Energie

Stromspeicher „Die Zeche könnte eine große Batterie werden“

Seit 150 Jahren wird in Bottrop Kohle gefördert. Nach dem Ende des Abbaus 2018 könnte es eine neue Perspektive als Energiespeicher geben. Technisch ist das möglich, allerdings rechnen sich die Pläne bisher nicht.
Die Zeche wird 2018 geschlossen. Wird sie danach als riesiger Stromspeicher herhalten? Quelle: dpa
Zeche Prosper-Haniel

Die Zeche wird 2018 geschlossen. Wird sie danach als riesiger Stromspeicher herhalten?

(Foto: dpa)

BottropFür die letzte Zeche im Ruhrgebiet gibt es eine neue Chance: Das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop könnte nach ihrer Schließung Ende 2018 zu einem riesigen Stromspeicher für 450.000 Haushalte umgebaut werden. Die Anlage sei von der Geologie geeignet und die Kosten von etwa 250 bis 300 Millionen Euro lägen nicht höher als bei oberirdischen Speicherkraftwerken, sagte der Duisburger Professor für Wasserbau, André Niemann, am Donnerstag bei der Vorstellung eines Gutachtens in Bottrop.

Speicherkraftwerke werden wegen der Energiewende bundesweit dringend gebraucht, um den in großer Zahl produzierten Wind- und Sonnenstrom aufzunehmen. Ein Speicherkraftwerk in einer Steinkohlezeche wäre weltweit einmalig und würde „enorme Strahlkraft“ auch für den Export entfalten, sagte Niemann. Allerdings rechne sich angesichts des sehr niedrigen Börsenstrompreises ein Pumpspeicherkraftwerk derzeit nicht. Die Bauzeit des Projektes läge bei etwa fünf Jahren.

„Die Zeche könnte eine große Batterie werden“, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). Allerdings seien dafür bessere politische Rahmenbedingungen nötig. Ein Pumpspeicherkraftwerk müsse auf Dauer auch wirtschaftlich laufen, sonst nehme kein Investor die nötigen dreistelligen Millionensummen in die Hand. NRW möchte unter anderem Entlastungen von Speicherkraftwerken bei der EEG-Umlage.

So groß sind die Solar-Marktführer
Platz 15: Solarworld (Deutschland)
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Solarworld-Chef Frank Asbeck ist der letzte Überlebende aus der Glanzzeit der deutschen Solarindustrie. Während beinahe alle anderen heimischen Photovoltaikkonzerne in den vergangenen Jahren im Kampf gegen die asiatische Billigkonkurrenz pleitegingen, existiert die Firma des Bonner Ökopioniers immer noch. Dennoch ist die Zukunft von Solarworld ungewiss. Ein 770-Millionen-Dollar schwerer Rechtsstreit mit dem Siliziumhersteller Hemlock Semiconductor bedroht den Fortbestand des Unternehmens. Die drei Fabriken von Solarworld liefen 2015 ungeachtet der Klage aber auf Hochtouren. Nach Berechnungen des Analysehauses IHS produzierte Solarworld Paneele mit einer Kapazität von mehr als tausend Megawatt.

Jahresproduktion: 1.117 Megawatt

Platz 14: REC Group (Norwegen)
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Neben Solarworld ist REC die größte verbliebene Photovoltaik-Marke in Europa. Richtig europäisch ist REC freilich nicht. Das Unternehmen hat zwar seinen Hauptsitz in Norwegen, aber produziert wird vorrangig in Singapur. Anfang 2015 wurde REC zudem von der Elkem Group übernommen. Elkem ist eine Tochter des chinesischen Konzerns Bluestar und stellt Silizium her – das Ausgangsmaterial für die Erzeugung von Photovoltaikzellen. REC beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von rund 755 Millionen Dollar.

Jahresproduktion: 1.188 Megawatt

Platz 13: Sunpower (USA)
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Amerikas zweitgrößter Photovoltaikkonzern ist 2015 wieder in die roten Zahlen gerutscht. Bei einem Umsatz von rund 1,4 Milliarden Dollar meldet Sunpower Verluste in der Höhe von fast 300 Millionen Dollar. 2016 soll es aber wieder aufwärts gehen. Das kalifornische Unternehmen rechnet mit Erlösen von bis zu drei Milliarden Dollar. Sunpower fertigt nicht nur Module, sondern errichtet und betreibt auch eigene Solarparks. In Deutschland erlangte der Konzern als Haupt- und Trikotsponsor des Fußballvereins Bayer 04 Leverkusen Bekanntheit. Die Partnerschaft endete 2013 aber bereits nach zwei Jahren, weil Sunpower wirtschaftlich in Probleme geriet.
Jahresproduktion: 1.253 Megawatt

Platz 12: Shanghai Aerospace Automobile (China)
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In keinem anderen Land der Welt werden so viele Solarmodule hergestellt und Photovoltaikanlagen ans Stromnetz angeschlossen wie in China. Das Reich der Mitte hat Deutschland 2015 als größte Solarnation abgelöst. Und kein Land schickt sich derzeit an, China wieder vom Thron zu stoßen. Im Gegenteil. Bis 2020 will die Staatsregierung in Peking die Solarkapazitäten sogar auf 143 Gigawatt ausbauen. Das wäre eine Verdreifachung der bisherigen Kapazitäten. Einer der größten Profiteure der fernöstlichen Ökorevolution ist schon jetzt die chinesische Firma Shanghai Aerospace Automobile.

Jahresproduktion: 1.282 Megawatt

Platz 11: Risen Energy (China)
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In der ostchinesischen Provinz Zheijang ist Risen Energy beheimatet. Das Unternehmen wurde 1986 gegründet und beschäftigt aktuell etwa 3000 Mitarbeiter. Seine Solarmodule verkauft Risen überwiegend direkt im Reich der Mitte. Einen Grund daran etwas zu ändern, gibt es ohnehin nicht. Schließlich wächst der chinesische Solarmarkt aktuell um gut 48 Prozent pro Jahr.

Jahresproduktion: 1.292 Megawatt

Platz 10: EGing PV (China)
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Allein 2015 war der chinesische Markt für 32 Prozent der weltweit neu installierten Photovoltaikkapazität verantwortlich. Von diesem gigantischen Wachstum profitiert auch die Firma EGing PV überproportional. Das Unternehmen existiert seit 2003 und ist in Schanghai an der Börse notiert. Das Geschäftsmodell der chinesischen Firma umfasst nach eigenen Angaben die Produktion sämtlicher Solarprodukte – von Ingots, Wafern und Zellen bis hin zu Photovoltaikmodulen und der kompletten Errichtung von Solaranlagen.

Jahresproduktion: 1.324 Megawatt

Platz 9: GCL (China)
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Von den 15 weltgrößten Solarkonzernen kommen gleich zehn Unternehmen aus China. Die Staatsregierung rief vor mehr als einem Jahrzehnt zum Aufbau einer eigenen Photovoltaikindustrie auf. GCL zählt zu den führenden Modulproduzenten in China und könnte künftig noch größer werden. Der Konzern ist zuletzt bei dem angeschlagenen Konkurrenten Chaori Solar eingestiegen.

Jahresproduktion: 1.722 Megawatt

Nachgedacht wird in Bottrop über ein Kraftwerk mit einem Oberbecken über Tage und einem Unterbecken in 600 Metern Tiefe im Bergwerk. Das Wasser wird hochgepumpt, wenn viel Strom in den Netzen ist und treibt beim Herabstürzen in den Schacht eine Turbine an, um wieder Strom zu erzeugen.

Der Hauptvorteil einer unterirdischen Anlage liegt in der Akzeptanz: Oberirdische Anlagen stoßen vielfach auf Proteste von Umweltschützern, mehrere Großprojekte wurden deshalb in den vergangenen Jahren wieder aufgegeben. Für eine mögliche Anlage in Bottrop wird in einer zweiten Phase der Studie ein Betreiber- und Investorenmodell geprüft.

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