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Energie

Strom für das ganze Land Ein Solarprojekt für 200 Milliarden Dollar soll ganz Saudi-Arabien mit Strom versorgen

In der saudischen Wüste soll ein riesiges Solarenergieprojekt entstehen. Das Königreich will sich damit unabhängiger vom Öl machen.
18 Kommentare
Softbank und Saudi-Arabien planen weltweit größte Solaranlange Quelle: Bloomberg
Softbank-Gründer Masayoshi Son und Kronprinz Mohammed bin Salman

Sie planten in Saudi-Arabien die größte Solaranlage der Welt. Jetzt ist der Deal geplatzt.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Saudi-Arabien und der japanische Tech-Konzern Softbank haben sich auf ein 200 Milliarden Dollar teures Solarprojekt verständigt. Eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben Kronprinz Mohammad bin Salman und Softbank-Chef Masayoshi Son am Dienstag in New York. Es wäre das weltweit größte Projekt seiner Art. „Das ist ein großer Schritt für die Menschheit“, sagte Prinz bin Salman in New York. „Es ist mutig, riskant und ich hoffe, wir werden damit erfolgreich sein.“

Das Projekt entsteht in einer Zusammenarbeit zwischen Kronprinz Mohammed bin Salman und dem 2016 gegründeten Softbank Vision Fund, dessen Partner er ist. Der Fonds hat bereits in Firmen in den USA, Indien und Europa investiert. Das jüngste Vorhaben ist das erste große in Saudi-Arabien. Viel Sonne und ausreichend Fläche sowie ein großes Potenzial an Ingenieuren und Arbeitskräften machten den Vorstoß in die Solarenergie dort lukrativ, sagte Son.

Das Projekt soll Saudi-Arabien unabhängiger vom Öl als Stromlieferant machen: Mit der Anlage ließen sich 40 Milliarden Dollar an Stromkosten sparen, sagte Son. 100.000 Jobs würden entstehen. Die Kapazität der Anlage soll bei der Fertigstellung im Jahr 2030 200 Gigawatt betragen – das sei mehr Energie als nötig, um das ganze Land mit Strom zu versorgen, sagte Son. Das eingesparte Öl könne stattdessen ins Ausland verkauft werden.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg wäre die Anlage bei Fertigstellung 100 Mal größer als das nächstgrößere geplante Projekt. Mit dem Bau werde noch in diesem Jahr begonnen, hieß es; die erste Phase des Projekts soll fünf Milliarden Dollar kosten. 2019 sollen dann 7,2 Gigawatt produziert werden. Bei dem Projekt soll jedoch nicht nur Strom produziert werden: Innerhalb von zwei bis drei Jahren soll zusätzlich eine eigene Produktionsstätte für Solarmodule entstehen.

Das Vorhaben stärkt sowohl die Verbindung von Softbank zum weltweit größten Rohölexporteur als auch den Kronprinzen in seinen Ambitionen, die Wirtschaft des Landes neu aufzustellen. Softbank plant Berichten zufolge, in den kommenden drei bis vier Jahren bis zu 25 Milliarden Dollar in Saudi-Arabien zu investieren, darunter 15 Milliarden in die geplante neue Hightech-Metropole Neom, die am Roten Meer gebaut wird. Softbanks Vision Fund plant laut der Nachrichtenagentur Bloomberg zudem, 10 Milliarden Dollar in die staatliche Saudi Electricity Company zu investieren.

Analysten sehen bei dem Plan vor allem Vorteile für den Ölstaat. „Das passt zu Saudi-Arabiens Bestrebungen, seine Wirtschaft umzustrukturieren“, sagte Tomoaki Kawasaki, Analyst bei der japanischen Iwai Cosmo Securities. „Es ist jedoch noch unklar, wie weit Softbank davon profitieren wird.“

Solaranalystin Jenny Chase von Bloomberg New Energy Finance zeigt sich von dem Vorgehen Saudi-Arabiens und Softbanks nicht überrascht: „Softbank sucht nach Investments und Saudi-Arabien braucht neue Energien. Es ergibt Sinn, dass zunächst die Finanzierung geplant wird, ohne dass technische Details vorliegen.“ Chase merkt jedoch an, dass Absichtserklärungen nicht immer zur tatsächlichen Umsetzung der Pläne führen.

So gigantisch wird Saudi-Arabiens neue Zukunftsstadt „Neom“

Mit dem Megaprojekt treibt Saudi-Arabien die wirtschaftlichen Modernisierungspläne des Prinzen weiter voran. Aus dem 224 Milliarden Dollar schweren Staatsfond für öffentliche Investitionen sind allein im Jahr 2017 54 Milliarden Dollar an Geldern in neue Projekte geflossen. Der geplante Verkauf von fünf Prozent der Anteile am staatlichen Ölgiganten Saudi Arabian Oil Company soll den Fond mit weiterem Kapital ausstatten.

Nicht nur wirtschaftlich, auch gesellschaftlich stößt Mohammed bin Salman überraschende Veränderungen an. So ist es Frauen seit kurzem erlaubt, Fußballspiele zu besuchen und gemeinsam mit Männern Konzerte zu besuchen. Der Kronprinz lockerte die Kleidungsvorschriften und ab Juni dürfen sich Frauen sogar hinters Steuer setzen.

Derzeit ist Mohammed bin Salman auf einer dreiwöchigen Tour durch die Vereinigten Staaten. Es ist der erste US-Besuch seit seiner Ernennung zum Thronfolger seines Vaters König Salman bin Abdulaziz. In der vergangenen Woche fand ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus statt. Saudi-Arabien und die USA haben in der jüngeren Vergangenheit ihre Partnerschaft gestärkt – sowohl mit einer gemeinsamen Strategie gegen den Iran als auch mit wirtschaftlicher, technischer und militärischer Kooperation.

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18 Kommentare zu "Strom für das ganze Land: Ein Solarprojekt für 200 Milliarden Dollar soll ganz Saudi-Arabien mit Strom versorgen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr McGuire, wir koennen von den Laendern der arabischen Halbinseln lernen zu Allah zu
    beten, damit er uns ohne unser Zutun Trillionen in den Schoss wirft. Dubai ist eine Ausnahme, gerade weil es wenig Oel hat. Alle anderen sind im Grunde Schmarotzer der
    Industrienationen.

  • Hallo Herr Henseler,

    bei dem Ereignis handelt es sich um eine Absichtserklärung, sprich eine nette Geste des Prinzen an den Japaner. In der englischen Meldung wird dies deutlicher ausgedrückt. Man möge einfach überlegen was die Saudis mit so viel wertlosen, umweltschädlichen Solarstrom anfangen sollen.

    Saudi Arabien ist ein Land mit sehr grosser Einkommensspreizung. Es gibt Pakistani die für 150 €/Monat 60 Stunden die Woche Strassen bauen und arme Saudis die mit 1200 € 2 Frauen und 7 Kinder ernähren müssen. Die etwas besser gestellten Saudis und Ausländer habe viel Freude am Energieverbrauch. Der Klimaschwindel, oder eine ökoreligiöse Askese ist den Menschen fremd. Grosse US SUV, Klimaanlagen etc. sind sehr populär. Insgesamt ist der Pro-Kopf Energieverbrauch des Landes mit 28 Mio. Einwohnern erheblich höher als in Deutschland. In absehbarer Zeit wird auch der absolute Energieverbrauch den Deutschen übertreffen.

  • Klingt schon abstrus, dass ausgerechnet die Saudis sich vom Oel unabhaengig machen wollen und wohl auch werden. Warum brauchen die eigentlich die Japaner dafuer - sie haben selbst das notwendige Geld und der konkurrenzfaehigste Lieferant fuer die Solartechnik sind die Chinesen. Aber fuer den Klimaschutz bringt es nicht allzuviel, denn Saudi-Arabien hat eine vergleichsweise niedrige Bevoelkerung.

  • Die Herrscher auf der arabischen Halbinsel verstehen sich auf das Umsetzen von Visionen. Das hat bereits Muhammad bin Raschid Al Maktum, der Herrscher Dubais, mit der Umsetzung diverser Projekte bewiesen wie beispielweise das höchste Gebäude der Welt, den Burj Chalifa, die Palmen, die Welt, das höchste Hotel der Welt, das Gevora Hotel in Dubais Finanzdistrikt.

    Das Saudi Arabien mit vergleichbaren Projekten nicht den Anschluss verlieren wollte, hat zu fünf Großprojekten geführt, u. a. der King Abdullah Economic City. Das neue Projekt reiht sich hier ein und ist die Umsetzung einer Vision im Energiebereich.

    Wir können grundsätzlich von den Ländern der arabischen Halbinsel lernen.

  • @@Herr Esboern Schmidt 28.03.2018, 16:39 [email protected]@
    Werter Leser viel zu weit gedacht , einfach ein Ding nach dem anderen. Dort wo die Sonne wie in dieser Region brennt kann nichts verschwendet werden. Wasserstoff durch Elektroenergie zu erzeugen die sonst nicht gebraucht würde ist auf jeden Fall wirtschaftlich. Siehe Beispiel unsere Windräder die abgestellt werden müssen weil der Strom nicht untergebracht werden kann. Das ist eine Irrsinnige Maßnahme die wir teuer bezahlen weil das Konzept MIST ist. So müssen die es dort wenn es denn jemals verwirklicht wird bestimmt nicht machen. Mit dem gespeicherten Wasserstoff kann man sofort bei einem höheren Bedarf Strom erzeugen, das ist eine Variante zu unseren Gaskraftwerken die als bereitgestellte Kraftwerke zur Energiesicherung zur Verfügung stehen. Die Technik ist da alles nur Willensache. Natürlich haben die Ölkonzerne und geschmierte Politiker kein Interesse daran etwas an dem Verbrennungswahn des wertvollen unersetzbaren Öls zu ändern. Kommende Generationen werden uns noch verfluchen das Öl so leichtsinnig verbrannt zu haben.

  • Jetzt wollten doch die Saudis, die Solarmodule bei Solar- World kaufen, die haben plötzlich aber Insolvenz angemeldet, da werden sie halt zu den Chinesen gehen, die in der EU aber mit Gierzöllen beaufschlagt werden, um uns das Geld aus der tasche zu ziehen.

  • Hallo Herr Ax... ich denke Sie haben sich einen dicken Ökobären aufbinden lassen.

    "Warum eigentlich nicht , sehr sehr sehr spät aber eventuell gibt es doch noch etwas. Sicher sinnvoller als in der Wüste endlos Öl Energiefressende Gigaprojekte zu realisieren. Weiter kann man aus dem Strom schönen sauberen Wasserstoff (Sauerstoff ebenfalls wirtschaftlich nutzbar) gewinnen und als sauberen Energieträger nutzen. Weiter dann mit Trinkwassergewinnung aus dem Meer dann könnte die Wüste grün werden."

    In Saudi Arabien ist der Islam Staatsreligion. Die Ökoreligion ist dort kaum populär.

    Die Stromerzeugung aus Solaranlagen erfolgt entsprechend der Tages- und Jahreszeit. In einem Stromnetz müssen Bedarf und Einspeisung in jedem Augenblick gleich sein. Ähnlich wie in Europa ist der erzeugte Strom nahezu wertlos.

    Wasserstoff wird üblicherweise in einem 2-stufigen Prozess aus Erdgas, oder Erdöl gewonnen. Die Verwendung von umweltschädlichen Solarstrom ist dafür weniger geeignet, bzw. extrem teuer.

    Zur Meerwasserentsalzung nutzt man die Abwärme der modernen Wärmekraftwerke.

  • Wieso läuft in den ach so aufgeklärten, ach so sorgfältig recherchierenden Medien dieses Landes eigentlich eine so servile Hofberichterstattung??
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    Den Dino-Medien laufen die Leser weg und die Werbung nutzt besser ehrliche Menschen (Blogger) um gute Produkte an den Markt zu bringen. Da muss gespart werden und wurden aus Redakteuren wieder abschreibende Schreiberlinge, die nur das nachkauen, was von den Erika-gelenkten Agenturen noch durch das Gatter kam.

    Also bitte das alles hier nur als Unterhaltung und Kurzweil betrachten. Wer sich ehrlich informieren will, muss das Internet nutzen.

  • Ob das Projekt funktioniert oder eher Kopfschmerzen produziert, so wie die hiesige Solarindustrie (zu welch letzteren sicher ein gwisser A. aus BN viel durch seine Sprechblasen beigetragen hat! Aktuell ist er mal wieder pleite, hoffentlich spürt er was davon!), das wird sich weisen.

    Auffällig ist folgendes: seit MBS davon spricht, seine Milliarden in aller Welt zu investieren, ist die Aufmerksamkeit für seine Taten als AKTUELLER KRIEGSMINISTER Saudi-Arabiens stark geschrumpft. Was eher ein Euphemismus ist...

    Wieso läuft in den ach so aufgeklärten, ach so sorgfältig recherchierenden Medien dieses Landes eigentlich eine so servile Hofberichterstattung??

    Ein CETERO CENSEO: "Gestern hat Saudi-Arabien XXX Häuser im Jemen Bombardiert." mit tagesaktuellen Zahlen (oder etwas Vergleichbares, in unserem Internet-Zeitalter ist ja alles Wissen nur einen Mouseclick entfernt… ;-) wäre ja wohl angebracht!

  • STROM FÜR DAS GANZE LAND
    Ein Solarprojekt für 200 Milliarden Dollar soll ganz Saudi-Arabien mit Strom versorgen
    In der saudischen Wüste soll ein riesiges Solarenergieprojekt entstehen. Das Königreich will sich damit unabhängiger vom Öl machen.

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    Die EUROPÄISCHE UNION INSGESAMT SOLL MAL EIN EINZIGES SOLCHES PROJEKT IN UND FÜR EUROPA AUFZÄHLEN UND ZEIGEN !!!

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