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Energie

Streit um Kontrolle Investor fordert Aufspaltung von Uniper

Das Management des Stromproduzenten gerät zunehmend unter Druck: Jetzt verlangt Investor Knight Vinke die Abspaltung des Russland-Geschäfts – und will so Fortum zur Mehrheit verhelfen.
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Seit fast zwei Jahren herrscht bei Uniper ein Kampf um die Ausrichtung des Konzerns. Quelle: Reuters
Uniper-Zentrale in Düsseldorf

Seit fast zwei Jahren herrscht bei Uniper ein Kampf um die Ausrichtung des Konzerns.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDem Management von Uniper steht am 22. Mai eine ungemütliche Hauptversammlung bevor. Nachdem nach wie vor der Streit mit dem größten Aktionär Fortum schwelt und Hedgefonds Elliott bereits Druck ausübt, hat nun ein weiterer einflussreicher Investor einen Antrag eingereicht. Der britische Fonds Knight Vinke, der knapp über fünf Prozent hält, fordert in einem Ergänzungsverlangen für die Tagesordnung der Hauptversammlung die Aufspaltung des Stromproduzenten. Der Vorstand soll die Abspaltung des Geschäftsfeldes „Internationale Erzeugung“ mit der russischen Tochter Unipro in ein rechtlich selbstständiges Unternehmen vorbereiten.

Knight Vinke will nach eigenen Angaben damit die Blockade bei Uniper beenden. „Zusammen mit anderen Aktionären sind wir sehr besorgt über die Handlungsunfähigkeit der Gesellschaft“, heißt in dem Schreiben an den Vorstand: „Dieser Zustand wird dadurch verursacht, dass sich Uniper und sein größter Aktionär seit über einem Jahr nicht auf eine Unternehmensstrategie verständigen konnten.“

Tatsächlich tobt beim Stromproduzenten, der 2016 von Eon abgespalten und an die Börse gebracht worden war, seit Herbst 2017 ein Kampf um die Kontrolle und die Ausrichtung des Unternehmens. Der finnische Energiekonzern war gegen den Willen des Vorstands um Konzernchef Klaus Schäfer beim deutschen Stromerzeuger eingestiegen. Fortum hat sich zwar inzwischen 49,99 Prozent der Anteile gesichert, die Mehrheit können die Finnen aber nicht ohne weiteres erlangen. Das wird durch eine Auflage verhindert, die russische Genehmigungsbehörden verhängt haben. Sie billigten zwar den Einstieg von Fortum, aber nur bis zur Schwelle von 50 Prozent, weil die russische Tochter von Uniper eine kleine, aber von den russischen Behörden als strategisch wichtig betrachtete Aktivität betreibt.

Nach Angaben von Knight Vinke könnte durch die Aufspaltung von Uniper die Blockade gelöst werden. Die russische Tochter würde mit dem Segment „internationale Erzeugung“ in eine neue Gesellschaft überführt. Fortum wäre dann an beiden Unternehmen mit 49,99 Prozent beteiligt – und könnte den Anteil an Uniper auf mehr als 50 Prozent aufstocken. „Der Vorstand der Uniper SE prüft das Ergänzungsverlangen und bereitet eine Stellungnahme hierzu vor“, teilte das Unternehmen mit.

„Die Beseitigung dieses Hindernisses dürfte den Prozess ganz erheblich erleichtern, in dem sich Fortum und Uniper schließlich über die Ausgestaltung ihrer zukünftigen Beziehung verständigen können“, erklärte Knight Vinke.

Knight Vinke rechnet sich gute Chancen aus, dass der Antrag von Fortum unterstützt werden könnte, wie es im Umfeld des Investors heißt. Sollte es hierfür keine Mehrheit geben, will Knight Vinke über einen alternativen Vorschlag abstimmen lassen. Demzufolge sollen Aktivitäten in Schweden abgespalten werden, insbesondere die Beteiligung am schwedischen Stromproduzenten Sydkraft. Fortum könnte dann die Mehrheit an diesem Geschäft übernehmen, an dem die Finnen vermutlich das größte Interesse haben.

Der Investor, der seit 2016 bei Uniper engagiert ist, zeigte sich verärgert über die Blockade: „Der Schaden, der durch diese offensichtlich fehlende Einigkeit ausgelöst wird, wirkt sich in mehrfacher Hinsicht negativ aus“, heißt es in dem Schreiben. „Uniper verfolgt aktuell eine Strategie, die offensichtlich von der Mehrheit ihrer Aktionäre nicht mitgetragen wird.“ Das bedeute, dass es damit „de facto keine Übereinstimmung im Hinblick auf die Strategie“ gibt. „Dieser Umstand nützt keinem der Beteiligten — weder dem Unternehmen, noch seinen Aktionären, Mitarbeitern und anderen Stakeholdern.“

Die Situation zwischen dem Vorstand und der Fortum-Führung war so verfahren, dass Aufsichtsratschef Bernhard Reutersberg das Management vor wenigen Wochen aufforderte, aktiv nach einer Lösung zu suchen. Vorstandschef Klaus Schäfer und Finanzvorstand Christopher Delbrück geben dabei ihre Ämter ab. Knight Vinke kritisierte die Entwicklung aber als „absolut undurchsichtig“. Dieser „Mangel an Transparenz“ sei „inakzeptabel“.

Vor einem Monat wurde der Vorstand bereits mit einem unangenehmen Antrag von Hedgefonds Elliott konfrontiert, der 16,5 Prozent der Anteile hält. Elliott hatte das Management aufgefordert, einen Beherrschungsvertrag mit Großaktionär Fortum abzuschließen. Dafür beantragte Elliott beim Vorstand die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung, auf der ein entsprechender Beschluss gefasst werden soll.

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