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Energie

Solarkonzern Preisdruck durch asiatische Konkurrenz beschert SMA Verlust

Eigentlich glaubte der Wechselrichterriese aus Kassel die Krise überstanden zu haben. Jetzt trifft auch SMA der harte Wettbewerb der Solarbranche.
Update: 28.03.2019 - 13:48 Uhr Kommentieren
Während der Umsatz 2018 sank, blieb der Absatz der Photovoltaik-Anlagen stabil. Quelle: dpa
Solarkonzern SMA

Während der Umsatz 2018 sank, blieb der Absatz der Photovoltaik-Anlagen stabil.

(Foto: dpa)

NiestetalWenn selbst der Finanzvorstand von „gruseligen Zahlen“ spricht, dann muss es ein wahrlich schlechtes Jahr gewesen sein. Ulrich Hadding, CFO des Wechselrichterherstellers SMA Solar, hätte die Besprechung der Bilanz für 2018 am liebsten übersprungen. „Da gibt es nichts zu beschönigen“, musste Hadding bei der Vorstellung der Jahresbilanz am Donnerstag in Frankfurt zugeben.

Der Solarkonzern aus Kassel verbuchte im vergangenen Jahr ein Minus von 175,5 Millionen Euro, 2017 war es hingegen noch ein Gewinn von 30,1 Millionen Euro. „Der Umsatzrückgang ist im Wesentlichen auf den abrupten Rückgang des Photovoltaik-Markts in China zurückführen, in dessen Folge chinesische Anbieter verstärkt in die internationalen Märkte vordrangen und dort einen massiven Preisdruck verursachten“, erklärte SMA-Chef Jürgen Reinert am Donnerstag.

Die Folge: SMA verkaufte im Geschäftsjahr 2018 Wechselrichter mit einer zusammengerechneten Leistung von rund 8,5 Gigawatt, fast genauso viel wie im Vorjahr. Der Umsatz des PV-Konzerns sank jedoch gleichzeitig von 891 auf 760,9 Millionen Euro.

„Das Jahr 2018 war wirklich katastrophal“, musste Reinert zugeben. Er hatte den Posten erst Ende des vergangenen Jahres von seinem langjährigen Vorgänger Pierre Pascal Urbon übernommen, der SMA nach 14 Jahren überraschend verlassen hatte, nachdem der Konzern gleich zweimal seine Gewinnprognosen kassieren musste.

Aber auch sein Nachfolger ist schon seit acht Jahren bei SMA und seit 2014 Mitglied des Vorstands. Auch er weiß, dass der Wettbewerb im Wechselrichtergeschäft knallhart ist. Nach tiefroten Zahlen im Jahr 2013 und 2014 schien sich Konzern in den vergangenen Jahren stabilisiert und die Bilanz bereinigt zu haben.

Im vergangenen Jahr rutschen die Hessen nun schon fast wieder auf Krisenniveau. Sie leiden unter einem Umsatzschwund und dem harten Preiskampf in der Photovoltaikbranche. Dazu kam der Markteinbruch in China. „Aufgrund des abrupten Rückgangs des Photovoltaik-Markts in China sind die chinesischen Hersteller verstärkt in die internationalen Märkte vorgestoßen und haben einen massiven Preisdruck verursacht“, erklärte SMA-Chef Reinert am Donnerstag. In Erwartung sinkender Preise hätten Investoren den Bau von Kraftwerken aufgeschoben. Hinzu kamen dann auch noch massive Lieferengpässe bei Batterieherstellern.

„Bei so einem Umsatz können wir nicht profitabel sein“, gibt CFO Hadding zu. 2018 lag die Ebitda-Marge bei minus 9,1 Prozent. Zum Vergleich: In der Blütezeit der deutschen Solarindustrie rund um das Jahr 2010 lag die Gewinnspanne von SMA noch bei satten 19 Prozent und der Umsatz bei mehr als 1,9 Milliarden Euro.

Ex-Chef Urbon wollte das Hardwareunternehmen eigentlich komplett auf das Thema Energiemanagement ausrichten, hier macht der neue CEO aber jetzt erstmal einen Schritt zurück. „Wir müssen uns wieder auf unser Kerngeschäft reduzieren, alles andere kommt on Top“, sagte Reinert. Die Investitionen in die neuen Bereiche werde man allerdings nicht kürzen. Trotzdem, zeigte sich der 51-Jährige überzeugt, „ich glaube auch in Zukunft daran, dass sich mit dem Verkauf von Wechselrichtern Geld verdienen lässt.“

Konkurrenten wie GE oder Schneider-Electric hingegen, haben sich schon längst aus genau dem Markt zurückgezogen, an den SMA sich klammert: Dem Verkauf von Wechselrichtern für PV-Großanlagen.

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  • dpa
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