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Energie

Stromversorger Energiekonzerne EnBW und MVV beenden ihren Streit

Die beiden Versorger führen seit Jahren eine juristischen Auseinandersetzung: Nun will sich EnBW bei MVV zurückziehen – und sucht im Einklang mit den Mannheimern nach einem Investor.
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Der Konzern betrachtete EnBW von Anfang an mit Argwohn Quelle: MVV Energie AG
Konzernzentrale der MVV Energie AG

Der Konzern betrachtete EnBW von Anfang an mit Argwohn

(Foto: MVV Energie AG)

Düsseldorf Die zwei süddeutschen Energieversorger EnBW und MVV Energie liegen seit vielen Jahren im Clinch. Denn EnBW hält Anteile an dem Regionalversorger. 2004 war der Großkonzern aus Karlsruhe gegen den Willen der MVV beim börsennotierten Versorger aus Mannheim mit 15 Prozent eingestiegen. Nach und nach stockte die EnBW die Beteiligung sogar auf 28,8 Prozent auf.

Jetzt beenden die beiden Nachbarn aber ihren Streit. EnBW will ihren Anteil verkaufen, wie der Konzern bestätigte – und zwar „in enger Abstimmung“ mit dem Mehrheitsaktionär der MVV, der Stadt Mannheim. Der drittgrößte Aktionär, der Kölner Regionalversorger Rheinenergie, will sein Paket von 16,3 Prozent gleich mitveräußern.

Der Verkauf der dann insgesamt rund 45 Prozent könnte ein Volumen von 800 Millionen bis einer Milliarde Euro erreichen. Die drei Parteien haben gemeinsam ein Beratungshaus eingeschaltet. Dabei handelt sich um Perella Weinberg Partners.

MVV pocht darauf, dass der neue Investor gut zu ihrer Ausrichtung passt. MVV verfolge das Ziel „einer langfristig stabilen Aktionärsstruktur, die auch in Zukunft eine konsequente und erfolgreiche Umsetzung ihrer auf die nachhaltige Gestaltung der Energiewende ausgerichteten Unternehmensstrategie sicherstellt“, erklärte das Unternehmen. Die Stadt Mannheim als Mehrheitseigentümerin stehe den Gesprächen offen gegenüber.

Das abgestimmte Vorgehen ist nach all den Streitigkeiten der vergangenen Jahre überraschend. EnBW hatte zwar schon beim Einstieg 2004 betont, dass das Engagement bei MVV Energie eine reine Finanzbeteiligung sei.

Der Nachbar betrachtete EnBW aber von Anfang an mit Argwohn – vor allem als die EnBW ihre Beteiligung immer weiter ausbaute. Zunächst sicherte sich der Großkonzern über die Barclays Bank verdeckt weitere gut sieben Prozent, 2014 übernahm er den Anteil dann offiziell – und 2017 kaufte die EnBW dann noch dem französischen Energiekonzern GDF Suez ein Paket von gut sechs Prozent ab.

EnBW hatte wenig Freude an der Beteiligung an MVV

MVV hatte mehrfach versucht, beim Bundeskartellamt gegen die Expansion des Nachbarn und Konkurrenten zu intervenieren, war dabei aber letztlich nicht erfolgreich.

Aber auch EnBW hatte wenig Freude an der Beteiligung. Der Energiekonzern will den Anteil schon seit Jahren verkaufen und hat dazu auch schon mehrere Anläufe unternommen. Mit dem Zukauf weiter Aktien wollte die EnBW nach eigenen Angaben die Erfolgschancen dafür erhöhen, schließlich kann sie inzwischen eine Sperrminorität anbieten.

Potenzielle Interessenten wurden aber offenbar durch den beherrschenden Einfluss der Stadt Mannheim abgeschreckt. Diese hat zwar schrittweise ihre Beteiligung abgebaut, will den Anteil von jetzt 50,1 Prozent aber langfristig behalten.

„Wenn der Verkaufsprozess jetzt zwischen EnBW, Rheinenergie und der MVV abgestimmt wird, ist das für alle von Vorteil“, heißt es in Kreisen der beteiligten Konzerne. Die Chancen der Verkäufer einen Investor zu finden seien größer und die MVV Energie sowie die Stadt könnten sich einen passenden Partner suchen. Priorität hat in Mannheim offenbar der Verkauf an einen Infrastrukturstrukturfonds.

Rheinenergie muss sich im Verkaufsprozess ohnehin mit Mannheim abstimmen. Der Kölner Regionalversorger hatte im Sommer 2007 ein Aktienpaket von der Stadt erworben und einen Konsortialvertrag geschlossen. Im Gegensatz zum Engagement der EnBW wurde mit den Kölnern ausdrücklich eine strategische Partnerschaft angestrebt.

Allerdings kam diese nie wie gewünscht zustande. Deshalb hat sich die Rheinenergie jetzt auch zum Verkauf entschieden.

MVV Energie ist eines der einflussreichsten Stadtwerke-Netzwerke und setzte im vergangenen Jahr mit rund 6000 Mitarbeitern immerhin 3,9 Milliarden Euro um. EnBW ist mit 21.000 Mitarbeitern und 20,5 Milliarden Euro Umsatz noch ungleich größer – und gehört neben Eon, RWE, und Vattenfall zur ersten Riege der deutschen Energiewirtschaft.

Mehr: Der Energiekonzern EnBW will mit neuen Fahrzeugen seine Beschäftigten motivieren. Für die Autohersteller könnte der Auftrag zur Herausforderung werden.

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