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Energie

Tanken in den Ferien Warum der Benzinpreis-Anstieg diesmal ausbleibt

Der alljährliche Anstieg der Benzinpreise zur Ferienzeit bleibt bisher aus. Trotzdem ist der Treibstoff wieder deutlich teurer als noch am Jahresanfang. Für findige Autofahrer gibt es trotzdem Sparoptionen.
2 Kommentare
Seit Januar haben die Kraftstoffpreise in Deutschland wieder deutlich zugelegt. Quelle: dpa
Preisanstieg an der Zapfsäule

Seit Januar haben die Kraftstoffpreise in Deutschland wieder deutlich zugelegt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Pünktlich zur Ferienzeit steigen die Preise an den deutschen Tankstellen – diesen Vorwurf müssen sich die Mineralölgesellschaften Jahr für Jahr stellen. Doch in diesem Jahr hält sich der Preisanstieg in Grenzen. „Der Kletterkurs an den deutschen Zapfsäulen legt eine Pause ein“, hat das Internetportal clever-tanken.de beobachtet und macht den Autofahrern Hoffnung, dass die Preise erst einmal auf dem aktuellen Niveau erhalten bleiben.

„In den kommenden Wochen könnten sich die Kraftstoffpreise weiterhin auf dem derzeitigen Niveau bewegen“ erwartet Steffen Bock, Geschäftsführer von clever-tanken.de. Nach Berechnungen des ADAC kostet Sprit insgesamt allerdings schon wieder deutlich mehr als im Januar, dem preisgünstigsten Monat im ersten Halbjahr. Super E10 habe im Juni im Durchschnitt 1,465 Euro pro Liter an den Zapfsäulen gekostet. Das waren genau 20 Cent mehr als im Januar.

Der Preisanstieg im ersten Halbjahr hat zwei Gründe. Zum einen hat der Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich nachgegeben. Damit muss für Rohöl, das in Dollar gehandelt wird, mehr bezahlt werden. Zusätzlich hat sich der Rohölpreis von seinen letztjährigen Tiefständen gelöst. Vor fast genau einem Jahr war der Ölpreis nahezu ungebremst abgerutscht. Ende Juni 2014 kostete ein Barrel – rund 159 Liter – des europäischen Brentöls noch etwa 115 Dollar. Bis Januar hatte sich der Preis auf weniger als 46 Dollar mehr als halbiert. Seither haben sich die Ölpreise wieder erholt. Im Juni schwankten sie mehr oder weniger stark um 60 Dollar.

Das Potenzial für einen weiteren deutlichen Preisanstieg an den Ölmärkten schätzen Experten zurzeit als gering ein, da nach wie vor ein Überangebot an Öl besteht. Zwar rechnet sich die Schieferölförderung in den USA angesichts des Preisrückgangs nicht mehr in allen Gebieten, dennoch ist die amerikanische Rohölproduktion bisher kräftig gestiegen. Nach Angaben der US-Energiebehörde EIA erreichte sie im April mit 9,7 Millionen Barrel am Tag den höchsten Stand seit 44 Jahren. Damit könnte nun aber der Gipfel erreicht sein.

„Die US-Produktion zeigt Anzeichen zu kippen, allerdings auf einem hohen Niveau“, schreiben die UBS-Analysten Giovanni Staunovo und Wayne Gordon in ihrem jüngsten Report. Sie erwarten, dass sich die Ölmärkte in den nächsten Quartalen weiter stabilisieren.

Abseits der beliebten Routen tanken

Fraglich ist auch, ob die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) weiter so viel Öl fördert wie bisher. Sie hat maßgeblich zu dem letztjährigen Preisrutsch beigetragen, da sie ihre Produktion nicht gedrosselt hat, um die Schieferölproduktion in den USA zu bremsen. Und sobald die Sanktionen gelockert werden, könnte zudem der Iran als Anbieter am Markt wieder auftreten. Das Ölangebot dürfte daher recht üppig bleiben.

Auf den ersten Blick wären das für die Autofahrer gute Nachrichten – gäbe es den Euro nicht, der durch die Griechenland-Krise massiv unter Druck geraten ist. Noch vor einem Jahr notierte die europäische Gemeinschaftswährung zum US-Dollar bei 1,36; heute sind es nur noch 1,11 Dollar. „Der Euro hat im Vergleich zum Dollar deutlich nachgegeben, das verteuert auch die Fertigprodukte wie Benzin“, sagt ein Sprecher von Aral, dem Marktführer im deutschen Tankstellengeschäft, der zum britischen Ölmulti BP gehört.

Der schwächere Euro hat die Spritpreise daher wieder anziehen lassen. Auch die Hürde von 1,50 Euro für einen Liter Super fällt immer öfter. Damit kostet Benzin aber immer noch weniger als vor einem Jahr. Laut Aral wurden im Juni 2014 für einen Liter Super E10 im Durchschnitt 1,56 Euro bezahlt. „Das relativ günstige Preisniveau unterstützt einen höheren Absatz an der Tankstelle“, heißt es bei Aral. Mit den Ferien hat das also kaum zu tun.

Und sparen können Autofahrer, wenn sie etwa die jüngsten Tipps des ADAC beachten. Der Automobilclub hat sich über drei Monate die Preise an den Tankstellen der großen Markenanbieter angeschaut. Das Ergebnis: „Die Durchschnittspreise bei den Markentankstellen von Aral, Shell, Esso, Total und Jet weichen erheblich voneinander ab.“ Jürgen Albrecht vom ADAC rät daher, den Tankstellenbesuch genau zu planen. Von 18 bis 20 Uhr sei das Tanken in der Regel am günstigsten. Zusätzlich sollten die Autofahrer auf die Unterschiede zwischen den Anbietern achten.

Das gilt insbesondere in der Urlaubszeit. „Viele Tankstellen nutzen die Touristenfahrtrouten intensiv für die eigene Preisoptimierung“, warnt das Internetportal clever-tanken.de. Geschäftsführer Bock rät den Autofahrern daher, via Internet, Navigationssystem oder Smartphone-App die Preise entlang der Route zu vergleichen.

Handelsblatt Energie Briefing
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2 Kommentare zu "Tanken in den Ferien: Warum der Benzinpreis-Anstieg diesmal ausbleibt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hallo Herr Müller,
    es bleibt Ihnen frei benommen, zu Fuß zu gehen, Fahrrad fahren, oder das Auto nehmen. Sie können zu den empfohlenen Zeiten bei einer günstigen Tanke tanken,
    und mit einer Kreditkarte zahlen, die Bank dieser Kreditkarte gewährt weltweit nochmals 5 % Nachlass auf den Spritpreis. Diese Kreditkarte konnte man 2008 bei Lidl beantragen. Ja meine Frau und ich nutzen sie und haben seit dem schon viel Geld gespart. Auf diese Bank ist doch Verlass, somit habe ich schon 960 EUR gespart besser geht es doch gar nicht

  • Wenn ich 100 Euro verdiene, bekommt der Staat 50 Euro davon. Tanke ich dann meinen Golf für 50 Euro, bekommt der Staat davon nochmals mindestens 30 Euro an Steuern. Somit muß ich für 20.- Euro "steuerfreies" Benzin 100.- Euro verdienen und der Staat nimmt dabei 80 Euro an Steuern ein.

    400% Steuern beim Tanken!

    Dann regen sich Menschen darüber auf, wenn die Mineralölkonzerne mal 10% draufschlagen (wobei davon auch den größten Teil der Staat kassiert!)

    Irgendwie muß das Deutsche Weltrettungsprogramm ja finanziert werden und es schimpft sich so gut auf die geldgeilen Industrieunternehmen...

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