Energie

Studie Ausbau von Windparks auf hoher See stockt

Fehlende Netzwerkanbindung schien im letzten Jahr den Windkraftausbau auszubremsen. Inzwischen haben sich die Verhältnisse geändert. Trotzdem kommt die Bundesregierung mit ihren Plänen nicht voran - aus anderen Gründen.
Update: 16.05.2013 - 01:24 Uhr 22 Kommentare
Eine aktuelle Studie geht den Hindernissen des Offshore-Windpark-Ausbaus auf den Grund. Quelle: dpa

Eine aktuelle Studie geht den Hindernissen des Offshore-Windpark-Ausbaus auf den Grund.

(Foto: dpa)

BerlinDer Ausbau der Offshore-Windkraft hinkt dem Zeitplan der Bundesregierung hoffnungslos hinterher. Damit bricht eine Stütze der Energiewende weg. Belegt wird die Entwicklung durch eine Studie, die dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt. Sie listet auf, welche Projekte welchen Verzug haben oder ganz abgesagt wurden.

Es bestehe deswegen eine „nicht mehr zu erfüllende Erwartungshaltung zur Ausbaugeschwindigkeit“, heißt es in der Studie des Beratungsunternehmens Offshore Management Resources. Auftraggeber der Studie war der Stromnetzbetreiber Tennet.

Ursache für die Verzögerungen beim Bau der Windparks auf hoher See sind technische Hürden und Finanzierungsprobleme. Außerdem hat die Bundesregierung zuletzt mit ihren – zwischenzeitlich zurückgezogenen – Plänen für Einschnitte in das Erneuerbare-Energien-Gesetz für Verunsicherung in der Branche gesorgt.

Ohne die geplanten zehn Gigawatt installierter Offshore-Windkraft – das entspricht der Leistung von zehn Kernkraftwerken – bis 2020 sind die Ziele der Bundesregierung beim Umbau des Energieversorgungssystems nicht zu erreichen. Bislang sind erst wenige Hundert Megawatt in Nord- und Ostsee installiert.

Noch vor einem Jahr hatte es so ausgesehen, also würde der Ausbau der Windkraft scheitern, weil es an Netzanbindungen an das Festland fehlte. Mittlerweile haben sich die Verhältnisse geändert. Netze und Anschlussplattformen sind vorhanden, es fehlen die Windparks. „Wir werden in der Nordsee in Kürze fast dreimal mehr Anschlusskapazitäten als Windparks haben“, sagte Tennet-Geschäftsführer Lex Hartman dem Handelsblatt.

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22 Kommentare zu "Studie: Ausbau von Windparks auf hoher See stockt"

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  • Hallo Pobrecito
    Die Aussage "...die geplanten zehn Gigawatt installierter Offshore-Windkraft – das entspricht der Leistung von zehn Kernkraftwerken..." ist formal richtig. Der versorgungstechnische Unterschied liegt jedoch darin, dass Windkraft nur temporäre Leistungen - zudem zwischen Null und Maximum schwankend und nicht bedarfsgerecht - liefert, Kernkraftwerke ihre Leistung aber rund um die Uhr, bedarfsgerecht und verlässlich liefern. Versorgungstechnisch ist die Leistung von zehn Gigawatt Windkraftwerken daher in keiner Weise den von zehn Gigawatt Kernkraftwerken ebenbürtig.
    Alina Alanka

  • Vielen Dank für den - erneut eingestellten - Kommentar. Den alten habe ich gar nicht (mehr?) gefunden. Ich werde mir die Sendung entweder ansehen - oder evtl. sogar aufnehmen.
    Es ist doch schön, dass hier nicht IMMER nur ideologosche Phrasen (siehe Vandale) geäußert werden, sondern auch interessante Infos auftauchen

  • Ich möchte meinen Kommentar von gestern noch einmal wiederholen, weil der Artikel des HB zu dem Zeitpunkt nicht mehr groß beachtet wurde.

    Eine umfassende Analyse über die Auswirkungen der "Energiewende" und deren negativem Einfluß auf die Wälder durch Kahlschlag, die Tierwelt (Lebensraumzerstörung und Futtermangel), die Böden durch Vergiftung und die Luft durch Verpestung weltweit wird in einer Sendung von ARTE dargestellt.

    Die Videos über diese Sendung sind bis Freitag, den 17.05.2013 über folgende Adressen anzuschauen:

    http://www.arte.tv/guide/de/plus7
    aufrufen: 1. Saubere Energie
    2. Profit mit schmutziger Luft
    (Originalsendungen vom 14.5.2013 um 20:15 und 21:10)

    Eine Wiederholung der Sendung gibt es auf ARTE am SA dem 18.05.2013 von 11:35 bis 12:30.

    Die Erfindung der CO2-Zertifikate hat zu einem regen Handel geführt, der letzten Endes dazu dient Unternehmen, die keinerlei Bemühungen erkennen lassen CO2 einzusparen(wenn man bereit wäre dies zu sehen), riesige Geldmengen zuzuführen.

    Die ganze Welt lacht sich mal wieder über die blöden EU-Politiker tot und beutet die Erde erfolgreich und nachhaltig zur Profitmaximierung und zu Lasten der Bürger aus!!

    Bitte schauen Sie unbedingt die Videos oder die Wiederholung der Sendung auf ARTE an.

    Wenn Ihnen danach speiübel ist und Sie den restlichen Glauben an den Verstand unserer Politiker verloren haben, zeugt das nur von Ihrem gesunden Menschenverstand!!

  • "...die geplanten zehn Gigawatt installierter Offshore-Windkraft – das entspricht der Leistung von zehn Kernkraftwerken..."

    Wie oft muß man diesen Schwachsinn eigentlich noch lesen?

  • Herr Duerre...der Subventionszeitraum für Landwindmühlen ist abhängig vom Wind und kann bis zu 20 Jahre betragen.

    Meist werden die umweltschädlichen Windmühlen vor dem Ende des Subventionszeitraums durch neue Windmühlen ersetzt. Man nennt dies Repowering.

    Der Grund liegt darin, dass der Reparaturbedarf nach einigen Jahren stark ansteigt, Fundamentschäden, Flügelerosion, Getriebeschäden....So liegen dann die Betriebskosten über den Subventionserträgen.

    Vandale

  • Wasserkraft ist ja auch sooo ökologisch ....

    Lesen Sie bitte hier:
    http://www.handelszeitung.ch/politik/oekologischer-super-gau-im-nationalpark

  • Die EEG Umlage von Landwindkraft ist tatsächlich 9,2 Cent pro kWh in den ersten 5 Jahren.
    Die AfA für Windkraftanlagen beträgt meines Wissens nach 16 Jahre. In den folgenden 11 Jahren ist die Vergütung wesentlich geringer.

    Mit Ihrer Argumentation müsste auch ein neues GuD Gaskraftwerk die Baukosten auf 5 Jahre Betriebszeit umlegen.

    Was kostet dann die Kilowattstunde Fracking-Braunstrom?

  • Kohleschiffe haben die Segelschiffe ablösen können, weil sie sich am Markt durchsetzen konnten. Ich hätte nichts dagegen, wenn man dasselbe bei der Stromerzeugung zuließe.

    Dazu müssten aber erst einmal die staatlich-planwirtschaftlichen Eingriffe in den Markt aufhören. Zuerst also müsste das EEG ersatzlos gestrichen werden.

    Dann könnten die Windmühlen- und Solarkraftwerke doch zeigen, ob sie sich wie einst die Kohleschiffe am Markt durchsetzen können.

    Allerdings fürchtet die Politik diese Marktfreigabe wie der Teufel das Weihwasser. Sie weiß nämlich ganz genau, dass all die ökologisch korrekten Wahsinnskraftwerke am Markt auch nicht die Spur einer Chance hätten.

  • Hallo Frozen,

    Der Satz..Das Stromnetz hat einen Kapazität von ca. 0,8 TWh...ist technisch gesehen erfrischend. Die induktive Speicherkapazität des Stromnetzes dürfte vernachlässigbar sein. Sofern Sie die Uebertragungskapazität des Stromnetzes meinen, so ist diese abhängig davon wo der Strom eingespeist und wo verbraucht wird. Wenn man den Strom an den Einspeisepunkten der Grosskraftwerke einspeist, sollten 160 GW möglich sein. Aktuell baut man das Netz für einen 2-stelligen Milliardenbetrag aus um mehr umweltschädlichen Windstrom von den Küsten nach Süden zu transportieren.

    Nun, die Verbrennung von Kohle vermag Ihnen nicht sehr fortschrittlich erscheinen. Die moderne Kernenergie lehnen Sie vermutlich wegen irgendwelcher Atomstrahlen ab die gem. dieses Glaubens aus Kernkraftwerken und Endlagern entweichen und Oekoungläubige verkrebsen. Wasserkraft ist hierzulande begrenzt. Somit verbleibt eben Kohle und Erdgas.

    Vandale

  • Wo soll denn da der Sinn sein? Zug- und Seevögel schreddern? den Meeresboden durch das Verlegen von Kabeln umpflügen? Die Erzeugung von Infraschall, zum Beschallen und Vertreiben der Meeressäuger? Ich gehe mit Ihnen jede Wette ein, dass dieser Ökosalafismus viiiieeeel mehr Energie verschwendet, als er jemals im Stande wäre zu erzeugen.

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