts“, erklärte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon.

Die (Schein)-Riesen der Solarindustrie
Platz 15: Solarworld (Deutschland)
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Zu Glanzzeiten wurde Solarworld als grüner Börsenstar gefeiert, heute kämpft Deutschlands letzter großer Solarmodulhersteller ums Überleben. Die Bonner meldeten im Frühjahr 2017 Insolvenz an. In den drei konzerneigenen Fabriken produzierte Solarworld 2016 Module mit einer Kapazität von fast 1.400 Megawatt. Nach Berechnungen des Analysehauses IHS landete der einst zweitgrößte Photovoltaikkonzern damit aber aktuell nur noch auf Rang 15.
Jahresproduktion: 1.357 Megawatt

Platz 10: Longi Green Energy (China)
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Vom Zulieferer zum Konkurrenten: Früher belieferte das chinesische Unternehmen Longi ausschließlich andere Photovoltaikkonzerne mit Vorprodukten für die Herstellung von Solarmodulen. Seit 2016 produziert der chinesische Konzern aber neben dem Rohstoff Silizium, aus dem jede Solarzelle besteht, auch selbst komplette Module. Longi ist dabei durchaus erfolgreich. Laut eigenen Angaben erwirtschaftete der Konzern 2016 einen Umsatz von umgerechnet 1,5 Milliarden Euro und einen Gewinn von etwa 210 Millionen Euro.
Jahresproduktion: 1.853 Megawatt

Platz 9: Suntech Power (China)
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Der chinesische Solarriese Suntech war einst die Nummer eins der Welt. Doch 2013 rutsche der ehemalige Sponsor des Fußballvereins TSG 1899 Hoffenheim in die Insolvenz. Im Frühjahr 2014 wurde Suntech von dem bis dahin kaum bekannten chinesischen Energiekonzern Shunfeng gekauft. Seitdem werden bei Suntech wieder eifrig Module gefertigt.
Jahresproduktion: 1.862 Megawatt

Platz 8: Yingli Green Energy (China)
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Den Vermerk „too big to fail“ gibt es nicht nur bei Banken, sondern auch in der Solarindustrie. Der chinesische Solarkonzern Yingli schwebt seit Jahren am Rande der Pleite. Das Unternehmen schreibt seit sechs Jahren Verluste. Allein 2016 betrug das Minus 296 Millionen Dollar bei einem Umsatz von etwa 1,2 Milliarden Dollar. Obwohl Yingli eine gigantische Schuldenlast drückt und ein negatives Eigenkapital in der Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar ausweist, will die chinesische Regierung offenbar eine Insolvenz des Konzerns mit allen Mitteln verhindern. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 20.000 Mitarbeiter und ist für die solare Zuliefererindustrie in den Provinzen von enormer Bedeutung. Daher gewährt Chinas Staatsspitze Yingli Finanzspritzen – etwa über ein Bankenkonsortium unter der Führung von Chinas nationaler Entwicklungsbank (NDB). In Deutschland ist Yingli vielen als ehemaliger Sponsor des FC Bayern München ein Begriff.
Jahresproduktion: 2.078 Megawatt

Platz 7: First Solar (USA)
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Statt klassischer Module aus Silizium fertigt Amerikas größter Photovoltaikkonzern Paneele mit einer hauchdünnen Schicht aus Cadmiumtellurid. Der Vorteil: Die Dünnschichtmodule sind leichter, flexibler im Einsatz und teils sogar günstiger in der Massenherstellung. 2016 war für First Solar ein Horrorjahr. Bei dem Unternehmen mit Sitz in Tempe in der Nähe von Phoenix brach der Umsatz um gut 20 Prozent ein – auf nur noch 2,9 Milliarden Dollar. Gleichzeitig rutschte der Konzern erstmals seit 2012 wieder tief in die roten Zahlen und weist einen Verlust für 2016 von fast 360 Millionen Dollar aus.
Jahresproduktion: 3.082 Megawatt

Platz 6: GCL (China)
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Von den zehn weltgrößten Solarkonzernen kommen gleich acht Unternehmen aus China. Die Zentralregierung in Peking rief vor mehr als einem Jahrzehnt ihre Provinzen zum Aufbau einer eigenen Photovoltaikindustrie auf – und die Provinzen gehorchten. Mit üppigen Zuschüssen wurden überall in China lokale Solarfirmen aus dem Boden gestampft. Unternehmen wie GCL gehören heute nicht nur zu den führenden Photovoltaikkonzernen in China – sie dominieren weltweit.
Jahresproduktion: 3.503 Megawatt

Platz 5: Hanwha Q-Cells (Südkorea)
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Einst war Q-Cells der größte Solarzellenhersteller der Welt. Die Firma galt als Börsenstar aus dem Ökokosmos und konnte in seinen Produktionsstätten in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt gar nicht so viele Module herstellen, wie in den Goldrauschzeiten der Solarindustrie von Kunden bestellt wurden. Doch wegen gekappten Förderungen und dem Aufstieg der Billigkonkurrenz aus Fernost rutschte Q-Cells 2012 in die Pleite. Der südkoreanische Mischkonzern Hanwha rettete das Unternehmen zwar, aber die Produktion in Deutschland wurde 2015 endgültig eingestellt. Heute befindet sich in Ostdeutschland nur noch das Forschungs- und Entwicklungszentrum von Hanwha Q-Cells.
Jahresproduktion: 4.231 Megawatt

Die Jahresprognose hatte das Unternehmen deswegen bereits Anfang August erhöht. Der Aktienkurs legte daraufhin deutlich zu.

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