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Energie

Stromspeicher und intelligente Netze Eon will mit Batteriespeichern die Energiewende aufs Land bringen

Gemeinsam mit dem schottischen Versorger SSEN startet der Essener Konzern ein Projekt, das der Energiewende einen Unsicherheitsfaktor nehmen könnte.
22.07.2020 - 06:11 Uhr Kommentieren
Der Energiekonzern kann die weiteren Risiken der Covid-19-Pandemie noch nicht ausreichend sicher beurteilen. Quelle: dpa
Konzernzentrale von Eon in Essen

Der Energiekonzern kann die weiteren Risiken der Covid-19-Pandemie noch nicht ausreichend sicher beurteilen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Essener Energiekonzern Eon will in einem gemeinsamen Projekt mit dem britischen Netzbetreiber Scottish and Southern Electricity Networks (SSEN) und der Costain Group zeigen, dass die Energiewende auch in den entlegensten Dörfern funktionieren kann. Ein erster Pilotversuch soll bereits 2021 in Schottland starten.

Die europäischen Energieriesen wollen mit einer Kombination aus Batteriespeichern, intelligenter Netzsteuerung und dem Einsatz erneuerbarer Energien die Versorgungssicherheit auf dem Land verbessern. „Mit dem ‚Resilience as a Service‘-Projekt werden wir demonstrieren, dass Resilienz und Zuverlässigkeit der Stromversorgung nicht nur kostengünstiger für unsere Kunden, sondern durch den Einsatz neuer Technologien und intelligenter Steuerungen sogar klimaneutral gestaltet werden kann“, sagte Paul French, Direktor des Sales-Teams von Eon in Großbritannien.

Konkret soll der Lithium-Ionen-Speicher im Falle eines Stromausfalls die Versorgung der ländlichen Gemeinden über Energie aus dezentral verfügbaren Wind- und Solaranlagen so lange übernehmen, bis der lokale Netzbetreiber das Problem behoben hat. 

Die Angst vor einer unsicheren Stromversorgung ist für viele Verbraucher ein ernst zu nehmender Faktor. Schließlich produzieren Wind- und Solarparks nur Energie, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, und nicht dann, wenn der Stromverbrauch erfahrungsgemäß in den Abendstunden am höchsten ist. Der steigende Anteil erneuerbarer Energien ist deswegen oft auch eine Belastungsprobe für die Netze. 

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    Dieses Problem will Eon mit intelligenter Steuerungstechnik umgehen. Das Projekt in Großbritannien ist auf drei Jahre angelegt und soll zunächst mit einem Investitionsrahmen von zehn Millionen Pfund (umgerechnet circa elf Millionen Euro) starten. Damit allein ist es aber nicht getan.

    Neue Abteilung im Konzern

    Mit dem Projekt in Großbritannien setzt der Essener Konzern den Startschuss für eine komplett neue Abteilung. Mit der Gründung einer eigenen Innovationseinheit versucht Eon, den deutlich lockereren und an Start-ups orientierten Einschlag der ehemaligen RWE-Tochter Innogy zu bewahren. „Für eine schnellere und auch bezahlbare Energiewende in ganz Europa brauchen wir mehr zukunftsorientierte Kooperationsprojekte und den Austausch von Know-how“, fordert Luis Hernandez, Bereichsleiter Energy Networks and Communities der neuen Eon Innovation.

    40 Mitarbeiter sollen sich um die Bereiche interne Innovation, externe Partnerschaften und Forschungsangelegenheiten kümmern. Neben Essen soll die Einheit auch von Berlin, Tel Aviv und San Francisco aus arbeiten. 

    Energiekonzerne sichern sich Ideen

    „Die Digitalisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche sorgt zusammen mit der Nutzung neuer Technologien dafür, dass sich traditionelle Grenzen zwischen den Industriezweigen auflösen“, heißt es in einem Statement, das dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Dies biete der Energiebranche die Chance, „in andere Segmente hineinzuwirken“. 

    Eine Entwicklung, die auch an anderen Energieversorgern nicht vorbeigeht. Erst vor Kurzem hat sich das norddeutsche Unternehmen EWE deswegen entschieden, bei der Investorenplattform Energy Impact Partners einzusteigen, die europäische Energie Start-ups mit mehreren Hundert Millionen Euro fördern will. 

    „Wenn Automobilhersteller Ladeboxen anbieten und Energieversorger E-Tankstellen bauen, gibt es Überlappungen, die es so bisher nicht gab. Die Sektoren wachsen enger zusammen, und unser Kerngeschäft verändert sich“, sagte EWE-Technologievorstand Urban Kasser im Gespräch mit dem Handelsblatt. Deshalb müsse man sich gerade jetzt vermehrt um das Thema Start-ups kümmern.

    Auch Eon investiert schon mehrere Jahre über verschiedene Einheiten in Jungunternehmen. Jetzt will der Stromversorger aber auch außerhalb der Energiewelt nach vielversprechenden Ideen Ausschau halten. 

    Neben den Bereichen Energienetze und Quartierslösungen soll Eon Innovation deswegen gezielt nach Konzepten in der Industrieautomatisierung, der vernetzten Mobilität und dem Smarthome-Bereich suchen.

    Mehr: Milliardenkonzerne wollen europäische Energie-Start-ups fördern

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