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Energie

Steinkohle-Förderung Das Aus einer traditionsreichen Branche

Ende 2018 schließen Deutschlands letzte Steinkohle-Zechen. Die Förderung war schon lange nicht mehr konkurrenzfähig. Das Ende der Branche stimmt viele wehmütig, Kritiker warnen jedoch vor einer historischen Verklärung.
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Deutsche Steinkohle wird mit einem 10-Tonnen-Kipper vor dem Förderturm der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop abgeladen. Ende nächsten Jahres stellen die letzten Zechen die Förderung ein. Quelle: dpa
Deutscher Steinkohlebergbau

Deutsche Steinkohle wird mit einem 10-Tonnen-Kipper vor dem Förderturm der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop abgeladen. Ende nächsten Jahres stellen die letzten Zechen die Förderung ein.

(Foto: dpa)

EssenGlück auf und vorbei – Ende 2018 stellen die letzten Steinkohlezechen Deutschlands in Bottrop und Ibbenbüren am Rand des Münsterlandes die Förderung ein. Eine stolze und traditionsreiche Industriebranche verschwindet damit. Die offizielle letzte Schicht ist am 21. Dezember in der Ruhrgebietszeche geplant.

Es ist ein Ausstieg mit langer Vorbereitung und ohne Entlassungen oder soziale Härten – aber dennoch keine Kleinigkeit. „Der Abschied tut sehr weh – trotz des langen Vorlaufs“, sagt der Chef des Zechenbetreibers RAG, Bernd Tönjes.

Von den knapp 5000 Bergleuten, die aktuell übrig sind, gehen die meisten in den Vorruhestand. Einige Hundert werden in neue Jobs vermittelt. In den besten Zeiten in den 1950er-Jahre hatten noch mehr als 600.000 Menschen Arbeit in der Branche. Der Saar-Bergbau war bereits Mitte 2012 gestoppt worden.

Das mühsame Fördern aus mehr als 1000 Metern Tiefe unter hohen Sicherheitsstandards in den deutschen Bergwerken hatte sich schon seit vielen Jahren nicht mehr gelohnt. In Australien kann die Konkurrenz etwa 30 Meter dicke Flöze teils mit dem Schaufelradbagger im Tagebau gewinnen.

Gut eine Milliarde Euro Kohlesubventionen pro Jahr fielen zuletzt an, um die Preisdifferenz zum Weltmarkt auszugleichen. Auch im Ausstiegsjahr 2018 kann die Branche immerhin noch mehr als 900 Millionen öffentliches Geld in Anspruch nehmen. Hinzu kommen die Milliardenzuschüsse für die Vorruhestandsregelungen der Bergleute, die nach 25 Jahren unter Tage mit 50 gehen dürfen.

2007 hatte der Bundestag einen Fahrplan für den Ausstieg aus der defizitären Steinkohle bis Ende 2018 festgeschrieben. Die zunächst noch vorgesehene letzte Überprüfung des Beschlusses wurde 2011 gestrichen.

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