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Energie

Studie Ruinöser Preiskampf auf dem Strommarkt

Mit Kampfpreisen buhlen etliche Stromanbieter um die Kunden. Dabei nehmen sie auch Verluste in Kauf, wie eine Studie zeigt. Die Anbieter gingen damit ein enormes Risiko ein, heißt es.
19 Kommentare
Strom ist Strom – aber die Angebote der Versorger unterscheiden sich teils erheblich. Der Wettbewerb ist teilweise ruinös. Quelle: dpa

Strom ist Strom – aber die Angebote der Versorger unterscheiden sich teils erheblich. Der Wettbewerb ist teilweise ruinös.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEin Jahr nach der Pleite des damals größten unabhängigen Stromanbieters Teldafax tobt auf dem deutschen Strommarkt unvermindert ein ruinöser Wettbewerb. Mehr Discountanbieter denn je buhlen mit Kampfpreisen um die privaten Haushalte. Sie gehen mit ihrer Preisgestaltung dabei häufig bis an die Grenze der Seriosität. Das zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney, die dem Handelsblatt vorliegt.

„Die Billigstromanbieter liefern sich unverändert einen teilweise ruinösen Preiskampf“, sagt Hanjo Arms, Energieexperte von A.T. Kearney: „Die Preise, mit denen die Kunden angelockt werden, liegen in vielen Fällen so deutlich unter den Kosten, dass die Anbieter ein enormes Risiko eingehen.“

Die Berater schildern das anschaulich anhand eines repräsentativen Preises, der im Internet beworben wird. Der Anbieter verlangt von einem Kunden mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden, was etwa einem Vier-Personen-Haushalt entspricht, einen Jahresbetrag von 835 Euro.

Mit 590 Euro – also 70 Prozent davon – muss er Steuern, Abgaben und Gebühren für die Nutzung der Stromleitungen begleichen. 190 bis 220 Euro muss der Anbieter bezahlen, um den Strom im Großhandel einzukaufen. Weil er dem neuen Kunden aber zudem einen Bonus von 200 Euro zusichert, ergibt sich ein Fehlbetrag von 145 bis 175 Euro. Bei dieser Rechnung hat der Anbieter weder die Provision für das Vergleichsportal noch seine internen Kosten abgerechnet.

Der Analyse zufolge profitieren die Unternehmen von der steigenden Wechselbereitschaft der Energiekunden. A.T. Kearney zufolge wird sich die Zahl der Haushalte, die mindestens einmal ihren Stromanbieter gewechselt haben, von sieben Millionen im Jahr 2011 auf zwölf Millionen im Jahr 2016 erhöhen. Auf dem Gasmarkt wird die Zahl im selben Zeitraum von 1,2 auf 2,2 Millionen steigen.

Unabhängige Anbieter drängen deshalb unvermindert in den Markt. Im Strommarkt waren es 2009 nur 25 und Ende 2011 schon 50, im Gasmarkt stieg die Zahl von 20 auf 55.

 

Handelsblatt Energie Briefing
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19 Kommentare zu "Studie: Ruinöser Preiskampf auf dem Strommarkt"

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  • NICHT falsch. Die Energiewende ist KEINE Garantie für bezahlbaren Strom, sondern die Garantie dafür, dass der Strom immer unbezahlbarer wird.

  • NICHT falsch! Die Energiewende ist KEINE Garantie für bezahlbaren Strom. Im Gegenteil, sie sorgt dafür, dass der Strom immer unbezahlbarer wird!

  • Hi Peter...ich nehme an, dass Sie die Zahlen von Hofmann ablehnen weil diese ncht in Ihr, von linken Medien vermitteltes, Bild passen.

    Die Zahlen von BP und IEA beziehen sich auf nachgewiesene Reserven die zu heutigen Preisen und Technolgien förderbar sind. Abweichungen gibt es weil OPEC Länder gerne solche Daten optimistisch angeben um höhere Quoten zu erhalten. Andererseits hat der technische Forschritt die Reichweite der Oelreserven von 30 Jahren in den 70er Jahren auf 52 Jahre 2011 gesteigert. Insofern hat Herr Hofmann die genannten Reichweiten fossiler Brennstoffe sehr pessimistisch angegeben.
    Bei Kernbrennstoffen liegt Herr Hofmann hoffnungslos daneben. Die Natururanpreise sind nicht massgeblich für die Kosten eines Kernkraftwerks. Ein höherer Uranpreis würde es erlauben das im Meer gelöste Uran zu nutzen wodurch die Reichweite ohne technische Aenderungen auf einige Jahrtausende steigt. Wenn man KKW mit hohen Brutraten nutzt spielt der Uranpreis fast keine Rolle mehr und man kann auch Gestein mit durchschnittlichem Urangehalt abbauen. Damit lässt sich ein steigender Energiebedarf für Millionen Jahre decken.

    Vandale

  • Erstens stimmen die Zahlen nicht. Zweitens geht es bei der Energiewende gar nicht primär um die Schonung der Ressourcen, schon gar nicht um die Preise, sondern im Wesentlichen um den Klimaeffekt. Und der hängt vom Ausstoß der das Klima erwärmenden Gase wie CO2 ab. Es ist leider ein wenig komolizierter.

  • Hi Joe...die Versorger hatten vor der Energiewende auf Erzeugerebene schöne Renditen erwirtschaftet. Ein umweltfreudliches Kernkraftwerk hat im Vollastbetrieb Betriebskosten von 15 - 20 €/MWh. Der Strombörsenpreis lag bei ca. 50 €/MWh. Mit zunehmender Erzeugung "Erneuerbarer" Energien müssen die Kraftwerke gem. den Launen des Wetters und damit der Stromeinspeisung hoch und heruntergefahren werden. Dadurch erreichen diese eine verminderte Auslastung, haben geringere Wirkungsgrade und mehr Reperaturbedarf. Das heisst die Erträge sind gesunken.

    Umgekehrt nagen steigende Netzentgelte an den Margen im Endverbrauchergeschäft.

    Die "Profite" der "pösen" Konzerne, die übrigens grösstenteils staatlichen Körperschaften gehören, sind eine kommunikative Antwort der Oekologen auf diese Herausforderung.

    Vandale

  • Einer soll mir mal erklären, warum Demos gegen Energieversorger gemacht werden, weil diese zu hohe Preise verlangen und auf der anderen Seite gesagt wird, dass diese Preise nicht ausreichen, die Kosten zu decken. Irgendwo fehlt mir da die Verbindung.

  • @Sonneschein
    Nur kurz zur Info, was sich in der Welt außerhalb Deutschland tut. Kohle- und Kernkraftwerke werden weiterhin in Masse gebaut. Die Vorräte an Kohle reichen noch einige Jahrhunderte und die Uran und Thoriumvorkommen reichen einige Tausend Jahre noch. Weiterhin hat die Menschheit die Frackingtechnik entwickelt. Dies bedeutet noch lange kein Ende der Oel- und Gasvorräte!!!
    Wir haben noch hunderte von Jahren genug Oel, Gas und Kohle!
    Unter diesen weltweiten Gesichtspunkt verkommt die Energiewende zum unbezahlbaren Luxusgut und hilft dabei immer mehr Deutsche in eine Mangelwirtschaft zu treiben. Mangel aus Versorgungsknappheit und Finanzknappheit!

  • @WDW
    Am besten man hat erst gar keine "Erneuerbaren Energieerzeuger" im Land, dann bräucht man auch nicht das Netz extrem Ausbauen und die Naturlandschaft zur Industrielandschaft ala Windmühlen und Solarparks umgestalten. Weiterhin würde man auf das Luxusgut EE-Strom verzichten können und wieder zum Allgemeingut Kraftwerksstrom zurückkehren.

  • Hi WDW..Die Oekoreligion überwindet die Naturwissenschaft mit Leichtigkeit. Bereits der Ausdruck "Regenerative Energien", die es naurwissenschaftlich nicht gibt, zeigt die Verachtung dieser Religion für Naturwissenschaft und Technik.

    Eine umweltschädliche Windmühle liefert im Schnitt 15% ihrer Nennleistung mit Schwankungen zwischen 0 und 100%, Solarzellen 9%. Plausibel ist demzufolge der Bedarf das Netz auf allen Ebenen um ein Vielfaches auszubauen, oder nicht?

    Windstrom wird aufgrund des Subventionssystems und des häufigeren Winds bevorzugt in Norddeutschland gewonnen, Solarstrom in Süddeutschland. Sollen dieser religiös verehrte Strom nicht zum Verbraucher gelangen?

    Vandale

  • Dieser Staat führt seine Bürger (private Stromverbraucher) ohne rot zu werden mit brachialer Selbstverständlichkeit hinter die Fichte und läßt sie den Netzausbau für den Export von Braunkohlestrom gleich mal mitbezahlen.

    Der geplante radikale Netzausbau geht weit über die Notwendigkeiten für die Einspeisung regenerativer Energien hinaus und belastet viele Bürger durch unsinnige Infrastrukturprojekte, die deren Lebensqualität negativ beeinflussen.

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