Energie

Stahl-Größen in Japan vor Fusion Nippon will Nisshin

Japan ist ein Stahl-Gigant, rund die Hälfte des weltweit produzierten Stahls kommt aus dem Land der aufgehenden Sonne. Doch China Wirtschaft stottert – daher bahnt sich in Japan eine Großfusion an.
Nippon Steel will seinen Anteil an Nisshin Steel erhöhen. Quelle: Reuters
Stahlarbeiter in Tokio

Nippon Steel will seinen Anteil an Nisshin Steel erhöhen.

(Foto: Reuters)

TokioMitten in einer massiven Stahlschwemme in Asien will Nippon Steel den kleineren Rivalen Nisshin Steel übernehmen. Eine entsprechende Absichtserklärung sei bereits unterschrieben worden, teilte Nippon Steel am Montag mit. Ziel sei es, die Beteiligung an Nisshin von derzeit 8,3 Prozent auf 51 bis 66 Prozent auszubauen.

Eine endgültige Entscheidung solle bis Mitte Mai fallen. Beide Unternehmen wollen ihre Stahlproduktion drosseln. Bei Nisshin wird demnach erwogen, einen von zwei Hochöfen im Stahlwerk Kure Works in der Hiroshima-Präfektur zu schließen.

Anleger reagierten begeistert auf die Nachricht einer möglichen Fusion: Die Nippon-Steel-Aktie schloss mit einem Plus von rund zehn Prozent, für die Nisshin-Papiere ging es sogar 15 Prozent nach oben.

Diese Rohstoffpreise sind im freien Fall
Platz 20: Stahl
1 von 21

Kein anderer Rohstoff hat von Januar 2015 bis November 2015 so stark nachgegeben wie Stahl. Die Verluste belaufen sich auf fast 40 Prozent. Verantwortlich für den Preisverfall ist die absackende Nachfrage aus China. Zudem etabliert sich das Reich der Mitte immer mehr als Stahlanbieter, denn -nachfrager. Der Preis für eine Tonne des Rohstoffs nähert sich daher dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Eine Stabilisierung der Preise ist dennoch nicht in Sicht. Die Stahlhersteller rechnen auch im kommenden Jahr mit fallenden Preisen.

Preisentwicklung (seit Jahresanfang 2015 bis Ende November 2015): - 38,5 Prozent

Platz 19: Erdgas
2 von 21

Der bisher milde Winter sorgt für einen Nachfragerückgang beim Erdgas. Industriegase-Unternehmen wie Linde leiden darunter.

Preisentwicklung: - 33,4 Prozent

Platz 18: Platin
3 von 21

Die hohen Fördermengen südafrikanischer Minen drücken den Platinpreis. Im Jahr 2015 hat sich das Edelmetall zeitweise um über 30 Prozent verbilligt. Rohstoffexperten erwarten jedoch im kommenden Jahr eine Preiserholung. Denn die Nachfrage nach Platin aus dem Automobil- und Industriesektor wird 2016 aller Voraussicht nach steigen.

Preisentwicklung: - 32,4 Prozent

Platz 17: Palladium
4 von 21

Nach dem VW-Abgasskandal erlebte Palladium eine kurzfristige Hausse. Denn Palladium ist einer der Bestandteile, die die Autohersteller in ihre Dieselkatalysatoren verbauen. Die Kurserholung hielt allerdings nicht lange an. Denn wie Platin leidet auch Palladium unter einem Überangebot. Doch im Gegensatz zu Platin rechnen Analysten im Jahr 2016 nicht mit einer Erholung der Palladiumpreise, da die Nachfrage in China wahrscheinlich zurückgehen wird.

Preisentwicklung: - 31,7 Prozent

Platz 16: Eisenerz
5 von 21

Der Nachfragerückgang bei Stahl wirkt sich unmittelbar auf die Eisenerzpreise aus. Denn Eisenerz ist ein elementarer Bestandteil bei der Stahlproduktion. Der Preis rutschte daher mit 39,28 Dollar pro Tonne auf den tiefsten Stand aller Zeiten. „Die Stabilisierung der chinesischen Stahlpreise sind der Schlüssel für einen Stimmungsumschwung am Eisenerz-Markt“, schrieben die Analysten der ANZ Bank in einem Kommentar. „Um dies zu erreichen, muss die Branche aber ihren Ausstoß verringern.“ Doch genau das tut sich nicht. Dahinter steckt ein Verdrängungswettbewerb. Das Kalkül: Die größeren Rohstoffunternehmen wollen kleine Rivalen entweder aus dem Markt drängen oder einverleiben.

Preisentwicklung: - 29,8 Prozent

Platz 15: Kaffee
6 von 21

Die Baisse an den Rohstoffmärkten macht auch vor Kaffee nicht halt. Doch die Zeichen stehen gut, dass sich der Preis künftig erholen könnte. Denn aufgrund des Wetterphänomens El Niño wird die Produktion in Kolumbien zurückgehen. Die weltweite Nachfrage hingegen geht kaum zurück und dürfte in den Wintermonaten 2015/16 noch steigen, da der Kaffeekonsum in der kalten Jahreszeit in der Regel zunimmt.

Preisentwicklung: - 28,7 Prozent

Platz 14: Kupfer
7 von 21

China fragt nicht nur weniger Stahl nach. Auch Kupfer ist bei chinesischen Unternehmen nicht mehr so begehrt. Das liegt vor allem am Wachstumsrückgang im Reich der Mitte. Selbst chinesische Kupferunternehmen drosseln bereits ihre Kupferproduktion, weil sie im eigenen Land immer weniger Abnehmer finden. 200.000 Tonnen wollen die Konzerne im Jahr 2016 weniger produzieren. Aus diesem Grund ist 2016 allenfalls mit einer Stabilisierung des Preises zu rechnen.

Preisentwicklung: - 27,6 Prozent

Den Stahlkochern in Japan macht die Wirtschaftsabkühlung in China zu schaffen. Die Volksrepublik produziert rund die Hälfte des weltweiten Stahls. Angesichts der geringeren Nachfrage auf dem Heimatmarkt bauten die chinesischen Anbieter im vergangenen Jahr ihre Exporte auf die Rekordmenge von 112,4 Millionen Tonnen aus. Dies brachte die Preise deutlich unter Druck.

Handelsblatt Energie Briefing
  • rtr
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%