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Energie

Stromproduzent Streit bei Uniper geht weiter: Arbeitnehmer stützen Aufsichtsratschef Reutersberg

Fortum will den Chefkontrolleur des Stromproduzenten ablösen. Die Arbeitnehmervertreter kündigen Widerstand an und kritisieren die Finnen scharf.
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Fortum stößt schon seit dem Einstieg auf Widerstand bei dem Stromproduzenten. Quelle: Reuters
Uniper-Kraftwerk nahe Frankfurt

Fortum stößt schon seit dem Einstieg auf Widerstand bei dem Stromproduzenten.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Beim Stromproduzenten Uniper tobt ein Streit um die Aufsichtsratsspitze. Großaktionär Fortum will den Posten mit einem eigenen Kandidaten besetzen. Die Arbeitnehmervertreter kündigen jetzt aber Widerstand an – und wollen den amtierenden Chefkontrolleur Bernhard Reutersberg unterstützen.

„Wir stellen uns uneingeschränkt hinter Herrn Reutersberg und bitten ihn, sein Amt weiter im Sinne von Uniper sowie aller Uniper-Aktionäre wahrzunehmen“, sagte Harald Seegatz, Chef des Konzernbetriebsrats und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, dem Handelsblatt. „In dieser Situation ist die Unabhängigkeit des Uniper-Aufsichtsratsvorsitzenden von hoher Bedeutung. Die Interessen der restlichen Aktionäre müssen gewahrt werden. Das ist bei Besetzung des Postens durch Fortum nicht mehr der Fall.“

Der finnische Energiekonzern kämpft seit zwei Jahren um die Kontrolle des deutschen Stromproduzenten. Am Dienstag kündigte Fortum-Chef Pekka Lundmark an, dass sein Unternehmen bald die Mehrheit halten wird. Zu den 49,99 Prozent, die Fortum bereits besitzt, will der Konzern von den anderen Großaktionären Elliott und Knight Vinke weitere 20,5 Prozent übernehmen.

Lundmark forderte dabei eine größere Vertretung seines Unternehmens im Aufsichtsrat sowie den Vorsitz im Kontrollgremium. Bislang sind die Finnen nur mit Finanzvorstand Markus Rauramo vertreten.

Fortum stößt schon seit dem Einstieg auf Widerstand bei Uniper. Der ehemalige Vorstand um Klaus Schäfer hatte die Finnen offen abgelehnt. Auf der Hauptversammlung im Frühjahr war es dann auch zum offenen Streit mit Reutersberg gekommen. Der kritisierte es scharf, dass Fortum die Entlastung des ehemaligen Vorstands weiter vertagen ließ.

Den Aufsichtsratsvorsitzenden „unter Druck zu setzen und zum Rücktritt drängen zu wollen“ sei „inakzeptabel“ und unterstreiche erneut, dass Fortum an einer konstruktiven Vorgehensweise kein Interesse habe, kritisierte Seegatz. Nach Informationen des Handelsblatts aus Konzernkreisen macht Fortum bereits Druck auf Reutersberg, selbst zurückzutreten, und droht ansonsten mit der Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung.  

Noch gibt es eine große Hürde für Fortum

Die Arbeiternehmervertreter verweisen darauf, dass sich faktisch auch noch nichts geändert hat. Tatsächlich hat Fortum zwar mit Elliott und Knight Vinke den Kauf von deren Aktienpaketen vereinbart. Der Deal muss aber noch von den Aufsichtsbehörden in Russland, wo Uniper im großen Stil aktiv ist, genehmigt werden.

Dort gibt es eine große Hürde: Die Behörden hatten zwar den Einstieg von Fortum gebilligt, aber bislang nur bis zur Schwelle von 50 Prozent. Lundmark zeigt sich zwar zuversichtlich, dass diese Hürde beseitigt wird. Die Arbeitnehmervertreter sehen das aber anders.

„Der Versuch, den Eindruck zu erwecken, dass die Situation jetzt substanziell anders wäre, empfinden wir als einen bewussten Versuch, die Öffentlichkeit fehlzuleiten und Druck zugunsten von Fortum gegen die Interessen von Uniper auszuüben“, sagte Seegatz. „Wir haben derzeit keinerlei Indizien dafür, dass sich die Meinung der Behörden in Russland geändert hat. Wir wären auch überrascht, wenn die russischen Behörden zulasten der deutschen Interessen ihre Meinung ändern würden.“

Lundmark ist sich der Vorbehalte der Arbeitnehmer bewusst. Er sandte am Dienstag auch mehrere Friedenssignale aus. So will er für mindestens zwei Jahre auf einen Beherrschungsvertrag verzichten und die Rechte der Arbeitnehmer wahren.

Den Arbeitnehmervertretern sind die Zusagen aber nach wie vor zu vage: „Wir möchten in diesem Zusammenhang auch erneut darauf hinweisen, dass Herr Lundmark nach wie vor nicht erklärt hat, was seine Strategie in Bezug auf Uniper ist“, sagte Seegatz. „Herr Lundmark hat darüber hinaus bislang keinerlei Vorschläge in Bezug auf eine Beschäftigungs- und Standortgarantie unterbreitet.“

Mehr: Beim Übernahmekampf um den deutschen Stromproduzenten haben sich beide Seiten verrannt. Fortum und Uniper sollten ihren Streit endlich beilegen, kommentiert Handelsblatt-Autor Jürgen Flauger.

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