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Energie

Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach-Aktionär erhöht Druck

Der S+B-Hauptaktionär verlangt eine außerordentliche Generalversammlung, auf der neue Verwaltungsräte installiert werden sollen. Gelingt das nicht, könnte es eine Kapitalerhöhung geben, bei der nur ein Bieter zeichnet.
25.04.2013 - 20:21 Uhr Kommentieren
Blick in ein Werk von Schmolz + Bickenbach: Der Hauptaktionär verlang eine außerordentliche Generalversammlung. Quelle: PR

Blick in ein Werk von Schmolz + Bickenbach: Der Hauptaktionär verlang eine außerordentliche Generalversammlung.

(Foto: PR)

Zürich Der Hauptaktionär des hoch verschuldeten deutsch-schweizer Stahlherstellers Schmolz + Bickenbach (S+B) erhöht den Druck auf den Verwaltungsrat. Die Düsseldorfer Schmolz + Bickenbach GmbH & Co KG, die als größter Aktionär 40,5 Prozent der Aktien kontrolliert, verlangt die Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung, wie Geschäftsführer Oliver Thum am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Die KG, die die Erben der Gründerfamilien repräsentiert, will vier ihr genehme neue Mitglieder in den bisher achtköpfigen S+B-Verwaltungsrat wählen lassen.

Thum selbst will sich zusammen mit zwei weiteren Vertretern der KG zur Wahl stellen. Als unabhängiger Kandidat ist der deutsche Anwalt Heinz Schumacher vorgesehen. Schumacher ist unter anderem Vorsitzender des Verwaltungsrats der Schweizer Bergbahnen Disentis AG. Die Amtszeit von S+B-Präsident Hans-Peter Zehnder und zwei weiterer Verwaltungsräte läuft dieses Jahr ab. Schmolz + Bickenbach war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Zunächst war die ordentliche Generalversammlung für den 18. April geplant. Sie wurde dann Ende März auf Juni verschoben, weil der Verwaltungsrat strategische Optionen prüfen wollte. Der genaue Termin ist noch offen.

Mit einem teilweise neuen Verwaltungsrat will die Familiengesellschaft ihre Pläne für eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht für die Altaktionäre vorantreiben. „Wir verlangen einen fairen Prozess für alle und lehnen jegliche Kapitalmaßnahme ab, die die Aktionäre vom Bezugsrecht ausschließt“, erklärte Thum.

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    Die Düsseldorfer Gesellschaft hat sich mit der Investmentfirma Renova des russischen Milliardärs Viktor Vekselberg verbündet, die bereit ist, mit 350 Millionen Euro bei dem Stahlkonzern einzusteigen. Renova würde alle Bezugsrechte aus einer Kapitalerhöhung aufkaufen, die die Altaktionäre nicht wollen und dann die entsprechenden Aktien zeichnen.

    Thum kritisierte, dass der Verwaltungsrat sich mit der Suche nach Investoren zu viel Zeit gelassen und den größten Aktionär davon ausgeschlossen habe. „Wir haben bereits im Dezember letzten Jahres mit dem Prozess der Suche nach einem Investor begonnen. Der Verwaltungsrat hat erst im Februar/März dieses Jahres begonnen, auf Investorensuche zu gehen.“ Anfang April teilte der Verwaltungsrat mit, die Gesellschaft habe gezielt ausgewählte Investoren eingeladen, Angebote „für eine Kapitalrestrukturierung unter Einbezug der bestehenden Aktionäre abzugeben“.

    Der Stahlkonzern ächzt unter einer hohen Schuldenlast. Ende 2012 lag die Verschuldung bei rund 900 Millionen Euro. Zukäufe und Investitionen in neue Werke in den vergangenen Jahren wurden weitgehend mit Fremdkapital finanziert. Dazu kommt das schwierige wirtschaftliche Umfeld, unter dem die ganze Branche leidet. Thyssen-Krupp und der zweitgrößte deutsche Stahlkocher Salzgitter kündigten kürzlich Stellenstreichungen an.

    Im vergangenen Jahr sank der Umsatz von S+B um neun Prozent auf 3,6 Milliarden Euro, unter dem Strich stand ein Verlust von 158 Millionen Euro.

    Handelsblatt Energie Briefing
    • rtr
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