Energie

Solarworld-Chef Asbeck „Eine Insolvenz droht nicht“

Nach der Hiobsbotschaft vom Vortag versucht Solarworld-Chef Frank Asbeck, die Anleger seines Unternehmens zu beruhigen. Solarworld sei im Kern gesund, helfen würde ihm aber dennoch eine staatliche Maßnahme.
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Solarworld-Chef Frank Asbeck: „Wir haben eine positive Fortführungsprognose.“ Quelle: ZB

Solarworld-Chef Frank Asbeck: „Wir haben eine positive Fortführungsprognose.“

(Foto: ZB)

FrankfurtSolarworld-Chef Frank Asbeck sieht keine Pleitegefahr bei der von ihm gegründeten Solarfirma. „Eine Insolvenz droht nicht“, sagte er Handelsblatt Online. Das Unternehmen verfüge über ausreichend Liquidität. „Diese liegt ungefähr auf dem Stand des dritten Quartals.“ Ende September hatte Solarworld 232 Millionen Euro in der Kasse.

Mit einer Pflichtmitteilung vom Donnerstagabend hatte Solarworld bekannt gegeben, dass mit den Gläubigern über eine Reduzierung der Schulden geredet werden soll. „Wir haben den Schritt proaktiv gemacht, weil wir auf der Passivseite eine Entlastung brauchen“, sagte Asbeck. Im Kern geht es um die ausstehenden Anleihen, die in Summe ein Volumen von 900 Millionen Euro haben. Diese machen den Großteil der Verbindlichkeiten aus, die Ende September bei 1,04 Milliarden Euro gelegen hatten.

Asbeck betonte, dass Solarworld im Kern gesund sei. „Wir müssen operativ einige Anpassungen machen, die werden nun kommen.“ Dies sei dem Unternehmen in unabhängigen Gutachten bescheinigt worden. „Wir haben eine positive Fortführungsprognose.“

Asbeck kündigte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters zudem weitere Stellenstreichungen an, um die Kosten zu senken. Sie fielen aber nicht so stark wie im vergangenen Jahr aus. „Der wesentliche Stellenabbau wurde bereits 2012 umgesetzt“, betonte er. Der einstige Börsenstar hatte dem Preiskampf und den steigenden Verlusten bereits 2011 Tribut gezollt und Fertigungslinien in Deutschland und den USA stillgelegt. Damals mussten 500 Mitarbeiter gehen. 2012 setzte Asbeck erneut den Rotstift an und strich weitere zehn Prozent der Stellen. Im Herbst beschäftigte Solarworld noch knapp 2500 Mitarbeiter.

Handelsblatt Energie Briefing
„Zölle würden uns helfen“
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13 Kommentare zu "Solarworld-Chef Asbeck: „Eine Insolvenz droht nicht“"

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  • @Kowalski
    "Mich würde mal interessieren in welchen Kanälen die Erlöse (von den Partei-Spenden an die Grünen mal abgesehen) und Subventionen der deutschen Solarindustrie sonst noch versickert sind."
    Er soll sich vor Kurzem das Schloss der Familie Gottschalk als Zweitschloss gekauft haben. Angeblich fährt er auch Maserati...

  • PV ist "high tech" und deshalb können es nur die Deutschen und nicht die Chinesen!
    Das sagten jedenfalls die "Grünlinge"; diese wurden aber von der Realität eingeholt.
    Sie sagten auch: "Deutsdchland ist das sonnenreichste Land der Welt, hier scheint die Sonne 24/7/52.
    Das ist auch richtig; wir haben fast so viele Sonnenstunden wie Island!
    Übrigens: Bei der "EEG-Zwangsabgage" handelt es sich um eine "Anschubsfinanzierung"; und das seit 20 Jahren!
    Und die Energiewende WIRD DEN STROMPREIS NICHT ERHÖHEN!

  • "Solarworld sei im Kern gesund, helfen würde ihm aber dennoch eine staatliche Maßnahme."
    Er will also Protektionismus.
    Dabei ist sein "Geschäftsmodell" auf ewige Subventionen ausgelegt. Bleiben diese aus oder gehen nur minimal zurück, ist seine Firma pleite.

    "Helfen würde dem Unternehmen, wenn die Europäische Union endlich Zölle für Billig-Importe aus China einführen würde, sagte Asbeck dem Handelsblatt."

    Falsch! Helfen würde es den Bürgern vor allem, wenn diese sinnlose EEG-Zwangsabgabe abgeschafft würde.
    Heute ist sie eine Lizenz zum Gelddrucken.

    "Solarworld kämpft wie die Konkurrenten mit den Überkapazitäten und dem Preisverfall in der Branche. Von Januar bis September 2012 verbuchte Solarworld einen operativen Verlust von 189,6 Millionen Euro und verbrannte 60 Prozent seiner liquiden Mittel sowie 40 Prozent des Eigenkapitals."

    Wenn die Sonne untergeht ...

    "Die von einem möglichen Schuldenschnitt betroffenen Anleihen gingen am Freitag auf Talfahrt. Die Solarworld-Anleihen mit den Laufzeiten bis 2016 und 2017 fallen jeweils um mehr 40 Prozent. Schuldenschnitt hin oder her, die Gläubiger werden jetzt schon kaum etwas von ihrem Geld wiedersehen."

  • Die Chinesen machen auch Verluste mit Solarzellen. Durch das Dumping der Chinesen wird der Solarstrom billiger. In einigen Teilen Deutschlands ist es günstiger den Strom selber zu Speichern und dann zu verbrauchen als ihn ins Netz zu verkaufen.

    Als Verbraucher zahle ich für die Einspeisung
    Die Industrie nicht.
    Mittags drückt der Solar/Windstrom den Preis am
    Spot Markt. Zu dem Kauft die Industrie den Strom.

    Über den Solar Strom wird dann sogar die Stromintensive Industrie gesponsert.

    Aber hier denken alle sehr Kurzfristig nur an die
    eigene Stromrechnung.

    Verdienen tun auch die großen Solarparks durch
    die China Module.

    Was mir auch fehlt, wieviel Geld sparen wir
    durch den nicht einkauf von Gas und Oel aus dem Ausland?

    Dadurch das wir dort keine Energie kaufen müssen,
    erhöht sich unser Aussenhandelst Überschuss.

    Weniger Abnehmer sinkende Preise.
    Wer mit Gas zu Hause Heizt sollte mal darüber
    nachdenken, das dadurch auch der Gaspreist sinkt.

    Schadstoffe = Krankenkosten
    und so weiter..
    Aber bleibt bei eurer Kurzfrist Denke

  • Nochmal für ALLE!
    Das EEG war von vornherein ein Todgeburt!!!
    Die Energiewende von einer gut und bezahlbaren Energieerzeugungsart der konventionellen Kraftwerke hin zu einer staatlich subventionsabhängingen Erneuerbaren Energieerzeugung haben wir der deutschen ökologiegläubigen Ethikpolitik einer Merkelunion im grünsozialistischen Kleid zu verdanken!
    Nicht der Markt ist Schuld an der Unfähigkeit der Erneuerbaren Energietechnik, sondern die technische und unwirtschaftliche Art und Weise der Stromerzeugung per Windmühlen und Solarmodulen!
    Die Politik hätte von vornherein den Bürgern reinen Wein einschenken müssen und sagen, dass es eine Energiewende auf marktwirtschaftlicher Basis nicht geben kann und somit das EEG erst gar nicht einführen dürfen!
    Das EEG ist ein sozialistisches Planwerkzeug, dass nie und nimmer wirtschaftlich am Markt bestehen kann. Das gleiche hatten wir mit der DDR auf deutschen Boden schon mal!
    Im EEG spiegelt sich ein ökosozialistische Gedankengut einer kommunistischen Vorstellungswelt wieder. Fernab jeder marktwirtschaftlichen, technisch und wissenschaftlicher Realität!
    Das EEG ist und bleibt ein gewolltes politisches Energievernichtungsgesetz und damit ein Wohlstandsvernichtungsgesetz!!!

  • @Gurkenmurkser : es ist ja nicht leider nicht nur beim «Solargedöns» - in anderen Bereichen ist es nur subtiler. Würde man z.B bei Dienstwagen generell nur einen pauschalen Steuerabzug in Höhe der tatsächlich notwendigen Kosten, um von A nach B zu kommen zulassen, dann könnten BMW & Co hier den Vertrieb einstellen. So aber zahlt der Steuerzahler für die «Freude am Fahren» der Geschäftsreisenden.

  • Wenn keine Insolvenz droht, wird es auch schwierig einen Schuldenschnitt bei den Anleihen durchzusetzen. Jeder geistig gesunde Anleiheinhaber sagt fordert ohne Insolvenzgefahr sicher die volle einlage zurück.

    Ich glaube auch, dass staatliche Maßnahmen Solarworld helfen würden. Sie haben aber einen Nachteil: Sie kosten Geld (Steuern und zu hohe Verbraucherpreise mangels Konkurrenz) und sie schaden anderen volkswirtschaftlichen Sektoren (drohende Strafzölle auf Silizium oder Handelskrieg im Luftfahrtsektor als Retourkutsche).

    Fazit: Nützen würde es nur Solarworld, schaden würde es der Gesellschaft und anderen Industriesektoren.

  • @Kowalski
    "Herr Asbeck hat jahrelang sich die Taschen vollgestopft anstatt die Gewinne zu reinvestieren und den Vorsprung auszubauen"
    Hätte er das gemacht, wäre er schön blöd. Welcher clevere Unternehmer investiert seine Gewinne in ein Geschäftsmodell, das ohne Subventionen nicht überlebensfähig ist.
    Wer will denn privat so enden wie Schlecker oder Schickedanz.

  • Hmmm...

    Ist immer hilfreich, wenn der Staat gegen Konkurrenten vorgeht. Wieso eigentlich nur bei Solargedöns?

    Da gibt es viele, die unter dem Chinaimport leiden bzw. die kaputtgegangen sind.

  • Herr Asbeck hat jahrelang sich die Taschen vollgestopft anstatt die Gewinne zu reinvestieren und den Vorsprung auszubauen oder zu halten. Während Ikea und Co bereits China wieder den Rücken kehren, benutzt er China als Alibi für den drohenden Bankrott. Ein dümmeres Geschäftsmodell für ein deutsches Unternehmen gibt es nicht als hier Module zusammenzuschrauben, welche nur Dank irrer Subventionen möglich war. Wer es jahrelang verabsäumt hat, sich von Subventionen unabhängig zu machen, das sollte sich nicht darüber beklagen, dass er von anderen überholt wird. Mich würde mal interessieren in welchen Kanälen die Erlöse (von den Partei-Spenden an die Grünen mal abgesehen) und Subventionen der deutschen Solarindustrie sonst noch versickert sind.

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