Energie

Solarmodul-Hersteller Solarworld ist schon wieder pleite

Vor knapp einem Jahr rettete Frank Asbeck seine Solarworld mit Geld aus Katar. Jetzt ist die Firma mit 600 Mitarbeitern schon wieder pleite.
Update: 28.03.2018 - 10:57 Uhr 9 Kommentare
Solarworld: Solarzellen-Hersteller ist schon wieder pleite Quelle: dpa
Solarworld

Die Fertigungsanlagen der Solarworld GmbH stehen in Freiberg und Arnstadt.

(Foto: dpa)

BonnNur acht Monate nach seinem Neustart aus der Insolvenz ist Deutschlands letzter großer Solarmodul-Hersteller Solarworld erneut pleite. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Mittwoch, dass beim Bonner Amtsgericht ein Insolvenzantrag gestellt wurde. Betroffen sind rund 600 Mitarbeiter in den Werken im sächsischen Freiberg, in Arnstadt in Thüringen und in der Bonner Verwaltungszentrale mit etwa 45 Beschäftigten.

Der Bonner Insolvenzanwalt Christoph Niering wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Er wurde am Mittwoch in der Solarworld-Zentrale erwartet. Er muss entscheiden, ob die Produktion vorläufig weiterläuft. Dafür ist aber eine positive Perspektive für die Fortführung des Betriebs erforderlich. Aktuell produziert Solarworld nach Einschätzung von Branchenkennern mit roten Zahlen und eine Wende ist vorläufig nicht absehbar.

Solarworld leidet unter den extrem niedrigen Preisen der chinesischen Konkurrenz für Solarmodule. Solarworld und der Verband europäischer Solarhersteller EU ProSun sprechen von staatlich gefördertem Preisdumping. Zwar gelten EU-weit Mindestpreise. Sie würden aber bei mehr als der Hälfte der Importe unterlaufen, sagte ein EU ProSun-Sprecher. Zudem plane die EU, die Anti-Dumpingmaßnahmen im September auslaufen zu lassen. „Das Antidumpinginstrumentarium der EU ist löchrig wie ein Schweizer Käse. Es fehlen Kontrollen und es fehlt der politische Wille“, sagte der Sprecher.

Zusätzlich belastet wurde der Solarworld-Start durch neue US-Importzölle. Seit Jahresbeginn würden 30 Prozent auf Solarimporte erhoben, und anders als beim Stahl gebe es für die Solarproduzenten keine Ausnahmeregelungen, sagte der EU ProSun-Sprecher.

Solarworld hatte bereits im vergangenen Mai unter dem Druck der China-Konkurrenz Insolvenz anmelden müssen. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten noch gut 3000 Menschen in dem Unternehmen, das einst als Vorzeigebetrieb der deutschen Energiewende galt und von vielen umweltbewegten Privatinvestoren unterstützt wurde.

Firmengründer Frank Asbeck – lange in den Medien als „Sonnenkönig“ gefeiert – hatte 2017 mit eigenem Geld und finanzieller Unterstützung aus Katar wenigstens die deutschen Werke aus der Insolvenz übernehmen und so vorläufig retten können. Nun sieht es auch für den letzten Rest von Solarworld düster aus.

Die vorherige Insolvenz habe dem Ruf von Solarworld geschadet und den Start des Unternehmens erschwert, hieß es aus Branchenkreisen. Vertriebsmitarbeiter mit guten Kontakten hätten zur Konkurrenz gewechselt, Lieferanten hätten auf Vorkasse für Produkte bestanden. Angesichts der erneut „abgeschmierten Preise“ auf den Weltmärkten habe das Management offenbar keine Chance mehr gesehen.

Solarworld-Zellen gelten als qualitativ hochwertig, aber eben auch teurer als im Marktschnitt. Bei privaten Bauherren gebe es ausreichend Nachfrage für die hochpreisigen Solarworld-Produkte, hieß es. Bei gewerblichen Solarparks, die stärker auf den Preis schauten, sei Solarworld aber zu wenig zum Zug gekommen.

Die Zukunft des Unternehmens gilt als offen. Möglich ist die Übernahme durch einen Konkurrenten, möglicherweise sogar aus China, oder die Schließung und der Verkauf des Solar-Knowhows und der modernen Anlagen in den Fabriken in Sachsen und Thüringen.

Ein komplettes Verschwinden des Unternehmens vom Markt wäre nach Einschätzung von Fachleuten ein Rückschlag für den Wirtschaftsstandort, weil dann Anwendungsmöglichkeiten für die deutsche Solarforschung verloren gingen. „Ohne eigene Fertigung wären wir in ein paar Jahren abhängig von China“, sagte der Leiter des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme, Professor Andreas Bett, vor kurzem.

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9 Kommentare zu "Solarmodul-Hersteller: Solarworld ist schon wieder pleite"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Grüne Politik hat noch nie funktioniert.

    Das sehen wir auch in dem desaströsen Multikultiprogramm und den Wunsch nach Integration.

    Dabei wird es auch bleiben und die Windmühlen bleiben auch als LandschaftsVerschönerung.

  • Wieso gesteht man insolventen Unternehmen wie Beate Uhse und Solarworld eigentlich zu, die Abwicklung der Pleite in Eigenregie durchführen zu können?

    Die Gesetze müssten meiner Ansicht nach so gestaltet sein, dass ein Schuldner aus eigener Kraft heraus nicht mehr sein Unternehmen steuern sollte, wenn bereits ein Insolvenzantrag vorliegt. Dieses elende Rumgewurschtl à la Asbeck & Co. ist ja nicht mehr auszuhalten. Überhaupt haben grüne Männchen wie Asbeck mit tradionellem Unternehmertum nichts gemein. Die Spät-68er haben nur eins gelernt: Geld vom Staat erhalten, Geld ausgeben.

    Ökonomie ist für diese Leute ein Fremdwort!

  • Herr Harald Schweda
    28.03.2018, 13:25 Uhr
    Solarstrom ist mittlerweile in der Produktion der billigste Strom.
    <<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    stimmt, weil er zu 94,23 % subventioniert wird.

  • Solarstrom ist mittlerweile in der Produktion der billigste Strom.

    Wenn sich in unserer herrschenden Politik nicht so viele dogmatische Ökohasser aufspielen könnten, hätte man den Ausstieg aus der Subventionitis (Anfangs war das für meinen Geschmack sowieso zu hoch angesetzt!) auch für die Unternehmen besser planbar machen können.

    Man informiere sich über die aktuellen Wind-"Ausschreibungen". Da können KOnzerne einfach mal sämtliche Kapazitäten mit völlig unrealistischen Planungen (als sog. Bürgerwindpark z.B. von Voruntersuchungen befreit. Also billlig zu haben. Hinterher gelten die Gesetze natürlich doch…) blockieren und dann 2 Jahre später sagen: war nicht so gemeint und gut ist!

    Während in den USA der Fokus der Politik (ob das so fruchtet sei ein andermal diskutiert, aber ews ist zumindest die ofizielle Agenda) auf dem Schutz der Einheimischen, vor allem auch der Industrie liegt, träumen die hier von Silos voller VR-Brillenbenutzer, die den ganzen Tag in ihrer 4 m²-Bude vegetieren und fleißig klicken und konsummieren. Irgendwelchen virtuellen Scheiß.

    Viel Spaß!

    Ach so: Freunde der Comics Robert Crumbs konnten sich schon vor langer Zeit über A) D. Trump und b) über die Machtübernahme durch die "Ruff-Tuff-Cream-Puffs" informieren. Mit dem richtigen Propheten ist die Zukunft kein Geheimnis. ;-))

  • SOLARMODUL-HERSTELLER
    Solarworld ist schon wieder pleite
    Vor knapp einem Jahr rettete Frank Asbeck seine Solarworld mit Geld aus Katar. Jetzt ist die Firma mit 600 Mitarbeitern schon wieder pleite.

    .........................

    So schnell kann die EZB auch nicht neues geld Nachdrucken !

    600 Mitarbeiter von der Arbeitslosigkeit bedroht ?

    Fällt gar nicht auf, da über die permanente 30 MILLIONEN EU-DAUER-ARBEITSLOSEN sich alle daran gewöhnt haben in Europa und es schon zum Alltag dazu gehört.

  • Alles, was auf der Gosse kommt, meide es!!

    so eben auch die erlogenen Darstellungen zur Klima-Normalisierung. Alleine schon, weil Merkel sich für "Kliam-Schutz" ausgesprochen hatte, sollte doch reichen, um es sofort als Lüge zu erkennen. "Wir schaffen das schon". Und wenn es dann um die alternativen Energien und den E-Autos geht, sollte man besser einen mega großen Bogen machen, denn Betrüger warten gerade darauf, das dumme Volk ab zu zocken.

    Besser man legt sein Geld in Öl-Aktien oder Atomstrom an, da bekommt man sichere Gewinne.

  • https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/strom-fuer-das-ganze-land-ein-solarprojekt-fuer-200-milliarden-dollar-soll-ganz-saudi-arabien-mit-strom-versorgen/21122060.html
    Merkwürdig weltweit geht es aufwärts mit den Modulen und der Laden ist pleite .

  • Und die Grünen machen immer weiter: Nachdem das Solar-Abenteuer nun zu Ende ist mit unzähligen Firmenruinen, ist die Windkraft dran. Die Windturbinen verursachen einen Flächenfraß, den nicht mal konatminierte Ländereien von leck geschlagenen Atomkraftwerken verursachen könnte. Auch unter der Erde ist alles metertief mit Beton versiegelt und für den Rest der Erdgeschichte nicht mehr nutzbar. Ironie am Rande: die gleichen Grünen führen in Bayern ein Volksbegehren gegen Flächenfraß durch. Nach Jahrzehnten Fehlplanung mit Kindergarten-Ideen fliegt es hoffentlich bald auf, dass Strom niemals umweltneutral produziert werden kann, und mit dem Holzweg erneuerbare Energien nur dem Volk das Geld aus der Tasche gezogen wird und dafür auch noch schlechtere Leistung erhält. Schade nur, dass immer noch so viele Menschen den grünen Umwelt-Trumps immer noch glauben.

  • Wie wurde doch die Solarindustrie von den Grünen hochgepuscht:
    Grüne Energie!
    Hochtechnologie!
    Deutschland Technologieführer!
    Tausende Arbeitsplätze!
    Was ist davon übrig geblieben? Außer hohe Stromkosten auch für Geringverdiener und Rentner? Nichts!
    Wer genau hinsieht, stellt fest, dass Solarenergie nicht so grün ist: Es werden massiv Chemikalien wie Brom eingesetzt - die Entsorgung ist schwierig!
    Da haben de grünen Ideologen mal wieder ein schönes Thema zur eigenen Selbstverwirklichung gehabt!
    Bei Biogas - Energiemais wird massiv gedüngt und gespritzt - Verseuchung des Grund und Trinkwasser - Verdrängung der Nahrungsmittelproduktion - geschieht genau das selbe! Subventionierte Grüne Ideologische Projekte, die keinen Sinn machen!

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